Golf With Your Friends auf der LAN: Minigolf für bis zu zwölf Spieler
LAN-Übersicht
Version 1.0 am 09.09.2024
Version 2.0 am 19.08.2026
| Spielname | Golf With Your Friends |
|---|---|
| Tastensport-Empfehlung | Sehr empfehlenswert als kurzweiliges LAN-Zwischenspiel und unkomplizierter Wettbewerb für fast jede Gruppengröße innerhalb der Zwölfer-Lobby. |
| Kurzfazit | Golf With Your Friends verbindet einen extrem leichten Einstieg mit bis zu zwölf gleichzeitig spielenden Teilnehmern, maximaler Flexibilität innerhalb dieser Kapazität und erstaunlich brauchbaren Turniermöglichkeiten. Der fehlende klassische LAN-Modus und die Internetabhängigkeit sind die größten technischen Nachteile. |
| Geeignete Spielerzahl | Bis zu 12 menschliche Spieler gleichzeitig |
| Empfohlene Gruppengröße | Sehr flexibel: kleine Gruppen funktionieren ebenso wie volle Zwölfer-Lobbys; weder gerade Teilnehmerzahlen noch feste Teams oder Rollen sind erforderlich |
| Spielzeit | Ein 18-Loch-Kurs liegt nach unserer LAN-Erfahrung meist bei etwa 45–90 Minuten |
| LAN-Aufwand | Niedrig bis mittel: Installation und Plattformzugänge vorab prüfen, private Lobby vorbereiten und Internetzugang sicherstellen |
| Internetanforderungen | Für den Online-Multiplayer erforderlich; kein klassischer rein lokaler Netzwerkmodus |
| Wettbewerbseignung | Hoch für Einzelwettbewerbe und informelle Turniere; eine integrierte Turnierverwaltung fehlt |
| Wiederspielwert | Hoch durch unterschiedliche Kurse, Spielvarianten, Power-ups und Steam-Workshop-Kurse |
| Tastenresultat | 8,25 von 10 Tasten |
| Zielgruppe | LAN-Gruppen, die ein sofort zugängliches Geschicklichkeits- und Partyspiel für kleine wie größere Runden suchen |
Tastenresultat
Wie wir die LAN-Tauglichkeit bewerten und was die einzelnen Tasten-Kriterien bedeuten, erfährst du in unserem Bewertungssystem für LAN-Game Reviews.
→ Alle getesteten LAN-Spiele im Vergleich
Spielerfahrung: 8,50 von 10 Tasten
- Umgang mit Skillunterschieden: 9 von 10
- Teamplay: 5 von 10
- Lernkurve: 10 von 10
- Spaßfaktor: 10 von 10
Voraussetzungen und Funktionsfähigkeit: 8,00 von 10 Tasten
- Technische Anforderung: 10 von 10
- LAN-Setup: 7 von 10
- Performance: 8 von 10
- Preis: 7 von 10
Wettbewerbstauglichkeit: 8,25 von 10 Tasten
- Turniermodus: 6 von 10
- Spielerzahl: 8 von 10
- Gruppenflexibilität: 10 von 10
- Zeit: 9 von 10
Gesamtwertung: 8,25 von 10 Tasten
Fazit: Golf With Your Friends ist ein hervorragendes LAN-Spiel für Gruppen, die ohne lange Einführung direkt in einen gemeinsamen Wettbewerb starten möchten. Bis zu zwölf menschliche Spieler treten gleichzeitig an, wobei das Spiel innerhalb dieser Kapazität nahezu jede Gruppengröße problemlos akzeptiert. Ob fünf, sieben, neun oder zwölf Teilnehmer mitspielen, verändert das grundlegende Format nicht; feste Teams, Rollen oder gerade Spielerzahlen werden nicht benötigt. Gleichzeitig ist der Einstieg so niedrig, dass auch Neulinge nach wenigen Schlägen sinnvoll konkurrieren können. Streckenkenntnis und Präzision bleiben dennoch relevant, während Power-ups und Ballkollisionen bei Bedarf zusätzliche Unberechenbarkeit ins Feld bringen und große Leistungsunterschiede weiter abfedern können. Technisch verhindert vor allem der fehlende klassische LAN-Modus eine noch bessere Bilanz, denn für die PC-Runde sollte eine funktionierende Internetverbindung fest eingeplant werden. Wer damit leben kann, bekommt einen der unkompliziertesten Titel für einen gemeinsamen LAN-Slot – und ein Spiel, in dem zwölf Menschen gleichzeitig feststellen können, dass „etwas mehr Kraft“ nicht zwingend die Lösung war.
