Need for Speed: Most Wanted auf der LAN: Verlieren, Revanche, nächstes Rennen
LAN-Übersicht
Version 1.0 am 11.03.2025
Version 2.0 am 19.08.2026
| Spielname | Need for Speed: Most Wanted |
|---|---|
| Tastensport-Empfehlung | Starker Racing-Slot für kleine Gruppen; als alleiniger Haupttitel einer großen LAN zu begrenzt. |
| Kurzfazit | Sehr direkter Arcade-Racer mit kurzen, lauten Duellen. Die geringe Vierer-Kapazität und große fahrerische Skillunterschiede begrenzen die Skalierung, innerhalb dieser vier Plätze ist Most Wanted dafür ausgesprochen flexibel. |
| Geeignete Spielerzahl | Bis zu 4 Spieler gleichzeitig im Rennen |
| Empfohlene Gruppengröße | 2–4 Spieler; innerhalb der Vierergrenze funktionieren unterschiedliche Gruppengrößen ohne feste Teams oder Rollen |
| Spielzeit | Kurze Einzelrennen; hervorragend für wiederkehrende Racing-Slots und schnelle Revanchen |
| LAN-Aufwand | Mittel: echter LAN-Modus und geringe Hardwarelast, aber alte PC-Version, identischer Installations- und Patchstand sowie Kompatibilität sollten vorab getestet werden |
| Internetanforderungen | Lokaler LAN-Modus vorhanden; für den beschriebenen lokalen Spielbetrieb wird keine dauerhafte Internetverbindung vorausgesetzt |
| Wettbewerbseignung | Gut für selbst organisierte kurze Rennen; klare Ergebnisse und mehrere Rennmodi, aber keine integrierte Turnierverwaltung |
| Wiederspielwert | Gut als wiederkehrender kurzer Programmpunkt; lebt von Rivalität, Streckenkenntnis und Revanchen |
| Tastenresultat | 6,83 von 10 Tasten |
| Zielgruppe | LAN-Spieler und Veranstalter, die einen unkomplizierten Arcade-Racer für kleine Gruppen suchen |
Tastenresultat
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Spielerfahrung: 6,00 von 10 Tasten
- Umgang mit Skillunterschieden: 4 von 10
- Teamplay: 2 von 10
- Lernkurve: 9 von 10
- Spaßfaktor: 9 von 10
Voraussetzungen und Funktionsfähigkeit: 7,75 von 10 Tasten
- Technische Anforderung: 10 von 10
- LAN-Setup: 7 von 10
- Performance: 8 von 10
- Preis: 6 von 10
Wettbewerbstauglichkeit: 6,75 von 10 Tasten
- Turniermodus: 4 von 10
- Spielerzahl: 3 von 10
- Gruppenflexibilität: 10 von 10
- Zeit: 10 von 10
Gesamtwertung: 6,83 von 10 Tasten
Fazit: Need for Speed: Most Wanted ist auf einer LAN ein sehr direkter Arcade-Racer für kurze, laute Duelle. Die Rennen sind schnell gestartet, leicht verstanden und kompakt genug, dass nach einer Niederlage ohne große Pause die Revanche folgen kann. Genau darin liegt seine Stärke: Wenige Minuten reichen aus, damit aus einem beiläufigen Rennen eine ziemlich persönliche Angelegenheit wird. Die Beschränkung auf maximal vier Fahrer setzt größeren Veranstaltungen allerdings früh eine Grenze. Innerhalb dieser kleinen Kapazität ist Most Wanted dafür maximal unkompliziert, denn zwei, drei oder vier Fahrer funktionieren gleichermaßen, ohne dass feste Teams oder bestimmte Gruppengrößen notwendig wären. Schwieriger sind unterschiedliche Leistungsniveaus. Performance Matching kann die Fahrzeuge angleichen, nimmt einem erfahrenen Fahrer aber weder Streckenkenntnis noch Bremspunkte und Nitro-Timing. Als alleiniger Haupttitel für einen kompletten LAN-Abend ist Most Wanted deshalb zu schmal, als wiederkehrender Racing-Slot zwischen größeren Programmpunkten dagegen ausgesprochen stark. Und wenn nach Kurve eins drei Fahrer unabhängig voneinander überzeugt sind, vom vierten abgedrängt worden zu sein, funktioniert die lokale Multiplayer-Dynamik offensichtlich wie vorgesehen.
