LAN-Game Review: Freelancer (inkl. Anleitung eines LAN-Servers)

LAN-Übersicht

Version 1.0 am 18.09.2024

Version 2.0 am 12.08.2026

Tastensport-EmpfehlungStark für lange, kooperative LAN-Sessions; nur bedingt als klassisches Turnierspiel geeignet.
KurzfazitEin technisch altes, aber außergewöhnlich freies LAN-Spiel, das mit vorbereitetem Server, gemeinsamer Zielsetzung und genügend Zeit starke Gruppengeschichten erzeugt.
Geeignete SpielerzahlMultiplayer technisch bis 128 Spieler.
Empfohlene GruppengrößeKleine bis mittlere Gruppen; große Gruppen benötigen zusätzliche Organisation.
SpielzeitEher mehrere Stunden bis hin zum LAN-Wochenende; kurze Missionen oder PvP-Duelle sind möglich.
LAN-AufwandMittel – alte Windows-Software, Server, Firewall sowie einheitliche Patches/Mods müssen vorbereitet und getestet werden.
InternetanforderungenFür den lokalen Spielbetrieb steht der lokale Server im Mittelpunkt; der historische globale Serverlistendienst ist abgeschaltet.
WettbewerbseignungEingeschränkt – PvP vorhanden, aber keine integrierte Turnierverwaltung; faire Events benötigen eigene Regeln.
WiederspielwertHoch durch offene Welt, unterschiedliche Ziele und umfangreiche Modding-Möglichkeiten.
Tastenresultat7 von 10 Tasten
ZielgruppeLAN-Gruppen mit Lust auf Kooperation, Erkundung, Handel, Progression und selbst gesetzte Ziele.

Tastenresultat

Wie wir die LAN-Tauglichkeit bewerten und was die einzelnen Tasten-Kriterien bedeuten, erfährst du in unserem Bewertungssystem für LAN-Game Reviews.

Spielerfahrung: 7,75 von 10 Tasten

  • Skillgaps: 7 von 10
  • Teamplay: 9 von 10
  • Lernkurve: 7 von 10
  • Spaßfaktor: 8 von 10

Voraussetzungen und Funktionsfähigkeit: 8,25 von 10 Tasten

  • Technische Anforderung: 10 von 10
  • LAN-Setup: 5 von 10
  • Performance: 8 von 10
  • Preis: 10 von 10

Wettbewerbstauglichkeit: 5 von 10 Tasten

  • Turniermodus: 2 von 10
  • Kompensation Skillgaps: 8 von 10
  • Spielerzahl: 9 von 10
  • Zeit: 1 von 10

Gesamtwertung: 7 von 10 Tasten

Fazit: Freelancer ist kein Spiel für die schnelle Turnierrunde, sondern für LANs, auf denen eine Gruppe gemeinsam in eine Welt eintauchen will. Handel, Erkundung, Missionen und PvP greifen ineinander und erzeugen genau die Geschichten, über die am nächsten Morgen noch gesprochen wird. Der technische Unterbau ist alt und verlangt Vorbereitung, doch ist der Server einmal sauber eingerichtet, bekommt die Gruppe ein ungewöhnlich freies Weltraumabenteuer mit starkem Teamplay und enormem Langzeitpotenzial.

Freelancer ist außerdem eines dieser Spiele, bei denen „Wir machen nur kurz eine Handelsroute“ erstaunlich zuverlässig in einer bewaffneten Auseinandersetzung drei Systeme weiter endet.

Spielbeschreibung

Freelancer erschien 2003 für Windows, entwickelt von Digital Anvil und veröffentlicht von Microsoft Game Studios. Es verbindet direkte Weltraum-Action mit Handel, Erkundung, Ausrüstung und einem dynamischen Fraktionssystem.

Im Multiplayer fällt die Einzelspielerrolle Edison Trent weg: Jeder baut seinen eigenen Piloten auf und bewegt sich in einer offenen Serverwelt. Für eine LAN ist das entscheidend, denn die Gruppe bekommt keinen starren Matchablauf, sondern einen gemeinsamen Spielraum, in dem Kooperation, Konkurrenz und eigene Ziele nebeneinander entstehen können.