Spielbeschreibung
Golf With Your Friends ist ein Multiplayer-Minigolfspiel von Blacklight Interactive und Team17, veröffentlicht von Team17. Die Vollversion erschien am 19. Mai 2020. Auf dem PC können bis zu zwölf Spieler gleichzeitig online gegeneinander antreten. Neben klassischem Minigolf gehören Hoops und Hockey zum Spiel, außerdem gibt es Power-ups, thematische Kurse, Ball-Anpassungen und einen Level-Editor.
Der entscheidende Unterschied zu klassischem Hot-Seat-Minigolf ist das simultane Spiel. Niemand sitzt daneben und wartet darauf, dass elf andere Teilnehmer ihre Schläge nacheinander absolvieren. Stattdessen sind alle gleichzeitig auf derselben Bahn unterwegs, wodurch die gesamte Gruppe gute Linien, schlechte Entscheidungen und erstaunlich optimistische Abkürzungen praktisch im selben Moment erlebt.
Gerade auf einer LAN ist das eine große Stärke. Ein Spieler entdeckt einen vermeintlich genialen Weg zum Loch, mehrere andere probieren ihn unmittelbar aus und wenige Sekunden später besitzt die Gruppe eine ziemlich belastbare Datengrundlage dafür, ob der Plan tatsächlich genial war.
Mit zwölf Teilnehmern und aktivierten Ballkollisionen entwickelt sich das Ganze ohnehin schnell in eine Richtung, die technisch weiterhin Minigolf ist, gesellschaftlich aber eher kontrolliertem Chaos entspricht.
Multiplayer-Setup für die LAN-Party
Grundsätzliche Voraussetzungen
Golf With Your Friends besitzt auf dem PC keinen klassischen LAN-Modus, bei dem mehrere Rechner ausschließlich über das lokale Netzwerk miteinander spielen. Die Steam-Fassung weist Online-PvP sowie lokalen Shared-/Split-Screen-Multiplayer aus und nennt eine Breitband-Internetverbindung als Systemanforderung.
Für eine LAN mit einem eigenen Rechner pro Teilnehmer sollte deshalb Internetzugang eingeplant und vor der Veranstaltung getestet werden. Ein VPN-Werkzeug wie Hamachi oder Radmin ist für das normale Online-Lobby-System nicht erforderlich und macht aus Golf With Your Friends auch keinen nachträglichen klassischen LAN-Titel.
Daneben existiert lokaler Mehrspieler an einem Gerät. Das kann für andere Einsatzszenarien interessant sein, entspricht aber nicht dem klassischen PC-LAN-Aufbau, auf den sich dieses Review konzentriert.
Technisch bleibt die Vorbereitung damit angenehm überschaubar. Die Gruppe braucht keine eigene Serverinfrastruktur, ist im Gegenzug aber von einer funktionierenden Internetverbindung abhängig.
Plattformen und Clientwahl
Die Steam-Fassung wird für Windows, macOS und SteamOS/Linux angeboten. Für eine LAN bleibt eine möglichst einheitliche Plattform- und Clientbasis trotzdem die bequemste Lösung. Wer Steam verwendet, profitiert außerdem vom integrierten Workshop und der einfachen Verteilung von Community-Kursen.
Vor der Veranstaltung sollten Clients, Updates und gegebenenfalls geplante Workshop-Inhalte auf allen Rechnern vorbereitet sein. Das klingt weniger aufregend als ein spektakuläres Turnierformat, ist in der Praxis aber ausgesprochen angenehm.
Der Abend soll schließlich daran scheitern, dass jemand die falsche Stärke gespielt hat – nicht daran, dass drei Clients noch unterschiedliche Vorstellungen vom aktuellen Versionsstand besitzen.
Das Game-Setup
Nach dem Spielstart erstellt ein Teilnehmer eine Online-Lobby. Der Host legt Spielerzahl, Kurs und Regeln fest; bis zu zwölf Teilnehmer können gemeinsam spielen.
Gerade die Einstellungen bestimmen stark, welche Art von Runde daraus entsteht. Schlag- und Zeitlimits, Power-ups, Ballkollisionen und weitere Parameter können den Schwerpunkt zwischen präzisem Geschicklichkeitswettbewerb und bewusstem Partychaos verschieben.