Spielbeschreibung
Need for Speed: Most Wanted erschien 2005 für PC und zahlreiche Konsolen; Publisher ist Electronic Arts. Im Zentrum der Einzelspieler-Kampagne stehen Rockport, die Blacklist und die charakteristischen Polizeiverfolgungen.
Der PC-Multiplayer ist deutlich reduzierter. Bis zu vier Spieler treten direkt gegeneinander an, wobei Rundkurs, Sprint, Runden-K.-o. und Speedtrap zu den dokumentierten Rennmodi gehören.
Für eine LAN ist besonders wichtig, die Multiplayer-Fassung nicht mit der Einzelspieler-Erinnerung an Most Wanted zu vermischen. Die spektakulären Polizeiverfolgungen, die das Spiel für viele bis heute definieren, sind kein regulärer Bestandteil dieser Multiplayer-Rennen.
Wer also erwartet, gemeinsam mit drei Freunden vor Cross und der Polizei von Rockport zu fliehen, plant mit einer Funktion, die der Standard-Multiplayer nicht bietet. Wer dagegen einen unkomplizierten Arcade-Racer mit Nitro, Abkürzungen, direktem Fahrzeugkontakt und einem klaren Zieleinlauf sucht, bekommt genau das.
Gerade diese Reduktion funktioniert auf einer LAN erstaunlich gut. Most Wanted braucht keine lange Einweisung, keine Charakterklassen und keinen strategischen Vorlauf. Nach wenigen Sekunden befinden sich die Fahrer auf derselben Strecke, und spätestens beim ersten etwas optimistischen Überholversuch ist vollkommen klar, wie ernst die Runde genommen wird.
Multiplayer-Setup im LAN-Modus
Grundsätzliche LAN-Voraussetzungen
Auf allen PCs sollte dieselbe Spielversion mit demselben Patchstand installiert sein. Für die Veranstaltung empfiehlt sich ein klassisches kabelgebundenes lokales Netzwerk. Starre IP-Adressen in einem bestimmten privaten Adressbereich sind keine grundsätzliche Voraussetzung; wichtig ist vielmehr, dass die Rechner im lokalen Netz miteinander kommunizieren können und Firewall-Regeln den Spielverkehr nicht blockieren.
Bei einem Titel aus dem Jahr 2005 sollte dieses Setup mit genau den später verwendeten Installationen getestet werden. Die technische Herausforderung liegt heute weniger darin, ob ein Rechner genügend Leistung besitzt, sondern eher darin, wie sich ein altes Windows-Spiel mit aktuellen Betriebssystemen, modernen Displays und unterschiedlichen Installationsständen verträgt.
Ein erfolgreiches Hauptmenü ist deshalb noch kein vollständiger LAN-Test. Sinnvoller ist eine echte Viererpartie vom Lobbybeitritt bis zur Rückkehr nach dem Rennen.
Kompatibilität unterschiedlicher Betriebssysteme und Clientauswahl
Die PC-Fassung wurde offiziell für Windows veröffentlicht. Native Fassungen für macOS oder Linux gehören nicht zum ursprünglichen PC-LAN-Setup.
Kompatibilitätsschichten wie Wine oder Proton können grundsätzlich Möglichkeiten eröffnen, sind aber keine offiziell dokumentierte LAN-Konfiguration für Most Wanted. Für eine Veranstaltung ist deshalb eine einheitliche Windows-Installation die konservativste und planbarste Variante.
Wichtig ist zudem die Verwechslungsgefahr mit Need for Speed: Most Wanted von 2012. Aktuelle EA- oder Steam-Seiten mit diesem Namen beziehen sich auf den späteren Titel und dürfen hinsichtlich Systemanforderungen oder Multiplayer-Funktionen nicht einfach auf die 2005er-Fassung übertragen werden.
Bei wenigen Spielen ist der Satz „Ich habe Most Wanted schon installiert“ deshalb technisch weniger eindeutig, als er zunächst klingt.
Das Game-Setup
Die PC-Version besitzt einen LAN-Bereich, über den lokale Multiplayer-Sitzungen erstellt und gefunden werden können. Der Host legt die Rennkonfiguration fest, anschließend treten die Teilnehmer in den verfügbaren Multiplayer-Modi gegeneinander an.