Multiplayer-Setup im LAN-Modus

Grundsätzliche LAN Voraussetzungen

Für die LAN zählt vor allem Einheitlichkeit: gleiche Spielversion, gleiche Patches, gleiche Mods. Alle Rechner müssen den lokalen Server erreichen können und die Firewall darf Freelancer beziehungsweise den Serverdienst nicht blockieren.

Das klingt banal, ist bei einem Spiel von 2003 aber der Punkt, an dem eine gute Vorbereitung über „läuft sofort“ oder eine Stunde Fehlersuche entscheidet.

LAN-Server unter Windows 11: vorbereiten statt improvisieren

Für die LAN wichtig

Die Einrichtung unterscheidet zwischen der einmaligen Servervorbereitung durch Veranstalter oder Host und der Vorbereitung der Spieler-PCs. Nicht jeder Teilnehmer muss den kompletten Serveraufbau durchführen: Ein vorbereiteter Dedicated Server stellt die Spielwelt bereit, während die Spieler lediglich einen kompatibel eingerichteten Freelancer-Client benötigen und anschließend dem lokalen Server beitreten.

Freelancer stammt aus dem Jahr 2003 und lässt sich deshalb auf einem aktuellen Windows-11-Rechner nicht mehr ganz so selbstverständlich installieren und starten wie auf einem damaligen Windows-XP-System. Ein wesentliches Hindernis ist der Kopierschutz der ursprünglichen Retail-Version: Freelancer verwendet SafeDisc 2.7, das auf modernen Windows-Versionen ein Kompatibilitätsproblem darstellt.

Für eine heutige LAN sollte die Installation deshalb unbedingt vor der Veranstaltung vollständig vorbereitet und getestet werden.

1. Freelancer installieren

Ausgangspunkt sollte eine rechtmäßig vorhandene Originalversion von Freelancer sein. Die Installation erfolgt grundsätzlich über das ursprüngliche Setup. Bei Problemen unter Windows 11 kann es helfen, das Setup mit Administratorrechten auszuführen.

Nach der Installation sollte zunächst der offizielle Freelancer-Patch 1.1 eingespielt werden. Dieser war das einzige offizielle Update von Digital Anvil und korrigierte unter anderem Probleme mit der Stabilität von Multiplayer-Servern.

2. Windows-11-Kompatibilität herstellen

Die ursprüngliche CD-Version lässt sich unter Windows 11 wegen des alten SafeDisc-Kopierschutzes nicht ohne Weiteres starten.

Tastensport-Praxistest vom 18.09.2024: Die folgende Installations- und Serverkonfiguration wurde von uns unter Windows 11 praktisch getestet. Mit dem beschriebenen Setup konnten wir Freelancer starten und den lokalen Multiplayer mit Dedicated Server erfolgreich betreiben. Da Betriebssysteme und Community-Patches Änderungen unterliegen können, sollte die Konfiguration vor einer heutigen LAN auf den vorgesehenen Rechnern erneut getestet werden.

Die von uns getestete Lösung verwendet einen Community-Patch, der neben weiteren Korrekturen die Abhängigkeit vom ursprünglichen CD-Kopierschutz entfernt.

Für unsere Installation haben wir den auf The Starport angebotenen „Vanilla Patch (Combined 1.1, JFLP, No-CD)“ verwendet. Die Dateien werden entsprechend der dortigen Anleitung in die Freelancer-Installation übernommen.

Das ist der von Tastensport am 18.09.2024 erfolgreich getestete Weg und keine Aussage, dass Freelancer ausschließlich mit genau diesem Community-Patch betrieben werden kann.

Wichtig für Veranstalter: Solche Community-Patches sind keine offiziellen Microsoft-Updates. Deshalb sollte eine funktionierende Installation vollständig vorbereitet, gestartet und anschließend auf allen LAN-Rechnern in exakt demselben Stand eingerichtet werden, statt diese Arbeiten erst während der LAN vorzunehmen.

Bei Freelancer ist „Wir installieren das Freitagabend schnell“ weniger ein Plan als der Beginn einer zusätzlichen Questreihe.

3. Dedicated Server einrichten

Freelancer besitzt eine eigene Dedicated-Server-Komponente. Dadurch muss der eigentliche Spielserver nicht zwingend auf dem Rechner eines Mitspielers laufen. Für eine LAN ist ein vorbereiteter Server sogar die sauberste Lösung. Freelancer unterstützt sowohl Dedicated Server als auch direkte IP-Verbindungen.

