Payday 2 auf der LAN: Starkes Teamplay für kleine Gruppen

LAN-Übersicht

Version 1.0 am 07.11.2024

Version 2.0 am 19.08.2026

SpielnamePayday 2
Tastensport-EmpfehlungSehr stark für eine feste Vierer-Koop-Crew; größere LAN-Gruppen brauchen mehrere parallele Lobbys.
KurzfazitPayday 2 verbindet hervorragendes Teamplay, hohe Zugänglichkeit für unterschiedlich erfahrene Spieler und enorme Missionsvielfalt. Die harte Vierergrenze, die Online-Abhängigkeit und die praktisch fehlende klassische Turnierstruktur bremsen die allgemeine LAN-Tauglichkeit allerdings deutlich.
Geeignete SpielerzahlBis zu 4 menschliche Spieler pro Koop-Sitzung
Empfohlene Gruppengröße3–4 Spieler funktionieren besonders gut; vier Spieler bilden die Idealbesetzung
SpielzeitJe nach Heist, Schwierigkeitsgrad und Vorgehensweise stark variabel; für feste Zeitpläne Puffer einplanen
LAN-AufwandMittel: Clients und Plattformkonten vorbereiten, Internetzugang sicherstellen und einen zuverlässigen Host bestimmen
InternetanforderungenPraktisch erforderlich; kein ausgewiesener nativer Netzwerk-LAN-Modus
WettbewerbseignungGering. Wettbewerbe zwischen Crews benötigen eigene Regeln und externe Ergebnisverwaltung
WiederspielwertSehr hoch durch viele Heists, Schwierigkeitsgrade, Builds, Stealth-/Loud-Varianten und Mods
Tastenresultat6,75 von 10 Tasten
ZielgruppeLAN-Gruppen mit Fokus auf kooperatives PvE, Kommunikation und gemeinsame Missionen

Tastenresultat

Wie wir die LAN-Tauglichkeit bewerten und was die einzelnen Tasten-Kriterien bedeuten, erfährst du in unserem Bewertungssystem für LAN-Game Reviews.

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Spielerfahrung: 9,00 von 10 Tasten

  • Umgang mit Skillunterschieden: 9 von 10
  • Teamplay: 10 von 10
  • Lernkurve: 7 von 10
  • Spaßfaktor: 10 von 10

Voraussetzungen und Funktionsfähigkeit: 7,50 von 10 Tasten

  • Technische Anforderung: 9 von 10
  • LAN-Setup: 5 von 10
  • Performance: 8 von 10
  • Preis: 8 von 10

Wettbewerbstauglichkeit: 3,75 von 10 Tasten

  • Turniermodus: 1 von 10
  • Spielerzahl: 3 von 10
  • Gruppenflexibilität: 5 von 10
  • Zeit: 6 von 10

Gesamtwertung: 6,75 von 10 Tasten

Fazit: Payday 2 ist ein hervorragender Koop-Shooter für kleine LAN-Gruppen, weil seine besten Momente genau dort entstehen, wo vier Spieler miteinander planen, Rollen verteilen und anschließend gemeinsam auf das reagieren müssen, was von diesem Plan noch übrig ist. Unterschiedliche Erfahrungsstände lassen sich dabei erstaunlich gut integrieren. Veteranen können schwierigere Aufgaben übernehmen, Ressourcen koordinieren oder unerfahrenere Mitspieler durch bekannte Missionsabläufe führen, ohne dass daraus automatisch ein Wettbewerb zwischen beiden entsteht. Die sieben Schwierigkeitsgrade und die frei kombinierbaren Builds helfen zusätzlich, eine Crew auf ein gemeinsames Niveau zu bringen. Perfekt ist dieser Ausgleich trotzdem nicht: Ein Neuling kennt Pager, Laufwege und Stealth-Mechaniken zunächst ebenso wenig wie ein Veteran, und ein einziger Fehler kann eine leise Mission komplett eskalieren lassen. Organisatorisch bleibt die Vierergrenze die größte Schwäche. Zwei oder drei Spieler können sinnvoll gemeinsam spielen, vier sind ideal – der fünfte Teilnehmer muss jedoch bereits in eine andere Lobby. Für eine feste Crew ist Payday 2 deshalb ausgezeichnet. Für eine große LAN ist es eher ein starkes Spiel in mehreren kleinen Gruppen als ein gemeinsamer Titel für den ganzen Raum.

