Battlefield auf der LAN: Einer fliegt, einer repariert, alle schreien

Fazit: Battlefield 2 gehört zu den Spielen, bei denen die LAN-Stärken bereits in der Grundkonstruktion stecken. Bis zu 64 Spieler können in einer Partie antreten, eigene Server geben dem Veranstalter Kontrolle über Karten, Tickets und weitere Einstellungen, und das Zusammenspiel aus Klassen, Fahrzeugen, Squads und Commander schafft echtes Teamplay statt bloß zwei Gruppen von Einzelspielern. Besonders stark ist der Umgang mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Nicht jeder muss der beste Schütze sein: Ein schwächerer Spieler kann als Medic, Engineer oder Anti-Tank ebenso wertvoll werden wie als Fahrer, Squadleader oder Commander. Grenzen zeigt das System vor allem bei hoch spezialisierten Rollen. Ein sehr guter Jet- oder Helikopterpilot kann eine Partie erheblich beeinflussen, ohne dass das Spiel diesen Vorteil automatisch ausgleicht. Die enorme Kapazität darf außerdem nicht mit grenzenloser Gruppenflexibilität verwechselt werden. Battlefield 2 lässt sich zwar mit kleineren Gruppen und Bots spielen, seine großen Karten und das Zusammenspiel mehrerer Squads entfalten ihre eigentliche Stärke aber erst mit einer gewissen Zahl menschlicher Teilnehmer. Für größere LANs bleibt das Gesamtpaket trotzdem außergewöhnlich stark: Battlefield 2 kann viele Spieler gleichzeitig beschäftigen und gibt ihnen dabei tatsächlich unterschiedliche Möglichkeiten, für ihr Team wichtig zu sein.

Counter-Strike auf der LAN: Natürlich spielen wir wieder Dust2

Fazit: Counter-Strike ist für LANs weniger ein einzelnes Spiel als eine feste Größe der PC-Multiplayer-Kultur. Kaum ein anderer Titel verbindet kurze, klar lesbare Runden mit so viel taktischer Tiefe: Economy, Waffenwahl, Kartenkontrolle, Utility und Kommunikation greifen permanent ineinander, während selbst eine scheinbar verlorene Runde noch in einen Clutch kippen kann. Genau diese Mischung funktioniert im selben Raum besonders gut, weil ein gewonnener Retake oder ein völlig unnötig verlorener Eco nicht anonym verschwindet, sondern sofort Reaktionen am ganzen Tisch auslöst. Der große Haken ist ebenso klassisch wie eindeutig: Skillunterschiede sind brutal sichtbar. Teamzusammenstellung, Rollen und unterstützendes Spiel können sie abfedern, beseitigen sie aber nicht. Auch bei der Gruppengröße zeigt das neue Bewertungsmodell genauer, wo die Grenzen liegen. Das etablierte Wettkampfformat ist auf zehn Spieler zugeschnitten und damit vergleichsweise starr, während Deathmatch, Arms Race und zahlreiche Community-Modi auch mit anderen Gruppengrößen funktionieren. Für wettbewerbsorientierte Gruppen bleibt Counter-Strike trotzdem Referenzmaterial, weil sich Teams, Regeln, Karten und Server hervorragend standardisieren lassen. Manchmal reicht als Begründung für den LAN-Klassikerstatus eben doch schlicht, dass es Counter-Strike ist.