Auf dem Server werden Servername und gegebenenfalls ein Passwort festgelegt. Beim ersten Start kann Windows nach einer Firewallfreigabe fragen. Diese muss für das lokale Netzwerk erlaubt werden.

Für direkte Freelancer-Serververbindungen spielt UDP-Port 2302 eine wichtige Rolle. Bei einer reinen LAN-Veranstaltung ist normalerweise keine Portweiterleitung am Internetrouter erforderlich; entscheidend ist, dass die lokale Windows-Firewall die Kommunikation zwischen Server und Clients nicht blockiert.

4. Clients verbinden

Sind Server und Clients im selben lokalen Netzwerk, starten die Teilnehmer Freelancer und wechseln in den Multiplayerbereich. Der lokale Server kann anschließend über das LAN beziehungsweise über seine IP-Adresse erreicht werden.

Eine Internetverbindung ist für die eigentliche lokale Verbindung nicht erforderlich. Microsofts ursprünglicher globaler Freelancer-Listserver wurde bereits Ende 2007 abgeschaltet. Der lokale Multiplayer und Direct-IP-Verbindungen sind davon unabhängig.

Für eine heutige LAN zählt deshalb der sauber vorbereitete lokale Server – nicht eine Online-Infrastruktur, die seit fast zwei Jahrzehnten Geschichte ist.

5. Vor der LAN einmal komplett testen

Bei Freelancer gilt mehr als bei modernen Spielen: Nicht darauf vertrauen, dass es am Veranstaltungstag schon irgendwie funktionieren wird.

Auf mindestens zwei Rechnern sollte vorher geprüft werden:

  • Spiel startet unter Windows 11
  • identischer Patch- und Modstand
  • Dedicated Server startet
  • Server ist im LAN erreichbar
  • Firewall blockiert die benötigte Serverkommunikation nicht
  • Client kann beitreten
  • Spieler kann erstellt und gespeichert werden
  • gemeinsamer Spielbetrieb funktioniert nach einem Serverneustart

Ist dieser Test einmal erfolgreich durchgelaufen, ist Freelancer für eine LAN technisch deutlich unkomplizierter, als sein Alter zunächst vermuten lässt.

Tastensport-Praxistipp: Statt während der LAN mehrere zwanzig Jahre alte Installationen zu reparieren, lohnt sich bei Freelancer ein vollständig vorbereiteter und getesteter Installationsstand. Gerade bei größeren Gruppen spart das erheblich Zeit – und verhindert, dass der erste Abend eher mit Windows-Kompatibilität als mit Raumschlachten verbracht wird.

Kompatibilität unterschiedlicher Betriebssysteme und Clientauswahl

Freelancer ist ein Windows-Spiel aus dem Jahr 2003. Moderne Windows-Versionen sind nicht die Plattform, für die es entwickelt wurde; Kompatibilitätseinstellungen und Community-Patches gehören deshalb heute realistisch zur Vorbereitung.

Wer zehn oder zwanzig Plätze betreut, sollte daraus einen fertigen Installationsstand machen statt jeden PC individuell zu reparieren.

macOS und Linux besitzen keine native offizielle Version. Wine und andere Community-Lösungen können funktionieren, sind für eine Veranstaltung aber zusätzliche Variablen. Für eine möglichst stressfreie LAN ist ein einheitlicher Windows-Unterbau die konservative Wahl.

Das Game-Setup

Die eigentliche Servereinrichtung ist oben beschrieben. Für die Veranstaltung sollte zusätzlich ein kurzer Funktionstest mit mindestens zwei Clients dazugehören.

Nach dem Beitritt beginnt Freelancer ohne komplizierte Lobbystruktur: Die Spieler treffen sich in derselben Welt, nehmen Missionen an, handeln, erkunden oder suchen den direkten Konflikt.

Gerade für eine LAN ist diese Offenheit Stärke und Schwäche zugleich. Die Gruppe kann sich ihr eigenes Abenteuer bauen, braucht aber ein gemeinsames Ziel, wenn nicht jeder nach einer Stunde in eine andere Richtung fliegen soll.

