Total War: Shogun 2 auf der LAN: Diplomatie mit Verfallsdatum

Fazit: Total War: Shogun 2 ist auf einer LAN eigentlich zwei Spiele. Wer einen klar begrenzten Programmpunkt für mehrere Teilnehmer sucht, bekommt taktische Mehrspieler-Schlachten mit bis zu acht Spielern. Zwei Strategen können sich dagegen an die Mehrspieler-Kampagne setzen und aus einem LAN-Abend ein Projekt machen, das problemlos mehrere Sitzungen überlebt. Beide Varianten profitieren davon, dass Shogun 2 einen echten Local-Network-Modus besitzt. Spielerisch verlangt der Titel allerdings deutlich mehr Einarbeitung als ein typischer LAN-Lückenfüller. Gelände, Moral, Formationen, Einheitenkonter und Timing belohnen Erfahrung massiv. In ausgeglichenen Teamgefechten wird genau diese Komplexität zur Stärke: Plötzlich geht es nicht nur darum, die eigene Armee zu führen, sondern gemeinsam eine Front zu halten, Reserven abzustimmen und darauf zu vertrauen, dass die angekündigte Kavallerie tatsächlich irgendwann auf der richtigen Flanke auftaucht.

Skyrim Together Reborn auf der LAN: Himmelsrand braucht einen Reiseleiter

Fazit: Skyrim Together Reborn macht aus einem der bekanntesten Einzelspieler-Rollenspiele ein ungewöhnlich reizvolles Koop-Spiel für die LAN. Sein großer Gewinn liegt nicht im Wettbewerb, sondern im gemeinsamen Erleben: Dungeons, Drachenkämpfe, Erkundung und die unvermeidlichen Skyrim-Momente funktionieren mit Freunden hervorragend. Gleichzeitig darf die Mod nicht wie ein nativer Multiplayer-Titel behandelt werden. Einheitliche Versionen, ein vorbereiteter Server, eine abgestimmte Mod-Konfiguration und eine klare Partyführung sind wesentlich wichtiger als bei Spielen, die von Anfang an für Koop entwickelt wurden. Wer diese Hürde vor der Veranstaltung nimmt, bekommt dafür etwas, das klassische Rundenspiele kaum bieten: eine gemeinsame Reise durch Himmelsrand, die nach einer Nacht nicht beendet sein muss, sondern auf der nächsten LAN einfach weitergehen kann.

Wenn gute Spiele auf die LAN müssen: Welche taugen wirklich?

Die Rechner stehen, das Netzwerk läuft und alle wollen spielen. Jetzt zeigt sich, ob ein gutes Multiplayer-Spiel auch ein gutes LAN-Spiel ist. Denn spätestens wenn unterschiedliche Skilllevels, Gruppengröße, Setup und Zeitplan zusammenkommen, gelten andere Regeln als im normalen Online-Match. Wir kennen das nicht nur aus der Theorie. Bei Tastensport haben wir schon als Jugendliche unzählige

Team Fortress 2 auf der LAN: Kann bitte jemand Medic nehmen?

Fazit: Team Fortress 2 ist für eine LAN beinahe ein Musterbeispiel dafür, wie gut ein älterer Multiplayer-Titel altern kann. Bis zu 32 Spieler, neun klar unterscheidbare Klassen, schnelle Rollenwechsel und sehr unterschiedliche Spielmodi erlauben sowohl kleinere Runden als auch Matches, die einen erheblichen Teil der Veranstaltung gleichzeitig beschäftigen. Dazu kommen niedrige Hardwareanforderungen, Free-to-Play und ein echter lokaler Serverbetrieb, der sich mit einem Dedicated Server hervorragend unter Kontrolle halten lässt. Spielerisch ist TF2 allerdings keineswegs so harmlos, wie sein Comic-Stil vermuten lässt. Kartenkenntnis, Aim, Klassenverständnis und Techniken wie Rocket- oder Sticky-Jumping können zwischen Veteranen und Neueinsteigern erhebliche Unterschiede erzeugen. Durch bewusste Teamzusammenstellung und die verschiedenen Rollen lässt sich das zumindest abfedern: Nicht jeder muss der beste Schütze im Raum sein, wenn ein guter Medic, ein sinnvoll platzierter Engineer oder der richtige Klassenwechsel im entscheidenden Moment die Partie dreht.