Für die Veranstaltung lohnt sich ein festgelegter Host-PC, der bereits im Vorfeld erfolgreich getestet wurde. Dabei sollte nicht nur geprüft werden, ob andere Rechner die Sitzung sehen, sondern ob ein vollständiger Durchlauf funktioniert: Lobbybeitritt, Rennstart, Rennen, Ergebnis und Rückkehr in die nächste Runde.
Bei der Rennplanung empfiehlt es sich außerdem, auf den sauber dokumentierten LAN-Funktionen aufzubauen und keine zusätzlichen KI-, Klassen- oder Lobbyoptionen vorauszusetzen, die für diese Fassung nicht verlässlich belegt sind.
Most Wanted braucht für seinen LAN-Reiz ohnehin keine komplizierte Konfiguration. Ein paar festgelegte Strecken, ein klares Fahrzeugregelwerk und vier Leute mit unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie viel Platz man beim Überholen eigentlich lassen sollte, reichen vollkommen.
Technik und Performance im LAN-Modus
Hardware-Anforderungen und Performance
Most Wanted stammt aus dem Jahr 2005 und stellt aus heutiger Sicht sehr geringe Anforderungen an die Rechenleistung. Moderne PCs liegen weit über der Hardwareklasse, für die das Spiel ursprünglich entwickelt wurde.
Damit verlagert sich das technische Risiko deutlich. CPU, Arbeitsspeicher und GPU sind selten das Problem; interessanter werden Startverhalten, moderne Auflösungen, Firewall-Regeln und mögliche Unterschiede zwischen verschiedenen Installationen.
Wer mehrere Rechner vorbereitet, sollte deshalb nicht nur kontrollieren, ob Most Wanted grundsätzlich startet. Entscheidend ist die tatsächliche Multiplayer-Funktion unter den Bedingungen der Veranstaltung.
Das ist einer dieser Fälle, in denen ein sehr schneller moderner Rechner technisch alles können sollte und trotzdem erst noch davon überzeugt werden muss, dass ein Rennspiel aus dem Jahr 2005 dieselbe Meinung hat.
Der Host und Netzwerkstabilität
Most Wanted benötigt für den lokalen Mehrspielerbetrieb keinen separaten Dedicated Server als typisches Veranstaltersystem. Ein Rechner erstellt die Sitzung, die übrigen Teilnehmer verbinden sich lokal.
Gigabit-Ethernet ist für ein Spiel dieses Alters keine nachgewiesene Voraussetzung. Kabel statt WLAN bleibt dennoch sinnvoll, weil ein reproduzierbarer Aufbau und möglichst wenige zusätzliche Fehlerquellen auf einer LAN immer von Vorteil sind.
Der vorgesehene Host sollte zuverlässig laufen und mit der tatsächlich verwendeten Installation getestet sein. Mehr technische Infrastruktur benötigt Most Wanted nicht.
Das ist für einen Titel aus dieser Ära fast schon angenehm altmodisch: Der Menüpunkt heißt LAN, und tatsächlich befindet sich dahinter ein lokales Multiplayer-Spiel.
Grafik und Sound
Most Wanted trägt seinen Jahrgang sichtbar, besitzt aber bis heute eine unverwechselbare Bildsprache. Gelblich-grüne Farbgebung, harte Kontraste, Industrieflächen und ein stark inszeniertes Geschwindigkeitsgefühl sorgen dafür, dass selbst ein kurzer Blick auf einen Monitor sofort nach Rockport aussieht.
Fahrzeugmodelle, Motion Blur, Funken, Staub und zerstörbare Streckenobjekte verstärken dieses Gefühl. Technisch ist das längst nicht mehr modern, stilistisch funktioniert es weiterhin.
Akustisch tragen Motoren, Reifen, Kollisionen und der markante Rock- und Hip-Hop-Soundtrack viel zur Identität bei. Auf einer LAN kommt noch eine weitere Ebene hinzu, denn ein misslungener Überholversuch oder ein knapper Zieleinlauf benötigt normalerweise keinen eingebauten Kommentator. Die Fahrer übernehmen das im Raum selbst.
Grafik- und Soundeinstellungen werden lokal auf den einzelnen Rechnern vorgenommen. Ein identisches Detailniveau ist daher weniger wichtig als ein sauberer Funktionstest auf allen eingesetzten Systemen.
Gameplay im LAN-Modus
Im Multiplayer können bis zu vier Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten. Diese Grenze prägt die LAN-Eignung stärker als fast jede andere Eigenschaft des Spiels.