Und „Wir fliegen gemeinsam nach Rheinland“ kann in Freelancer durchaus bedeuten, dass zehn Minuten später drei Leute handeln, einer Kopfgelder jagt und jemand zwei Systeme weiter nach einem minimal besseren Schild sucht.

Eine dauerhafte Verbindung zu einem externen Matchmakingdienst ist für den lokalen Spielbetrieb nicht erforderlich. Der frühere globale Serverlistendienst wurde Ende 2007 abgeschaltet. Für heutige LANs zählt deshalb ein getesteter lokaler Server und nicht die historische Online-Infrastruktur.

Technik und Performance im LAN-Modus

Hardware-Anforderungen und Performance

Die ursprünglichen Hardwareanforderungen sind aus heutiger Sicht praktisch bedeutungslos. Jeder halbwegs aktuelle LAN-PC hat mehr als genug Rechenleistung.

Der echte Technikcheck lautet daher: Startet das Spiel sauber, stimmt die Auflösung, greifen Patch und Mod-Stand und erreicht jeder Client den Server?

  • Prozessor: zeitgenössische PC-Hardware; Originalanforderungen liegen weit unter heutiger Standardhardware
  • Arbeitsspeicher: auf heutigen Rechnern kein relevanter Engpass
  • Grafik: DirectX-kompatible Grafikhardware der damaligen PC-Generation
  • Netzwerk: lokales IP-Netzwerk für den Multiplayerbetrieb
  • Speicherplatz: im niedrigen einstelligen GB-Bereich
  • Betriebssystem: ursprünglich Windows; moderne Windows-Versionen erfordern gegebenenfalls Kompatibilitätsmaßnahmen

Selbst sehr einfache heutige Rechner haben für Freelancer reichlich Leistungsreserve. Veranstalter sollten ihre Zeit nicht in Hardwareplanung stecken, sondern in einen reproduzierbaren Installationsstand.

Performance-Probleme auf moderner Hardware liegen bei Freelancer eher im Bereich Kompatibilität, Treiber, Mods oder Netzwerk als bei mangelnder Rechenleistung.

Der Host und Netzwerkstabilität

Freelancer folgt einem Client-Server-Modell. Damit wird der Server zum gemeinsamen Anker der Session: Fällt er aus, steht die Welt für alle.

Für eine LAN spricht deshalb viel dafür, FLServer auf einem separaten, stabilen Rechner laufen zu lassen. Hintergrundprogramme, spontane Updates und unnötige Umbauten gehören dort nicht hin.

Ebenso wichtig sind saubere Firewall-Regeln und ein einheitlicher Patch- beziehungsweise Mod-Stand. Bei größeren Gruppen steigt weniger die rohe Hardwarelast zum Problem als die Zahl möglicher Fehlerquellen.

Ein einmal sauber getestetes Serverpaket ist deshalb wertvoller als überdimensionierte Hardware.

Für die Praxis reichen ein stabiles kabelgebundenes LAN, ein sauber erreichbarer Server und ein kurzer Lasttest mit der geplanten Gruppe.

Die theoretisch unterstützten 128 Spieler sind dabei eher eine technische Obergrenze als ein vernünftiges Veranstaltungsziel. 128 Piloten kann Freelancer verwalten. 128 Piloten davon zu überzeugen, dass heute alle dasselbe Ziel verfolgen, ist eine andere Disziplin.

Grafik und Sound

Grafik und Sound werden lokal auf den Clients erzeugt. Optisch ist Freelancer klar ein Spiel seiner Zeit: niedriger aufgelöste Texturen und einfache Modelle treffen auf bis heute gut lesbare Silhouetten, kräftige Waffen- und Triebwerkseffekte sowie markante Raumkulissen.

Auf einer LAN funktioniert das erstaunlich gut, weil Gefechte auch aus dem Augenwinkel verständlich bleiben.

Der Sound mit Funkverkehr, Waffen und dynamischer Musik unterstützt die gemeinsame Weltraumatmosphäre, ohne besondere Anforderungen an den Server zu stellen.

Gameplay im LAN-Modus

Technisch sind im Multiplayer bis zu 128 Spieler möglich. Für eine LAN ist diese Zahl eher Größenordnung als Zielvorgabe.