Among Us auf der LAN: Ich schwöre, ich war bei Reactor

Fazit: Among Us funktioniert auf einer LAN deshalb so gut, weil das eigentliche Spiel nur einen Teil des Erlebnisses liefert. Der Rest entsteht zwischen den Menschen im Raum: Wer wirkt nervös, wer erklärt sich zu ausführlich, wer widerspricht sich und wer schafft es, mit bemerkenswerter Selbstsicherheit eine völlig falsche Geschichte glaubwürdig zu verkaufen? Genau diese soziale Ebene macht das Spiel zu einem starken Auflockerungs- und Seeding-Titel. Gleichzeitig kommt Among Us hervorragend mit unterschiedlichen Erfahrungsständen zurecht. Die Mechanik ist schnell verstanden, schwächere Spieler werden nicht durch Aim oder komplexe Eingaben abgehängt und die Lobby lässt sich über Rollen und zahlreiche Parameter an die Gruppe anpassen. Mit bis zu 15 Teilnehmern ist auch die Kapazität für typische LAN-Gruppen stark, während die Gruppenflexibilität nahezu ideal ausfällt: Innerhalb der unterstützten Spanne von vier bis 15 Spielern gibt es keine starre Sollgröße, keine notwendige gerade Teilnehmerzahl und keine fest vorgeschriebenen gleich großen Teams. Als klassischer Turniertitel bleibt Among Us dagegen eingeschränkt, weil asymmetrische Rollen, Bluff und Zufall eine objektive Einzelwertung erschweren. Mit festen Einstellungen und mehreren gewerteten Runden lässt sich daraus trotzdem ein brauchbares semi-wettbewerbliches Format bauen. Und nach wenigen Matches ist ohnehin nicht mehr nur verdächtig, wer aus Electrical kommt, sondern auch derjenige, der bei jeder Erklärung plötzlich drei Nebensätze mehr braucht als sonst.

Baldur’s Gate II auf der LAN: Fortsetzung auf der nächsten LAN

Fazit: Baldur’s Gate II: Enhanced Edition ist für eine LAN kein schneller Programmpunkt, sondern eher der Beginn einer gemeinsamen Kampagne, die problemlos mehrere Abende oder Veranstaltungen überleben kann. Bis zu sechs Spieler teilen sich eine Abenteurergruppe, stimmen Zauber, Positionierung, Beute und Dialogentscheidungen ab und erleben dadurch ein Rollenspiel, das im Mehrspieler stärker an eine digitale Pen-&-Paper-Runde erinnert als an ein klassisches Matchspiel. Genau darin liegt die größte Stärke: Teamplay entsteht nicht aus kurzen Befehlen allein, sondern aus permanenter gemeinsamer Verantwortung für die Party. Auch unterschiedliche Erfahrungsstände lassen sich erstaunlich gut auffangen. Neueinsteiger können überschaubarere Charaktere übernehmen, während erfahrene Spieler komplexere Klassen oder zusätzliche Figuren steuern. Die maximale Spielerzahl bleibt mit sechs Teilnehmern klein, innerhalb dieser Kapazität ist Baldur’s Gate II aber flexibel, weil die sechs Charaktere nicht zwingend sechs menschliche Spieler benötigen. Die technische Seite ist angenehm unkompliziert, während Zeitbedarf und Gruppenorganisation deutlich anspruchsvoller sind. Wer eine feste Runde, Geduld und Freude an klassischen D&D-Systemen mitbringt, bekommt dafür ein außergewöhnlich langlebiges Koop-Erlebnis. Rund 46 Stunden Hauptgeschichte sind in diesem Zusammenhang weniger eine Spieldauer als die vorsichtige Ankündigung, dass diese LAN-Gruppe vermutlich noch einige Termine miteinander verbringen wird.

LAN-Game-Reviews: So entstehen unsere Tests und die Tastenwertung

Bei unseren LAN-Game-Reviews bewerten wir bewusst nicht, wie gut ein Spiel allgemein ist. Dafür gibt es genügend Tests, Metacritic, Steam-Reviews und Menschen im Internet, die einem mit bemerkenswerter Leidenschaft erklären, warum die eigene Meinung falsch ist. Uns interessiert eine andere Frage: Wie gut funktioniert dieses Spiel tatsächlich auf einer LAN?

Men of War 2 Tier-Liste

Keine Historie, keine Referenz, kein Plan. Nur Zahlen und 15 Leute, die sicher waren, dass sie das schon irgendwie dominieren.

Update: Zwischen Headshots und Ragequits die wahre CS-Tierliste

ounter-Strike ist seit sieben LANs das Spiel, in dem sich alle einig waren. Kills sehen gut aus, fühlen sich gut an und bringen dir im Zweifel… gar nichts. Gewonnen haben am Ende immer die, die beides konnten. Impact und Siege. Alles andere war Highlight-Clip mit traurigem Tabellenplatz.