Stronghold auf der LAN: Uneinnehmbar war der Plan

Fazit: Stronghold gehört zu den Strategiespielen, deren eigentliche Stärke auf einer LAN nicht in hektischen Zehn-Minuten-Matches liegt. Eine Partie entwickelt sich. Erst entstehen Holzfällerlager, Steinbrüche und Produktionsketten, anschließend wachsen Mauern und Türme, bis irgendwann mehrere Wirtschaftssysteme und Festungen aufeinandertreffen. Besonders Stronghold Crusader beziehungsweise Crusader HD eignet sich für dieses klassische LAN-Erlebnis: Bis zu acht Spieler können antreten, eine direkte Verbindung im lokalen Netzwerk ist möglich und KI-Gegner lassen sich in die Gefechte integrieren. Gleichzeitig verlangt die Reihe etwas Vorbereitung, weil sich die verschiedenen Stronghold-Versionen beim Multiplayer deutlich unterscheiden. Neuere Fassungen setzen stärker auf Steam und Online-Funktionen, andere Teile unterstützen weniger Spieler. Spielerisch bleibt der Reiz dagegen erstaunlich konstant: Eine über Stunden aufgebaute Burg zu belagern ist schon am eigenen Bildschirm spannend. Wenn ihr Besitzer zwei Tische weiter sitzt und jeden verlorenen Turm persönlich kommentiert, wird daraus Stronghold auf einer LAN.

Stardew Valley auf der LAN: Wer gießt heute?

Fazit: Stardew Valley ist auf einer LAN kein Spiel für die schnelle Runde zwischen zwei Turnieren, sondern für Gruppen, die gemeinsam etwas aufbauen und am Ende des Wochenendes ungern wieder damit aufhören. Bis zu acht Spieler können auf dem PC dieselbe Farm bewirtschaften, wobei sich die Arbeit fast von selbst verteilt: Während einige Felder bestellen oder Tiere versorgen, verschwinden andere in den Minen, gehen angeln oder kümmern sich um Besorgungen in Pelican Town. Unterschiedliche Erfahrungsstände fallen dabei erstaunlich wenig ins Gewicht, weil nicht jeder dieselben Aufgaben übernehmen oder im gleichen Tempo spielen muss. Technisch ist Stardew Valley angenehm genügsam und lässt sich auf dem PC tatsächlich über das lokale Netz beziehungsweise direkt per IP verbinden. Für klassische Turniere fehlt dagegen nahezu alles, was einen strukturierten Wettbewerb ausmacht. Wer auf einer LAN bewusst einen ruhigeren Gegenpol zu Shootern, RTS und Rennspielen sucht, bekommt dafür eines der stärksten langfristigen Koop-Spiele – wobei „ruhig“ spätestens dann relativ wird, wenn es 13:40 Uhr ist, noch 180 Felder gegossen werden müssen und irgendjemand das gesamte Geld für Saatgut ausgegeben hat.

StarCraft II auf der LAN: Hätte man scouten können

Fazit: StarCraft II ist einer dieser Titel, bei denen eine LAN den eigentlichen Multiplayer nicht technisch ersetzt, ihm aber sozial eine völlig andere Qualität gibt. Die Partien laufen weiterhin über Battle.net und benötigen eine funktionierende Internetverbindung; sitzen die Spieler jedoch im selben Raum, werden aus Scoutinformationen, Timing-Angriffen und hektischen Verteidigungen direkte Zurufe, während ein verlorener Großkampf zuverlässig auch an den Nachbartischen wahrgenommen wird. Technisch stellt das inzwischen vergleichsweise genügsame RTS kaum hohe Anforderungen an die Rechner, spielerisch sieht es ganz anders aus: Build Orders, Multitasking, Kartenkenntnis und präzise Ausführung erzeugen ein erhebliches Skillgap. Stimmen die Leistungsstände oder werden Teams sinnvoll zusammengestellt, liefert StarCraft II dafür konzentrierte Matches, starkes Teamplay und ausgezeichnete Voraussetzungen für Turniere. Der größte Schwachpunkt bleibt ausgerechnet auf einer LAN unverändert: Ohne Battle.net und Internet gibt es keinen Multiplayer.