Freelancer wird organisatorisch anspruchsvoller, je mehr Piloten gleichzeitig eigene Ziele verfolgen. Kleine und mittlere Gruppen lassen sich leichter zusammenhalten; große Gruppen brauchen Fraktionen, Teams, Treffpunkte oder klar formulierte gemeinsame Vorhaben.

Spielmodi

Der Multiplayer ist kein Menü aus getrennten Spielmodi, sondern eine offene Welt.

Spieler erkunden Systeme, handeln Waren, kaufen Schiffe und Ausrüstung, verändern ihre Reputation und nehmen Missionen für Fraktionen an. Gemeinsam lassen sich Gegner und Missionen angehen; daneben sind direkte PvP-Kämpfe möglich.

Genau diese Mischung macht Freelancer für längere LANs interessant: Eine Gruppe kann als Verband losziehen, sich später aufteilen und am Abend wieder für ein gemeinsames Ziel oder eine Schlacht zusammenkommen.

Balancing und Fairness im LAN-Modus

Freelancer ist nicht symmetrisch wie ein klassischer Arena-Shooter. Fortschritt, Geld, Reputation, Schiffe, Waffen und Schilde erzeugen bewusst unterschiedliche Ausgangslagen.

Wer früher effizient handelt oder kämpft, kommt schneller an starke Ausrüstung; erfahrene Spieler kennen zudem lukrative Routen und Fundorte.

Für freies gemeinsames Spiel ist das Teil des Reizes. Für PvP-Turniere ist es ein Fairnessproblem.

Veranstalter sollten deshalb entweder gleiche Startbedingungen herstellen, Ausrüstung begrenzen oder Duelle erst nach einer gemeinsamen Aufbauphase ansetzen. Rebalance-Mods können helfen, schaffen aber ihrerseits einen verbindlichen Mod-Stand, der auf allen Clients identisch sein muss.

Erfahrung und Atmosphäre im LAN-Modus

Kommunikation und Teamwork

Kommunikation ist in Freelancer keine Nebensache. Formationsflüge, gemeinsame Missionen, Handelsrouten und PvP profitieren massiv von Absprachen.

Eine moderne integrierte Voice-Lösung gehört nicht zum Spiel – auf einer echten LAN ist das fast charmant, weil Zurufe im Raum ohnehin schneller sind. Bei größeren oder räumlich getrennten Teams kann ein separates Voice-Tool ergänzen.

Teamplay entsteht weniger durch fest vergebene Klassen als durch Entscheidungen der Spieler. Einer kennt die Route, ein anderer bringt Feuerkraft, jemand handelt oder finanziert Ausrüstung, andere sichern den Verband.

Dadurch können auch unterschiedliche Erfahrungsstände zusammen funktionieren, solange Veteranen nicht einfach davoneilen. Für Organisatoren ist ein gemeinsamer Start und eine kurze Rollenabsprache deshalb sinnvoller als komplizierte Regeln.

Spielfluss und Dynamik

Die stärkste LAN-Eigenschaft von Freelancer ist seine Eigendynamik.

Ein geplanter Handelsflug kann in einen Piratenangriff kippen, aus einer Mission entsteht eine Verfolgungsjagd und aus zwei Gruppen plötzlich ein PvP-Konflikt.

Gut koordinierte Teams bauen schneller Vermögen und Ausrüstung auf; Einzelspieler können dagegen leicht abgehängt werden.

Wer eine geschlossene Gruppenerfahrung möchte, sollte daher gemeinsame Etappenziele setzen – etwa ein bestimmtes System erreichen, einen Schiffstyp finanzieren oder am Abend eine verabredete Schlacht austragen.

Freelancer passt deutlich besser zu langen Sessions als zu einem 30-Minuten-Slot. Einzelne Missionen oder PvP-Duelle sind kurz möglich, doch Handel, Erkundung, Reputation und Ausrüstungsfortschritt entfalten ihren Reiz über Stunden.

Für eine Wochenend-LAN ist das hervorragend: Der Server kann zum fortlaufenden Nebenprojekt werden, zu dem die Gruppe immer wieder zurückkehrt.

Aus „eine Stunde Freelancer“ wird dabei erstaunlich schnell „wir müssen nur noch diese eine Handelsroute fahren“. Das Wort nur trägt hier eine bemerkenswerte Verantwortung.