Wer ein möglichst sauberes Turnier möchte, sollte Zufalls- und Störeinflüsse reduzieren und für alle Teilnehmer identische Bedingungen schaffen. Für eine lockerere Runde können dagegen Ballkollisionen und Power-ups aktiviert werden, wodurch dieselben Kurse plötzlich eine völlig andere Dynamik entwickeln.
Vor einem ernsthaften Wettbewerb lohnt sich ein kurzer Probelauf. Die Steuerung ist schnell verstanden und benötigt kaum Einführung. Schon nach wenigen Schlägen wissen Neueinsteiger, wie Winkel und Stärke grundsätzlich funktionieren.
Die schwierigere Erkenntnis besteht darin, dass „grundsätzlich verstanden“ und „Ball liegt anschließend dort, wo ich wollte“ zwei unterschiedliche Qualifikationsstufen sind.
Technik und Performance
Hardware-Anforderungen
Die aktuellen Steam-Angaben für Windows sind niedrig:
- Prozessor: mindestens Intel i3-2100 oder AMD FX-6300
- Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
- Grafik: GTX 460, Radeon 6870 oder Intel HD Graphics 630
- Speicherplatz: 4 GB
- Netzwerk: Breitband-Internet
- Empfohlen: Intel i5-6600 beziehungsweise AMD FX 8350, 4 GB RAM sowie GTX 960 oder Radeon R9 280
Steam weist außerdem darauf hin, dass der aktuelle Steam-Client unter Windows seit 2024 Windows 10 oder neuer benötigt.
Für heutige LAN-Rechner stellt Golf With Your Friends damit kaum eine Hardwarehürde dar. Auch ältere Systeme können gut eingebunden werden, sofern Betriebssystem, Treiber und Steam-Installation zum aktuellen Client passen.
Besondere Anforderungen an das lokale Netzwerk gibt es nicht. Eine kabelgebundene Verbindung bleibt dennoch sinnvoll, weil sich die gemeinsame Internetanbindung damit berechenbarer organisieren lässt.
Die wichtigste technische Ressource ist folglich nicht die Grafikkarte, sondern die Internetverbindung. Und die sollte während des Turniers möglichst nicht gleichzeitig gegen Betriebssystemupdates und den 80-GB-Patch eines völlig anderen Spiels antreten.
Host und Netzwerkstabilität
Der Host verwaltet die Lobby und startet die Partie. Ein besonderer spielerischer Vorteil sollte daraus nicht abgeleitet werden.
Für die LAN-Praxis zählt vor allem die gemeinsame Abhängigkeit vom Online-Multiplayer. Die Internetverbindung sollte deshalb mit der vorgesehenen Spielerzahl getestet werden, bevor die eigentliche Veranstaltung beginnt.
Bei zwölf Spielern ist das weniger eine Minigolf-spezifische Herausforderung als klassische LAN-Hygiene. Installationen, Updates und Workshop-Inhalte gehören vorher auf die Rechner, damit die Leitung während der Session tatsächlich für das Spiel zur Verfügung steht.
Das Spiel selbst verlangt technisch wenig. Der Rest des Netzwerks sollte diese Zurückhaltung möglichst erwidern.
Grafik und Sound
Grafik und Sound werden auf jedem Rechner lokal dargestellt. Aufgrund der niedrigen Anforderungen eignet sich Golf With Your Friends gut für Gruppen mit unterschiedlich leistungsfähiger Hardware.
Optisch setzt das Spiel auf farbenfrohe Themenkurse, klare Formen und bewusst übertriebene Hindernisse. Gerade auf einer LAN ist das hilfreich, weil Zuschauer schnell verstehen, was auf einem Bildschirm passiert. Man muss die Regeln nicht im Detail kennen, um zu erkennen, dass ein Ball, der nach fünf Banden wieder am Abschlag vorbeikommt, vermutlich nicht der ursprünglichen Strategie gefolgt ist.
Akustisch liefert das Spiel seine eigenen Effekte, ein beträchtlicher Teil der Vertonung entsteht in der LAN-Praxis allerdings ohnehin im Raum. Ein erfolgreiches Hole-in-One braucht häufig nur kurzen Jubel. Ein vermeintlich perfekter Schlag, der langsam wieder bis zum Ausgangspunkt zurückrollt, bekommt normalerweise einen ausführlicheren Kommentar.