Für eine kleine Gruppe passt das hervorragend. Bei acht Teilnehmern sind bereits mindestens zwei Läufe nötig, bei zwölf entsprechend drei. Sobald ein größeres Turnier geplant wird, entstehen dadurch zwangsläufig Wartezeiten und zusätzliche organisatorische Arbeit.
Innerhalb seiner vier Startplätze ist Most Wanted dafür ausgesprochen direkt. Niemand muss eine Rolle auswählen oder eine Strategie vorbereiten; das Feld steht am Start, das Rennen beginnt und wenige Sekunden später liegen genügend Informationen darüber vor, wer an diesem Abend ungefähr auf welchem Niveau fährt.
Spielmodi
Rundkurs liefert die klassische Variante über mehrere Runden, während Sprint von einem Startpunkt zu einem Ziel führt. Beim Runden-K.-o. scheidet jeweils der letzte Fahrer aus, bis nur noch ein Sieger übrig bleibt. Speedtrap verbindet das eigentliche Rennen mit Geschwindigkeitsmessungen an festgelegten Punkten und schafft damit eine zusätzliche Leistungsebene.
Für eine LAN ergänzen sich diese Modi gut. Sprint und Rundkurs funktionieren ohne große Erklärung, K.-o. erhöht den Druck und Speedtrap verändert die Frage, was eigentlich eine gute Fahrt ausmacht.
Die Auswahl ist dennoch überschaubar. Most Wanted lebt im Multiplayer weniger davon, ständig neue Regelvarianten auszuprobieren, sondern vielmehr von Wiederholung und Rivalität.
Dieselbe Strecke noch einmal zu fahren, weil die letzte Niederlage angeblich nur an einer einzigen Kurve lag, gehört praktisch zum Spielrhythmus. Dass diese eine Kurve beim nächsten Versuch erneut eine Rolle spielt, ist dann immerhin wissenschaftlich interessant.
Spielerzahl und Gruppenflexibilität
Need for Speed: Most Wanted unterstützt maximal vier menschliche Fahrer gleichzeitig. Für eine LAN ist das eine niedrige Kapazität und entsprechend ein klarer Nachteil. Eine Vierergruppe mag hervorragend zum Spiel passen, aber der fünfte Teilnehmer kann nicht zusätzlich in dasselbe Rennen integriert werden.
Davon getrennt ist die Frage, wie flexibel das Spiel innerhalb dieser vier Plätze mit unterschiedlichen Gruppengrößen umgeht.
Und hier ist Most Wanted ausgesprochen stark.
Das Spiel benötigt weder feste Teams noch Rollen oder eine gerade Teilnehmerzahl. Zwei Fahrer können ein direktes Duell austragen, drei bilden ein ebenso funktionierendes Feld und mit vier Teilnehmern ist die Lobby vollständig. Das grundlegende Rennformat muss dafür nicht verändert werden.
Eine Dreiergruppe ist also kein unvollständiges Viererrennen. Sie ist schlicht ein Rennen mit drei Fahrern.
Genau deshalb stehen die 3 von 10 bei Spielerzahl und die 10 von 10 bei Gruppenflexibilität nicht im Widerspruch. Die erste Note bewertet, wie viele Menschen überhaupt gemeinsam fahren können. Die zweite bewertet, wie tolerant das Spiel innerhalb dieser Grenze gegenüber der tatsächlichen Teilnehmerzahl ist.
Most Wanted kann nur wenige Menschen gleichzeitig aufnehmen.
Wie viele seiner vier Startplätze tatsächlich besetzt sind, ist ihm dafür erfreulich egal.
Balancing und Umgang mit Skillunterschieden
Fahrzeugwahl und individueller Fortschritt können die Ausgangslage beeinflussen. Der Multiplayer bietet dafür eine Performance-Matching-Funktion, mit der Fahrzeuge für ein Rennen leistungsmäßig aneinander angenähert werden können.
Das ist für eine LAN hilfreich, beseitigt den eigentlichen Skillgap aber nicht.
Wer Bremspunkte, Streckenverlauf, Abkürzungen und Nitro-Einsatz kennt, bleibt im Vorteil. Ein erfahrener Fahrer weiß nicht nur, wo er bremsen muss, sondern auch, an welchen Stellen sich ein kleiner Fehler noch retten lässt und wo eine aggressive Linie tatsächlich Zeit bringt.
Performance Matching kann Autos angleichen. Es kann dem Kollegen, der Rockport seit 2005 praktisch als Zweitwohnsitz behandelt, seine Streckenkenntnis allerdings nicht abnehmen.