Spielbeschreibung

Payday 2 ist ein kooperativer First-Person-Shooter von OVERKILL, in dem bis zu vier Spieler gemeinsam Raubüberfälle und andere kriminelle Einsätze absolvieren. Waffen, Masken, Skills und Perk-Decks ermöglichen unterschiedliche Builds und Aufgaben innerhalb der Crew.

Seinen besonderen Charakter bekommt das Spiel durch den Wechsel zwischen Vorbereitung und Eskalation. Viele Heists lassen sich heimlich angehen, andere münden zwangsläufig in offenen Kampf, und einige erlauben beides. Entsprechend kann dieselbe Mission zunächst wie ein konzentriertes Schleichspiel wirken und wenige Sekunden später in einen massiven Feuerkampf kippen.

Gerade auf einer LAN funktioniert dieser Übergang hervorragend. Vier Spieler beobachten Wachen, Kameras und Laufwege, stimmen Pager ab und versuchen, möglichst lange unentdeckt zu bleiben. Sobald etwas schiefgeht, verändert sich nicht nur die Spielweise, sondern auch die Kommunikation am Tisch. Aus ruhigen Absprachen werden hektische Warnungen, Munition wird plötzlich wichtig und der sorgfältig vorbereitete Plan erhält innerhalb weniger Sekunden den Status „historisch interessant“.

Payday 2 lebt deshalb weniger davon, dass jeder Spieler besonders spektakulär für sich spielt. Die stärksten Runs entstehen dann, wenn die Crew versteht, was die anderen Builds leisten können und wer im entscheidenden Moment welche Aufgabe übernimmt.

Multiplayer-Setup auf der LAN

Grundsätzliche Voraussetzungen

Payday 2 besitzt auf dem aktuellen PC-Stand keinen ausgewiesenen nativen LAN-Modus. Steam führt den Multiplayer als Online-Koop; auch wenn vier Rechner im selben lokalen Netzwerk stehen, läuft die Sitzung über die Online-Multiplayer-Infrastruktur.

Für eine LAN bedeutet das, dass sämtliche Clients vorab installiert und aktualisiert sein sollten. Zusätzlich müssen Internetzugang und benötigte Plattformkonten funktionieren.

Die räumliche Nähe bleibt spielerisch wertvoll, ersetzt aber nicht die Verbindung nach außen. Payday 2 ist damit eher ein Online-Koop-Spiel, das sich hervorragend gemeinsam im selben Raum spielen lässt, als ein klassischer LAN-Titel im technischen Sinn.

Gerade deshalb lohnt es sich, die komplette Vierergruppe vor Beginn einmal gemeinsam in eine Lobby zu bringen. Ein theoretisch aktueller Client hilft wenig, wenn sich erst beim ersten geplanten Heist zeigt, dass einer der Spieler noch ein Update benötigt oder sein Plattformzugang nicht sauber funktioniert.

Betriebssysteme und Clientauswahl

Die aktuelle Steam-Fassung nennt Windows als unterstütztes Betriebssystem. macOS wird nicht unterstützt. Die native Linux-Version erhält seit Update 237 keine weiteren Updates und kann deshalb nicht mehr ohne Weiteres mit den übrigen aktuellen PC-Clients zusammenspielen.

Für eine gemischte LAN ist daher eine einheitliche aktuelle Windows-Fassung die verlässlichste Grundlage. Linux-Nutzer können die Windows-Version gegebenenfalls über Proton einsetzen; genau diese Konfiguration sollte dann allerdings vor der Veranstaltung getestet werden.