Gameplay im Mehrspieler
Spielmodi
Bis zu zwölf Spieler treten gleichzeitig an. Die drei offiziellen Kernvarianten sind klassisches Minigolf, Hoops und Hockey. Hinzu kommen Power-ups und zahlreiche benutzerdefinierte Einstellungen.
Im klassischen Modus geht es darum, die Bahnen mit möglichst wenigen Schlägen abzuschließen. Hoops ersetzt das klassische Loch durch einen Basketballkorb, während Hockey das Ziel in Richtung Tor verschiebt.
Bereits diese Varianten verändern den Spielrhythmus deutlich. Noch stärker wirkt sich die Entscheidung aus, ob Power-ups und Ballkollisionen verwendet werden.
Ohne solche Elemente bleibt Golf With Your Friends näher am klassischen Geschicklichkeitsspiel. Linien, Schlagstärke und Streckenkenntnis entscheiden stärker darüber, wer am Ende vorne liegt. Mit aktivierten Kollisionen muss dagegen zusätzlich berücksichtigt werden, dass mehrere andere Bälle möglicherweise ungefähr dieselbe Linie verfolgen.
Für eine LAN ist diese Spannweite ausgesprochen praktisch. Derselbe Titel kann als ernsthafter Wettbewerb und später als lockere Partyrunde funktionieren, ohne dass dafür ein anderes Spiel gestartet werden muss.
Nur die Regeln sollten vorher feststehen. „Ich dachte, Kollisionen wären aus“ ist zwar kein besonders überzeugender Protestgrund, aber ein erstaunlich zuverlässiger Einstieg in eine längere Diskussion.
Spielerzahl und Gruppenflexibilität
Golf With Your Friends unterstützt bis zu zwölf menschliche Spieler gleichzeitig. Das ist für einen LAN-Titel eine sehr gute Kapazität, erreicht nach unserer Bewertung aber noch nicht die Größenordnung jener Spiele, die deutlich größere Teilnehmerfelder in einer einzigen Partie aufnehmen können.
Entscheidend ist, dass die Gruppenflexibilität davon getrennt betrachtet werden muss.
Innerhalb dieser Zwölfergrenze ist Golf With Your Friends nahezu maximal flexibel. Das Spiel benötigt weder zwei gleich große Teams noch feste Rollen oder eine bestimmte Mindestbesetzung für sein eigentliches Format. Kleine Gruppen können genauso antreten wie eine fast oder vollständig gefüllte Lobby.
Ob fünf, sieben, neun oder zwölf Menschen anwesend sind, erzeugt deshalb kein organisatorisches Problem. Niemand muss wegen einer ungeraden Teilnehmerzahl aussetzen und das Spiel muss nicht künstlich in asymmetrische Teams gezwungen werden.
Mit steigender Spielerzahl verändert sich zwar die Dynamik. Kleine Gruppen spielen kontrollierter, während zehn oder zwölf gleichzeitig fliegende Bälle deutlich unübersichtlicher werden können, insbesondere wenn Ballkollisionen aktiviert sind. Das ist jedoch keine Schwäche der Gruppenflexibilität, sondern schlicht eine andere Form derselben Partie.
Genau deshalb erhält Golf With Your Friends bei der Spielerzahl keine Höchstwertung, bei der Gruppenflexibilität aber sehr wohl.
Zwölf ist die Grenze.
Wie viele der zwölf Plätze tatsächlich besetzt werden, ist dem Spiel erfreulich egal.
Balancing und Umgang mit Skillunterschieden
Golf With Your Friends belohnt Erfahrung. Wer eine Bahn häufig gespielt hat, kennt gute Linien, die richtige Schlagstärke und mögliche Abkürzungen.
Dieser Wissensvorsprung ist real, fällt aber deutlich weniger brutal aus als bei vielen anderen kompetitiven LAN-Titeln. Neue Spieler verstehen das Grundprinzip innerhalb weniger Minuten und können schnell sinnvoll mitspielen, während erfahrene Teilnehmer weiterhin über Linienwahl und Schlagstärke optimieren.
Für gemischte Gruppen ist das bereits eine starke Ausgangslage. Hinzu kommt, dass sich über das Regelset beeinflussen lässt, wie stark individuelle Präzision über das Ergebnis entscheidet.