Für eine lockere Runde gehört das zum Reiz. Bei einem Turnier sollten Fahrzeugwahl, freigeschaltete Inhalte und zulässige Einstellungen dagegen vorher feststehen.
Gerade bei nur vier Fahrern ist ein Leistungsunterschied sofort sichtbar. Es gibt kein großes Mittelfeld, in dem sich unterschiedliche Skillstufen verteilen können. Dazu kommt, dass die regulären Multiplayer-Modi individuelle Wettbewerbe sind. Ein erfahrener Fahrer kann also nicht über eine Teamstruktur gezielt mit einem Anfänger zusammengespannt werden, um dessen Nachteile aufzufangen.
Most Wanted kann damit einen Teil der materiellen Ausgangslage ausgleichen, aber nur wenig am eigentlichen fahrerischen Können verändern. Genau deshalb bleibt der Umgang mit Skillunterschieden eine klare Schwäche.
Erfahrung und Atmosphäre im LAN-Modus
Kommunikation und Teamwork
Most Wanted ist im Kern kein Teamspiel. Sprint, Rundkurs, K.-o. und Speedtrap bestimmen individuelle Sieger, entsprechend niedrig fällt die Teamplay-Wertung aus.
Kommunikation gibt es auf einer LAN trotzdem reichlich. Sie ist nur selten taktischer Natur.
Das beginnt mit Kommentaren zu einem Überholmanöver, geht über Schadenfreude nach einem Fahrfehler und endet bei der Frage, ob ein Zusammenstoß nun Rennunfall, Absicht oder ein völlig vermeidbares Ergebnis mangelnder räumlicher Großzügigkeit war.
Gerade im selben Raum funktioniert dieser direkte Wettbewerb hervorragend. Ein Fehler verschwindet nicht anonym im Matchmaking; der Fahrer, der davon profitiert hat, sitzt wenige Meter entfernt.
Eigene Hausregeln oder inoffizielle Allianzen kann eine Gruppe natürlich jederzeit erfinden. Reguläre Teamrennen oder gemeinsame Polizeiverfolgungen gehören allerdings nicht zum Standard-Multiplayer und sollten deshalb auch nicht in die Bewertung hineininterpretiert werden.
Spielfluss und Dynamik
Die größte LAN-Stärke von Most Wanted ist das Tempo. Rennen sind schnell verstanden, Fehler sofort sichtbar und eine Revanche lässt sich ohne langen strategischen Vorlauf starten.
Dadurch eignet sich der Titel besonders gut als wiederkehrender Programmpunkt. Die Gruppe fährt einige Rennen, wechselt später zu einem anderen Spiel und kann am selben Abend ohne große Wiedereingewöhnung wieder nach Rockport zurückkehren.
Streckenkenntnis und Fahrkönnen bleiben dabei entscheidend. Ein erfahrener Fahrer kann eine unerfahrene Gruppe deutlich dominieren, und bei nur vier Startplätzen fällt dieses Leistungsgefälle sofort auf.
Konkrete Rennzeiten hängen von Strecke, Modus und Einstellungen ab. Für die LAN-Einordnung ist vor allem die grundsätzliche Struktur wichtig: Most Wanted besteht aus kompakten Einzelrennen und nicht aus langen Matches, die zunächst eine halbe Stunde Anlauf benötigen.
Genau deshalb funktioniert auch die Revanche so gut. Die Erklärung, warum der letzte Unfall „ganz klar Netcode“ gewesen sein soll, kann gelegentlich mehr Zeit beanspruchen als der nächste Versuch, ihn zu widerlegen.
Spaßfaktor
Hier spielt Most Wanted seine größte Stärke aus. Wenige Fahrer stehen am Start, kurz darauf hat jemand zu spät gebremst, eine Abkürzung verpasst oder beim Überholen deutlich mehr Optimismus als freien Asphalt gehabt.
Das Spiel produziert solche kleinen Geschichten in hoher Frequenz. Genau das passt hervorragend zu einer LAN, weil niemand zwanzig Minuten Regeln erklären oder erst einen Charakter aufbauen muss.
Die Einstiegshürde ist niedrig, die Unterschiede zwischen guten und schwächeren Fahrern werden allerdings schnell deutlich. Wer jede Strecke kennt und Abkürzungen sicher trifft, fährt nicht nur etwas besser, sondern kann Anfänger dauerhaft aus dem eigentlichen Zweikampf nehmen.