Bei Payday 2 ist diese Einheitlichkeit wichtiger als theoretische Plattformvielfalt. Eine Vierer-Crew verliert bei einem einzigen inkompatiblen Client schließlich sofort ein Viertel ihrer Besetzung.

Das Game-Setup

Ein Spieler übernimmt die Host-Rolle und eröffnet die Koop-Sitzung. Die Crew wählt ihre Einsätze über Crime.Net beziehungsweise über einen ausgewählten Vertrag. Da Payday 2 mit einem Spieler als Host arbeitet, sollte diese Rolle auf einem stabilen Rechner mit zuverlässiger Internetverbindung liegen.

Die Missionsauswahl bietet bereits genug Variation für einen kompletten LAN-Abend. Kurze, vergleichsweise direkte Einsätze können mit komplexeren mehrstufigen Heists abgewechselt werden, deren Vorbereitung und Ablauf deutlich mehr Zeit beanspruchen.

Hinzu kommen sieben Schwierigkeitsgrade:

  • Normal
  • Hard
  • Very Hard
  • Overkill
  • Mayhem
  • Death Wish
  • Death Sentence

Dadurch lässt sich die Herausforderung relativ fein an Erfahrung, Ausrüstung und Builds der Gruppe anpassen.

Besonders wichtig ist die Entscheidung, wie ein Heist grundsätzlich angegangen werden soll. Viele Missionen unterstützen Stealth, Loud oder einen Übergang zwischen beiden. Im Stealth zählen Geduld, Beobachtung und präzise Abstimmung. Wachen müssen im Blick behalten, Kameras berücksichtigt und Pager sauber koordiniert werden. Ein kleiner Fehler kann dabei reichen, um den Charakter der gesamten Mission zu verändern.

Im Loud-Spiel verschiebt sich die Aufmerksamkeit auf Missionsziele unter Druck, Polizeiwellen, Munition, Heilung, Positionierung und Wiederbelebungen. Genau dieser Übergang ist auf einer LAN häufig einer der besten Momente eines Heists: Eben diskutiert die Crew noch leise den nächsten Laufweg, eine Minute später verteidigt dieselbe Gruppe einen Korridor und stellt rückblickend fest, dass Loud ohnehin fast der Plan gewesen sei.

Vor anspruchsvollen Einsätzen lohnt es sich außerdem, Builds und Ausrüstung kurz aufeinander abzustimmen. Medizintaschen, Munition, Sentry Guns und andere Deployables können unterschiedliche Aufgaben abdecken. Das Skill- und Perk-System erlaubt spezialisierte Builds für Versorgung, Crowd Control, Technik, Standfestigkeit oder hohe Schadensleistung.

Payday 2 schreibt dabei keine starren Klassen vor. Gerade deshalb funktioniert eine abgestimmte Crew besser als vier starke Einzelbuilds, die zufällig nebeneinander denselben Auftrag spielen.

Technik und Performance auf der LAN

Hardware-Anforderungen und Performance

Die Hardwareanforderungen von Payday 2 sind für heutige LAN-Rechner niedrig. CPU-, RAM- und Grafikanforderungen stellen selbst für viele ältere Systeme kein ernsthaftes Hindernis mehr dar.

Praktisch interessanter sind der benötigte Speicherplatz und die Vorbereitung der Clients. Mit rund 83 GB Installationsgröße ist Payday 2 kein Spiel, das man idealerweise erst auf der Veranstaltung spontan auf mehrere Rechner verteilt.

Wer beim Start des Abends sagt, er müsse es „nur noch kurz installieren“, hat damit immerhin bereits eine recht genaue Vorstellung davon geliefert, womit sich der nächste Teil des Abends beschäftigen wird.

Für eine Vierer-Crew sind identische Versionen, funktionierende Online-Dienste und ein zuverlässiger Host mindestens ebenso wichtig wie die reine Rechenleistung.