Für einen sauberen Wettbewerb können chaotische Elemente reduziert werden. Wer unterschiedliche Leistungsstände stärker zusammenführen möchte, kann Ballkollisionen, Power-ups oder ungewöhnlichere Ballformen einsetzen. Dadurch wird das Ergebnis weniger vollständig von Streckenkenntnis und sauberer Ausführung bestimmt.
Diese Mechanismen beseitigen den Skillgap nicht, und sie machen die Partie auch nicht automatisch fairer. Ein guter Spieler bleibt grundsätzlich besser darin, Winkel und Schlagstärke einzuschätzen. Die zusätzlichen Elemente sorgen aber dafür, dass sein Vorsprung nicht in jeder Situation vollständig kontrollierbar bleibt.
Das ist eine ausgesprochen wirkungsvolle Form der Skillgap-Kompensation.
Zwischen ernsthaftem Minigolfturnier und der Situation, in der der eigene Ball plötzlich ein Würfel ist, liegen schließlich nur wenige Optionen im Menü.
Erfahrung und Atmosphäre auf der LAN
Kommunikation und Teamplay
Im freien Gegeneinander ist Golf With Your Friends kein klassisches Kommunikations- oder Teamspiel. Niemand muss Rotationen ansagen, Ziele markieren oder komplexe taktische Abläufe koordinieren.
Trotzdem wird in einer vollen LAN-Lobby überraschend viel gesprochen. Misslungene Schläge, Abkürzungen und Ballkollisionen sind unmittelbar sichtbar, sodass die gesamte Gruppe mitbekommt, wenn jemand eine besonders clevere Linie findet oder auf eindrucksvolle Weise beweist, warum sie nicht funktioniert.
Teamvarianten können zusätzlich echte Abstimmung hineinbringen. Spieler können sichere Linien weitergeben, Erfahrungen mit einer Bahn teilen und gemeinsam überlegen, welcher Weg weniger riskant ist. Das bleibt allerdings eine zusätzliche Spielweise und nicht der Kern des normalen Wettbewerbs.
Bei größeren Gruppen sollten Teamregeln und Wertung vor dem Start geklärt werden. Das verhindert zumindest einen Teil späterer Diskussionen.
Vollständig vermeiden lassen sie sich wahrscheinlich nicht. Bei zwölf Spielern, Ballkollisionen und einem Loch mit Portal wäre das ohnehin eine bemerkenswert ambitionierte Erwartung.
Spielfluss und Dynamik
Der größte LAN-Vorteil liegt im simultanen Spiel. Alle Teilnehmer bearbeiten dieselbe Bahn gleichzeitig, sodass klassische Hot-Seat-Wartezeiten weitgehend entfallen. Sobald alle eingelocht haben oder das Zeitlimit abläuft, geht es gemeinsam weiter.
Dadurch bleibt die gesamte Gruppe im selben Rhythmus. Niemand wartet mehrere Minuten auf seinen nächsten Zug, während andere bereits an einem völlig anderen Punkt der Runde angekommen sind.
Mit steigender Spielerzahl wird die Partie unübersichtlicher, ohne ihren grundlegenden Ablauf zu verändern. In kleinen Gruppen können Linien bewusst beobachtet und verglichen werden; bei zehn oder zwölf Spielern entstehen mit aktivierten Kollisionen dagegen schnell Kettenreaktionen, bei denen sich kaum noch rekonstruieren lässt, wessen ursprünglicher Plan gerade welchen Ball beeinflusst hat.
Nach unserer LAN-Erfahrung dauert ein kompletter 18-Loch-Kurs ungefähr 45 bis 90 Minuten. Das ist keine technische Herstellerangabe, sondern unser praktischer Erfahrungswert.
Damit ist eine Partie lang genug für einen eigenen Programmpunkt, lässt sich aber weiterhin gut zwischen größere LAN-Titel schieben.
Spaßfaktor
Kaum ein anderes Spiel im LAN-Portfolio lässt Erfolg und Frust so zuverlässig innerhalb weniger Sekunden wechseln.
Ein Schlag sieht perfekt aus, trifft den gewünschten Winkel und rollt sauber Richtung Loch, nur um wenige Zentimeter davor liegen zu bleiben. Beim nächsten Versuch wird die Schlagstärke minimal erhöht, der Ball fliegt am Ziel vorbei und liegt anschließend schlechter als vorher.
Genau diese kleinen Katastrophen sind ein wesentlicher Teil des Spaßes.