Space Engineers auf der LAN: Das sollte eigentlich fliegen

Fazit: Space Engineers spielt seine LAN-Stärken dort aus, wo andere Multiplayer-Titel längst nach der nächsten Runde fragen. Eine Gruppe kann gemeinsam eine Basis hochziehen, Produktionsketten aufbauen, Schiffe konstruieren und aus einem zunächst überschaubaren Außenposten ein Projekt machen, das irgendwann eigene Zuständigkeiten für Bergbau, Energieversorgung, Logistik und Flottenbau braucht. Die Physiksimulation sorgt dabei zuverlässig dafür, dass Planung nicht automatisch Erfolg bedeutet: Ein falsch dimensioniertes Schiff, eine ungünstige Kollision oder eine Konstruktion, deren bewegliche Teile ein unerwartetes Eigenleben entwickeln, können aus stundenlanger Ingenieursarbeit innerhalb von Sekunden eine gemeinsame Rettungsmission machen. Für klassische Turniere ist diese Offenheit hinderlich, weil feste Wettbewerbsstrukturen und eine integrierte Auswertung fehlen. Als langfristige LAN-Sandbox für eine Gruppe, die lieber gemeinsam etwas erschafft als alle zwanzig Minuten einen Siegerbildschirm zu sehen, ist Space Engineers dagegen ausgesprochen stark.

SpeedRunners auf der LAN: Einer führt. Drei haben etwas dagegen.

Fazit: SpeedRunners braucht weder große Teams noch stundenlange Vorbereitung, um auf einer LAN für Betrieb zu sorgen. Vier Spieler, ein Bildschirm und wenige Minuten reichen, damit aus einem zunächst harmlosen Wettrennen ein hektisches Duell aus perfekten Sprüngen, Greifhaken, Raketen und zunehmend persönlichen Entscheidungen beim Einsatz von Pick-ups wird. Die Steuerung ist schnell verstanden, ausgeschiedene Spieler warten nicht lange auf ihre nächste Chance und selbst Zuschauer können meist sofort erkennen, warum gerade jemand unter lautem Protest aus dem Bild geflogen ist. Genau diese Unmittelbarkeit macht SpeedRunners zu einem hervorragenden Side-Event und zu einer starken Wahl für kleine Wettbewerbe. Als klassischer LAN-Titel hat es allerdings eine ungewöhnliche Schwäche: Einen ausgewiesenen Netzwerk-LAN-Modus für mehrere Rechner bietet das Spiel nicht, während gleichzeitig maximal vier Spieler antreten können. Für eine große Veranstaltung taugt SpeedRunners deshalb weniger als Hauptprogramm, dafür umso besser als ständig umlagerte Spielstation, an der eine Revanche selten die letzte bleibt.

Satisfactory auf der LAN: Nach der Fabrik ist vor der Fabrik

Fazit: Satisfactory spielt seine größte Stärke auf einer LAN als gemeinsames Langzeitprojekt aus. Fabrikbau, Erkundung und Arbeitsteilung sorgen dafür, dass mehrere Spieler gleichzeitig eigene Aufgaben verfolgen können und trotzdem an derselben großen Maschine arbeiten. Besonders befriedigend wird das, wenn nach längerer Planung plötzlich alles zusammenspielt: Die neue Rohstoffquelle liefert, die Förderstrecke erreicht endlich die Fabrik und eine Produktionslinie, die vor einer Stunde noch aussah wie industrielle Spaghetti, arbeitet tatsächlich zuverlässig. Dem stehen ein hoher Zeitbedarf, die Internetabhängigkeit des Multiplayers und praktisch nicht vorhandene Wettbewerbsfunktionen gegenüber. Für Gruppen, die gemeinsam bauen und optimieren wollen, ist Satisfactory deshalb ein starkes LAN-Spiel; wer in einer Stunde Sieger, Tabelle und nächste Turnierrunde benötigt, sollte seine Erwartungen eher nicht am Space Elevator abgeben.