Der Host und Netzwerkstabilität

Payday 2 nutzt im Koop einen Spieler als Host. Dadurch hängt die Sitzung stärker von dessen Verbindung und Systemstabilität ab als bei einem Spiel mit separatem Dedicated Server.

Für eine LAN sollte deshalb der zuverlässigste Rechner beziehungsweise die stabilste verfügbare Internetanbindung diese Aufgabe übernehmen. Gerade bei einer eingespielten Vierergruppe lohnt es sich, den Host nicht nach jedem Einsatz spontan zu wechseln.

Der Unterschied wirkt zunächst unspektakulär, wird bei einem längeren Heist aber schnell relevant. Eine Crew kann mit schlechten Builds improvisieren, einen misslungenen Stealth-Start noch in Loud retten und selbst knappe Ressourcen irgendwie verwalten. Einen instabilen Host kann sie deutlich schlechter wegspielen.

Grafik und Sound

Grafisch ist Payday 2 sichtbar gealtert, bleibt aber gut lesbar und atmosphärisch. Beleuchtung, Masken, Waffen und die markanten Schauplätze geben den unterschiedlichen Heists weiterhin eine klare Identität.

Die Grafikoptionen werden lokal angepasst, sodass schwächere Rechner ihre Details reduzieren können, ohne dass die Einstellungen der übrigen Crew davon betroffen sind.

Noch wichtiger ist der Sound. Funksprüche, Polizeiansagen, Waffen und der dynamische Soundtrack tragen wesentlich dazu bei, dass eine Eskalation unmittelbar spürbar wird. Gerade der Wechsel von Stealth zu Loud besitzt dadurch eine akustische Wucht, die auf einer LAN besonders gut funktioniert.

Bei mehreren parallelen Crews sind Headsets trotzdem sinnvoll. Vier Spieler, Polizeifunk und ein Assault Track erzeugen bereits ausreichend Geräuschkulisse; bei mehreren Gruppen gleichzeitig wird aus der Raumakustik sonst schnell ein eigener Schwierigkeitsgrad.

Gameplay auf der LAN

Eine Koop-Sitzung umfasst bis zu vier menschliche Spieler. Genau diese Begrenzung ist gleichzeitig eine Stärke und eine klare Schwäche.

Vier Spieler ergeben eine überschaubare Crew, in der jede Person eine erkennbare Aufgabe übernehmen kann und Kommunikation direkt funktioniert. Größere LAN-Gruppen müssen dagegen mehrere Crews bilden oder rotierend spielen.

Payday 2 eignet sich deshalb weniger als zentraler Titel für zwanzig gleichzeitig spielende Teilnehmer. Für eine feste kleine Gruppe funktioniert die Struktur dagegen ausgezeichnet.

Spielmodi und Vorgehensweisen

Crime.Net bildet den Ausgangspunkt für die Heists. Die Auswahl reicht von Bank- und Juwelenraub über Transporte und Labore bis hin zu komplexeren Einsätzen. Missionen unterscheiden sich dabei nicht nur in der Kulisse, sondern auch in Länge, Zielsetzung und möglicher Vorgehensweise.

Viele Heists erlauben Stealth, Loud oder einen fließenden Übergang zwischen beiden. Dadurch kann dieselbe Gruppe innerhalb eines Abends sehr unterschiedliche Formen von Teamplay erleben.

Im Stealth ist Kommunikation meist präventiv. Die Crew teilt Informationen, bevor etwas passiert: Wo läuft die nächste Wache? Wer kümmert sich um den Pager? Welche Kamera muss zuerst ausgeschaltet werden?

Im Loud-Spiel kommuniziert die Gruppe unter Druck. Munition wird knapp, ein Spieler muss wiederbelebt werden und gleichzeitig läuft das Missionsziel weiter.

Payday 2 kann dadurch innerhalb derselben Mission von einem beinahe puzzleartigen Koop-Spiel in einen hektischen Shooter wechseln. Gerade auf einer LAN wird dieser Kontrast besonders deutlich, weil der gesamte Tisch die Eskalation gemeinsam erlebt.