Portale, Rampen, Schleudern, Loopings und andere ungewöhnliche Kursmechaniken sorgen zusätzlich dafür, dass Golf With Your Friends deutlich weiter geht als klassisches Minigolf. Trotzdem bleibt die grundlegende Mechanik sofort verständlich.
Das macht das Spiel besonders wertvoll als LAN-Ergänzung. Neue Teilnehmer benötigen keine lange Einführung und können bereits nach wenigen Minuten ernsthaft um Platzierungen spielen.
Wie ernsthaft, zeigt sich spätestens an einem Par-2-Loch. Wer dort sieben Schläge benötigt, bezeichnet Golf With Your Friends meistens nur noch sehr eingeschränkt als Gelegenheitsspiel.
Für eine komplette LAN-Nacht fehlt dem Titel dagegen die langfristige Progression größerer Hauptspiele. Gerade deshalb funktioniert er hervorragend als wiederkehrender Slot, Side-Event oder unkomplizierte Abwechslung.
Zusätzliche Features
Steam Workshop, Custom Maps und Level-Editor
Die Steam-Version unterstützt den Steam Workshop und enthält einen Level-Editor. Spieler können eigene Kurse erstellen, teilen und Community-Inhalte verwenden.
Für wiederkehrende LANs ist das ein wichtiger Langzeitfaktor. Sobald die offiziellen Kurse bekannt sind, kann ein vorbereiteter Pool aus Workshop-Strecken neue Linien, Hindernisse und Überraschungen in die Runde bringen.
Die benötigten Inhalte sollten allerdings bereits vor der Veranstaltung abonniert und getestet werden. Das spart Downloadzeit und verhindert, dass ein vermeintlich brillanter Community-Kurs erst während eines Turniers seine weniger überzeugenden Seiten offenbart.
Gerade bei Workshop-Inhalten lohnt sich eine Vorauswahl. Ein Kurs kann kreativ, spektakulär und technisch sauber sein – und mit zwölf Spielern trotzdem eine ausgesprochen schlechte Idee darstellen.
Diese Erkenntnis sollte besser beim Testlauf entstehen als im Finale.
Turniere und LAN-Events
Golf With Your Friends eignet sich spielerisch sehr gut für ein LAN-Turnier, bringt jedoch keine vollständige integrierte Turnierverwaltung mit. Brackets, Rundenplanung und eine veranstaltungsweite Ergebnisverwaltung müssen außerhalb des Spiels organisiert werden.
Die eigentliche Partie liefert dafür eine unkomplizierte Grundlage. Das Ziel ist sofort verständlich, die Ergebnisse eines Kurses sind klar und mit bis zu zwölf Teilnehmern kann bereits eine größere Gruppe gleichzeitig spielen.
Für einen fairen Wettbewerb sollten Kurs, Modus, Power-ups, Ballkollisionen, Zeitlimit und andere relevante Regelparameter vorab feststehen. Gerade die Kollisionen entscheiden erheblich darüber, welche Art von Turnier entsteht. Ohne sie lässt sich individuelle Leistung sauberer vergleichen; mit ihnen bekommt das Teilnehmerfeld zusätzliche taktische Möglichkeiten und die Turnierleitung möglicherweise zusätzliche Gespräche.
Bei mehr als zwölf Spielern bietet sich eine Qualifikation über mehrere Lobbys mit anschließendem Finale an. Durch die überschaubare Rundendauer lässt sich Golf With Your Friends gut als Side-Tournament in einen größeren LAN-Zeitplan integrieren.
Unser Verein Tastensport verfügt über Erfahrung in der Durchführung von Turnieren und der Verwaltung von Ergebnissen bei LAN-Events. Für Golf With Your Friends lässt sich daraus ein eigenes Turnierkonzept entwickeln, das den niedrigen Einstieg mit klaren und vergleichbaren Regeln verbindet.
Golf With Your Friends gehört damit zu den stärkeren LAN-Side-Events: schnell verstanden, für kleine wie große Gruppen innerhalb seiner Kapazität geeignet und flexibel genug, um zwischen ernsthaftem Wettbewerb und kontrolliertem Unsinn zu wechseln.
Und spätestens im Finale entscheidet sich ohnehin die wichtigste Frage des Abends: War der letzte Schlag wirklich Pech – oder war die Linie einfach schlecht?
Besten Dank!
Autor: MooKo