Performance Matching hilft zumindest bei der Fahrzeugleistung. Wechselnde Paarungen und bewusst vergleichbare Autos können zusätzlich dafür sorgen, dass die Rennen enger bleiben.
Most Wanted funktioniert am besten, wenn alle Fahrer eine realistische Chance haben, sich gegenseitig unter Druck zu setzen. Ein knappes Duell erzeugt Spannung. Ein Fahrer mit riesigem Vorsprung erzeugt hauptsächlich Gelegenheit für die übrigen, Rockport landschaftlich genauer kennenzulernen.
Zusätzliche Features im LAN-Modus
Mods
Die Modding-Szene hält die PC-Version technisch und optisch bis heute lebendig. Bekannte Werkzeuge und Patches wie Extra Options oder Widescreen Fix erweitern Konfigurationsmöglichkeiten beziehungsweise verbessern die Darstellung auf modernen Displays. Daneben existieren zahlreiche Fahrzeug- und Grafikmods.
Für eine heutige LAN kann das ausgesprochen nützlich sein. Gerade Widescreen- und Kompatibilitätslösungen helfen dabei, einen alten PC-Titel auf moderner Hardware angenehmer zu betreiben.
Je stärker allerdings Gameplay, Fahrzeuge oder Physik verändert werden, desto wichtiger wird ein gemeinsamer Installationsstand. Ein Wettbewerb sollte nicht erst im Nachhinein klären müssen, ob vier Teilnehmer tatsächlich dieselbe Vorstellung von „Vanilla“ hatten.
Für eine LAN ist daher ein vorbereitetes und getestetes Paket die beste Lösung. Kompatibilitätsverbesserungen sind sinnvoll, zusätzliche Änderungen sollten dagegen bewusst ausgewählt und auf allen Rechnern vereinheitlicht werden.
Der Anspruch lautet nicht, Most Wanted mit möglichst vielen Mods auszustatten. Der Anspruch lautet, dass alle Fahrer dasselbe Rennen fahren.
Turnier-Modi und LAN-Events
Most Wanted besitzt keine ausgebaute Turnierverwaltung für LAN-Veranstalter. Automatische Brackets, umfassende Eventverwaltung oder eine zentrale Ergebnisorganisation gehören nicht zum Standardumfang.
Die einzelnen Rennen eignen sich trotzdem gut für einen kleinen Wettbewerb. Klare Platzierungen, kurze Laufzeiten und mehrere Rennmodi lassen sich problemlos in Gruppenphasen, K.-o.-Runden oder ein Punktesystem übertragen.
Die Struktur muss allerdings außerhalb des Spiels organisiert werden.
Bei vier Teilnehmern ist das unkompliziert. Mit acht oder zwölf Fahrern wächst die Zahl notwendiger Läufe, während immer nur vier Personen gleichzeitig antreten können. Genau dort wird die geringe Spielerzahl zum organisatorischen Nachteil.
Für Tastensport liegt der sinnvolle Ansatz deshalb in kurzen, klar definierten Racing-Slots mit festen Paarungen oder Gruppen, vorher ausgewählten Strecken, gemeinsamen Fahrzeugregeln und externer Punktewertung.
So bleibt Most Wanted bei dem, was es auf einer LAN besonders gut kann: schnell ins Rennen kommen, Rivalität erzeugen und danach genügend Anlass liefern, dieselbe Strecke sofort noch einmal zu fahren.
Tastensport verfügt über Erfahrung bei der Durchführung von Turnieren und der Verwaltung von Ergebnissen auf LAN-Events. Diese Expertise kann für eigene Veranstaltungsformate genutzt werden; sie ändert jedoch nichts daran, dass Most Wanted selbst nur wenige Turnierwerkzeuge mitbringt.
Need for Speed: Most Wanted ist damit kein großer LAN-Racer für einen ganzen Saal. Dafür ist die Vierergrenze schlicht zu eng. Innerhalb dieser Grenze ist das Spiel jedoch bemerkenswert unkompliziert, technisch genügsam und hervorragend darin, innerhalb weniger Minuten Rivalitäten zu erzeugen, die deutlich länger halten als das eigentliche Rennen.
Und wenn jemand danach unbedingt noch einmal dieselbe Strecke fahren möchte, lag es selbstverständlich nur an der letzten Kurve.
Besten Dank!
Autor: MooKo