Spielerzahl und Gruppenflexibilität

Payday 2 kann bis zu vier menschliche Spieler gleichzeitig in einer Crew aufnehmen. Für eine LAN ist das eine niedrige Kapazität, auch wenn die Vierergruppe hervorragend zum eigentlichen Spieldesign passt.

Diese beiden Dinge sollten getrennt betrachtet werden.

Vier Spieler sind spielerisch beinahe ideal, weil Aufgaben verteilt werden können und trotzdem jeder unmittelbar an der gemeinsamen Mission beteiligt bleibt. Die maximale Zahl bleibt aber vier.

Bei der Gruppenflexibilität sieht es etwas besser aus. Payday 2 benötigt weder zwei gleich große Teams noch eine exakt besetzte Klassenstruktur. Eine Dreiergruppe kann sinnvoll gemeinsam spielen, und auch mit zwei Teilnehmern bleibt das Grundprinzip erhalten. Die Mission wird dadurch anspruchsvoller und Rollen müssen stärker zusammengefasst werden, aber das Format bricht nicht.

Mit dem fünften Spieler endet diese Flexibilität allerdings abrupt.

Er kann nicht einfach zusätzlich in dieselbe Crew aufgenommen werden. Eine größere LAN-Gruppe muss eine zweite Lobby bilden oder Teilnehmer rotieren lassen.

Das unterscheidet Payday 2 deutlich von einem Spiel wie League of Legends, bei dem bereits eine fehlende Person das eigentliche Standardformat beschädigt. Innerhalb seiner kleinen Kapazität ist Payday 2 durchaus tolerant gegenüber unterschiedlichen Gruppengrößen.

Die Kapazität selbst bleibt nur eben sehr klein.

Balancing und Umgang mit Skillunterschieden

Payday 2 kommt mit unterschiedlichen Erfahrungsständen ausgesprochen gut zurecht.

Veteranen kennen Missionsabläufe, bessere Laufwege, sinnvolle Builds und die kleinen Regeln, die darüber entscheiden können, ob ein Stealth-Run ruhig bleibt oder innerhalb weniger Sekunden die gesamte Polizei der Stadt davon erfährt.

Neue Spieler besitzen dieses Wissen zunächst nicht.

In einem direkten Wettbewerb wäre das problematisch. Payday 2 ist jedoch kooperativ, sodass der Erfahrungsvorsprung nicht automatisch gegen den Anfänger arbeitet.

Ein Veteran kann schwierige Aufgaben übernehmen, Ressourcen koordinieren, auf gefährliche Situationen hinweisen oder dafür sorgen, dass ein Fehler nicht sofort den gesamten Run beendet. Die sieben Schwierigkeitsgrade erlauben außerdem, die Herausforderung so zu wählen, dass ein gemischtes Team nicht permanent an der Belastungsgrenze spielt.

Auch die Builds helfen. Ein weniger erfahrener Spieler muss nicht sämtliche Systeme perfekt beherrschen, um mit Medizintaschen, Munition oder einem robusteren Setup einen sinnvollen Beitrag zu leisten.

Das macht Payday 2 zu einem der stärkeren Titel für gemischte Skill-Level.

Perfekt ist der Ausgleich trotzdem nicht. In anspruchsvollen Stealth-Missionen kann ein einzelner Fehler den gesamten Plan verändern, und ein Veteran kennt Situationen, die ein Anfänger noch gar nicht als Gefahr erkennt.

Der unerfahrene Spieler bleibt unerfahren.

Der entscheidende Unterschied ist, dass die Crew daraus ein gemeinsames Problem machen kann.

Erfahrung und Atmosphäre auf der LAN

Kommunikation und Teamwork

Kommunikation ist der Kern von Payday 2. Während eines Stealth-Runs müssen Wachen, Kameras, Pager und Laufwege abgestimmt werden. Sobald die Mission laut wird, verändert sich der Inhalt der Calls: Nun geht es um Missionsziele, Munition, Heilung, Wiederbelebungen und Positionen.