Für einen engen Turnierplan ist genau diese Langsamkeit dagegen ein Nachteil.

Spaßfaktor

Der Spaß entsteht aus Freiheit und gemeinsamen Geschichten. Die Gruppe entscheidet selbst, ob sie handelt, erkundet, Missionen fliegt oder sich gegenseitig jagt.

Besonders stark ist Freelancer, wenn mehrere Spieler dasselbe Ziel verfolgen und dabei trotzdem eigene Schiffe und Rollen entwickeln.

Die alte Technik verschwindet dann schnell hinter dem Gefühl, gemeinsam unterwegs zu sein. Wer dagegen nur kurze, klar gewertete Matches sucht, findet passendere LAN-Spiele.

Zusätzliche Features im LAN-Modus

Mods

Rebalance-Mods

Rebalance-Mods verändern Schiffe, Waffen und Ausrüstung. Für PvP können sie interessant sein, weil sie dominante Kombinationen abschwächen.

Für eine LAN gilt aber: Balancegewinn gegen zusätzlichen Setup-Aufwand abwägen und den Mod-Stand vorher einfrieren.

Neue Schiffe und Ausrüstung

Andere Mods erweitern den Fuhrpark und die Ausrüstung. Das erhöht die Vielfalt und kann einer wiederkehrenden Freelancer-LAN neues Futter geben, macht aber gemeinsame Installationen und klare Versionsstände noch wichtiger.

Grafik- und Sound-Mods

Grafik- und Sound-Mods modernisieren Texturen, Effekte oder Modelle. Sie sind vor allem für Gruppen attraktiv, denen das Original optisch zu alt wirkt.

Vor dem Event sollte geprüft werden, ob alle Rechner denselben Stand stabil darstellen.

Erweiterte Missionen und Fraktionen

Content-Mods ergänzen Missionen, Fraktionen und teilweise ganze Spielbereiche. Für wiederkehrende LANs ist das besonders spannend, weil nach einer Vanilla-Runde neues gemeinsames Entdeckungsmaterial bereitsteht.

Server-Tools und Anpassungen

Server-Tools und Erweiterungen können Administration und Regeln ausbauen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom konkreten Tool beziehungsweise Mod ab.

Für Veranstalter lohnt sich deshalb eine bewusste Auswahl statt eines ungetesteten Sammelsuriums.

Total Conversion Mods

Total Conversions bauen Freelancer teilweise zu völlig neuen Universen um. Das zeigt die enorme Lebensdauer der Modding-Szene und kann den Wiederspielwert stark erhöhen.

Gleichzeitig wird aus „Freelancer installieren“ dann ein eigenes technisches Projekt, das vor der LAN vollständig vorbereitet sein sollte.

„Wir installieren nur noch kurz den Mod“ gehört dabei ungefähr in dieselbe Kategorie belastbarer Zeitangaben wie „nur noch eine Handelsroute“.

Gameplay-Mechaniken

Auch Ökonomie, Handel, Reparaturkosten oder Flugverhalten lassen sich durch Mods verändern.

Damit kann dieselbe technische Basis sehr unterschiedliche LAN-Erlebnisse tragen – von stärkerem Rollenspiel bis zu actionlastigem PvP.

Turnier-Modi und LAN-Events

Eine eingebaute Turnierverwaltung mit Brackets, automatischer Auswertung oder Matchorganisation bietet Freelancer nicht.

PvP funktioniert, das Turnier drumherum muss Tastensport selbst bauen.

Sinnvoll sind klare Regeln zu Startkapital, erlaubten Schiffen und Ausrüstung, Aufbauzeit, Austragungsort und Siegbedingung. Ohne solche Grenzen belohnt Freelancer vor allem Progression und Spielkenntnis – nicht automatisch den besseren Piloten im einzelnen Duell.

Für klassische Turnier-LANs ist das ein Minuspunkt. Als organisierter Programmpunkt kann ein vorbereitetes Freelancer-PvP-Event trotzdem hervorragend funktionieren, wenn der Veranstalter die fehlende Struktur bewusst ersetzt.

Und wenn aus einem harmlosen Handelswettbewerb irgendwann ein bewaffneter Zwischenfall wird, hat das Format zumindest verstanden, welches Spiel gerade läuft.

Vielen Dank!

Autor: MooKo

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