Auf einer LAN funktioniert das besonders unmittelbar. Ein kurzer Zuruf ersetzt lange Voice-Kommunikation und die Reaktion der Gruppe kommt ohne Umweg.

Dabei muss nicht jeder permanent reden. Eine gut eingespielte Crew entwickelt relativ schnell eine gemeinsame Sprache und weiß, welche Information tatsächlich relevant ist. „Wache rechts“, „Pager“, „Ammo hinten“ oder „ich hole ihn“ kann vollkommen ausreichen.

Probleme entstehen eher dann, wenn diese Kommunikation ausbleibt. Die Frage „Hat noch jemand Munition?“ bekommt schließlich eine deutlich andere Qualität, wenn drei Sekunden lang niemand antwortet.

Das Teamplay ergibt sich zusätzlich aus den unterschiedlichen Builds. Ein Spieler kann Technik und Deployables priorisieren, während ein anderer stärker auf Versorgung, Kontrolle oder Schaden setzt. Dadurch entstehen Rollen, ohne dass Payday 2 die Gruppe in ein starres Klassensystem presst.

Für wiederkehrende LANs ist genau das ein wichtiger Langzeitfaktor. Derselbe Heist kann mit einer ganz anderen Crew-Struktur plötzlich deutlich anders funktionieren.

Spielfluss und Dynamik

Payday 2 erzeugt seine stärksten Momente aus dem Gegensatz zwischen Plan und Kontrollverlust.

Eine Crew kann minutenlang perfekt leise spielen, alle Laufwege beobachten und jede Aktion abstimmen. Dann reicht ein Fehler, damit die gesamte Situation kippt. Der Alarm läuft, Polizeiwellen setzen ein und plötzlich muss die Gruppe gleichzeitig ein Missionsziel erledigen, Ressourcen verwalten und darauf achten, dass niemand zurückbleibt.

Im selben Raum entsteht daraus sofortige Dynamik. Die Spieler reagieren gemeinsam auf dieselbe Eskalation, improvisieren neue Pläne und finden häufig erstaunlich schnell jemanden, der erklärt, Loud sei ohnehin eingeplant gewesen.

Auch die Missionsdauer bleibt variabel. Heist, Schwierigkeitsgrad, Vorgehensweise und Erfahrung beeinflussen die tatsächliche Länge deutlich.

Für einen engen Zeitplan ist das entsprechend weniger bequem. „Nur noch ein schneller Heist“ sollte besser nicht als fester Programmpunkt unmittelbar vor dem nächsten Turnier verstanden werden.

Spaßfaktor

Die große Missionsvielfalt trägt Payday 2 über viele Stunden. Banken, Kunstraub, Transporte, Labore und andere Szenarien verlangen unterschiedliche Vorgehensweisen und verhindern, dass jeder Einsatz lediglich dieselbe Schießerei in einer anderen Kulisse ist.

Stealth-Heists erzeugen Spannung über Beobachtung und präzise Zusammenarbeit. Es ist ausgesprochen befriedigend, wenn eine Crew einen komplizierten Plan sauber durchzieht und am Ende niemand überhaupt bemerkt hat, dass etwas passiert ist.

Loud-Heists funktionieren völlig anders. Polizeiwellen, Spezialgegner und gleichzeitig laufende Missionsziele erhöhen den Druck und zwingen die Gruppe zu schnellen Entscheidungen.

Auf einer LAN werden beide Varianten kollektiv erlebt. Der perfekte Stealth-Run ist ein gemeinsamer Erfolg, genauso wie jene Mission, die eigentlich bereits verloren wirkte und dennoch irgendwie mit vier angeschlagenen Spielern am Fluchtpunkt endet.

Interessanterweise bleiben häufig gerade die kaputten Runs länger im Gedächtnis. Ein perfekt ausgeführter Plan ist befriedigend. Ein vollständig zusammengebrochener Plan, der durch Improvisation trotzdem noch funktioniert, ist meistens die bessere Geschichte.

Zusätzliche Features für die LAN

Mods

Payday 2 besitzt eine große Modding-Szene. Frameworks wie SuperBLT ermöglichen Erweiterungen, die von Interface-Anpassungen bis zu deutlich tiefergehenden Gameplay-Veränderungen reichen.

Für erfahrene Gruppen kann das den Wiederspielwert erheblich erhöhen. Neue Komfortfunktionen oder veränderte Mechaniken können einen bekannten Heist anders spielen lassen und damit zusätzliche Abwechslung schaffen.

Der Organisationsaufwand steigt allerdings sofort mit.

Mods sollten deshalb bereits vor der Veranstaltung abgestimmt und getestet werden. Nicht jede Modifikation muss zwingend bei allen Teilnehmern identisch sein, gameplayrelevante oder voneinander abhängige Erweiterungen können jedoch Kompatibilitätsprobleme verursachen.

Für eine feste Crew ist ein gemeinsames getestetes Paket die sauberste Lösung.

Die klassische LAN-Fehlersuche nach dem Motto „Bei mir funktioniert es“ besitzt schließlich bereits genügend andere Spiele als natürliche Heimat.

Turnier-Modi und LAN-Events

Payday 2 besitzt keinen integrierten Turniermodus und keine klassische PvP-Wettbewerbsstruktur. Das Spiel ist auf kooperatives PvE ausgelegt; Ranglisten- oder Bracket-Verwaltung für gegeneinander antretende Crews gehört nicht zum Kernsystem.

Wer mehrere Gruppen trotzdem vergleichen möchte, muss deshalb ein eigenes Format definieren. Denkbar sind beispielsweise ein identischer Heist, derselbe Schwierigkeitsgrad, feste oder begrenzte Builds sowie eine Wertung nach Abschluss, Zeit oder Beute.

Solche Community-Formate können auf einer LAN gut funktionieren, verlangen aber deutlich mehr Vorbereitung als ein Spiel, das Score und Matchstruktur bereits selbst liefert.

Bei einfachen Zeitvergleichen ist zusätzlich Vorsicht angebracht. Unterschiedliche Missionsverläufe, RNG und alternative Herangehensweisen können Resultate beeinflussen. Je ernster der Wettbewerb werden soll, desto genauer müssen die Bedingungen vorher feststehen.

Payday 2 bleibt auch dann im Kern ein Koop-Spiel. Der Wettbewerb entsteht erst dadurch, dass mehrere Crews unter vergleichbaren Bedingungen dieselbe Aufgabe angehen.

Tastensport hat hierfür eigene Konfigurationsmöglichkeiten für verschiedene Turnierformate entwickelt; diese Expertise steht exklusiv Sponsoren zur Verfügung.

Für einen klassischen Hauptwettbewerb ist Payday 2 damit nur bedingt geeignet. Als Side-Event zwischen mehreren Crews kann das Konzept dagegen überraschend gut funktionieren – insbesondere dann, wenn nach dem letzten Lauf nicht nur die Zeit verglichen wird, sondern auch darüber diskutiert werden darf, ob ein perfekter Stealth-Heist wirklich höher einzuschätzen ist als ein vollständiges Desaster, das fünf Sekunden vor Schluss irgendwie doch noch erfolgreich endet.

Payday 2 ist damit ein ausgesprochen gutes LAN-Spiel für die richtige Größe.

Vier Leute passen hervorragend in eine Crew, unterschiedliche Erfahrungsstände lassen sich erstaunlich gut integrieren und die Mischung aus Planung und Improvisation produziert zuverlässig gemeinsame Geschichten.

Der fünfte Spieler braucht allerdings eine zweite Lobby.

Und vermutlich drei weitere Komplizen.

Besten Dank!

Autor: MooKo

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