8-Bit Armies auf der LAN: Mein innerer Feldherr ist acht Jahre alt
LAN-Übersicht
Version 1.0 am 25.10.2026
| Spielname | 8-Bit Armies |
|---|---|
| Tastensport-Empfehlung | Sehr gut für unkomplizierte Echtzeitstrategie, spontane Gefechte und kleine bis mittlere LAN-Turniere. |
| Kurzfazit | Klassischer Basisbau in bunter Klötzchenoptik, schnelle Gefechte und ausdrücklich ausgewiesene LAN-Modi. Leicht zu lernen, gegen erfahrene RTS-Spieler aber schwer zu gewinnen. |
| Geeignete Spielerzahl | 2 bis 8 aktive Spieler im Multiplayer. Zusätzlich Koop-Missionen für 2 Spieler. |
| Empfohlene Gruppengröße | 4 bis 6 Spieler für übersichtliche Teamgefechte, bis zu 8 für größere Skirmish-Partien. |
| Spielzeit | Meist etwa 15 bis 45 Minuten pro Skirmish, abhängig von Karte, Spielweise und Kräfteverhältnis. |
| LAN-Aufwand | Gering bis mittel. Spielversionen vereinheitlichen, Karten vorbereiten und LAN-Verbindung testen. |
| Internetanforderungen | Steam weist LAN-PvP und LAN-Koop aus. Ein vollständig internetfreier Betrieb wurde nicht praktisch bestätigt. Die GOG-Fassung benötigt laut Shop GOG Galaxy für Multiplayer. |
| Wettbewerbseignung | Gut für Skirmish-Serien, Teamturniere und Best-of-Three-Begegnungen mit externer Ergebnisverwaltung. |
| Wiederspielwert | Hoch durch unterschiedliche Karten, Teamgrößen, KI-Gegner und selbst erstellte Workshop-Karten. |
| Tastenresultat | 7,67 von 10 Tasten |
| Zielgruppe | RTS-Fans und gemischte LAN-Gruppen, die klassische Echtzeitstrategie ohne lange Einarbeitung suchen. |
Tastenresultat
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Spielerfahrung: 7,50 von 10 Tasten
- Umgang mit Skillunterschieden: 5 von 10
- Teamplay: 8 von 10
- Lernkurve: 8 von 10
- Spaßfaktor: 9 von 10
Voraussetzungen und Funktionsfähigkeit: 8,50 von 10 Tasten
- Technische Anforderung: 10 von 10
- LAN-Setup: 7 von 10
- Performance: 9 von 10
- Preis: 8 von 10
Wettbewerbstauglichkeit: 7,00 von 10 Tasten
- Turniermodus: 7 von 10
- Spielerzahl: 6 von 10
- Gruppenflexibilität: 7 von 10
- Zeit: 8 von 10
Gesamtwertung: 7,67 von 10 Tasten
Fazit
8-Bit Armies bringt das Spielgefühl klassischer Echtzeitstrategie zurück, ohne daraus gleich eine Wissenschaft zu machen. Die Basis steht schnell, die ersten Panzer rollen los und spätestens beim Angriff auf die gegnerische Raffinerie ist die friedliche Aufbauphase vorbei. Gerade auf einer LAN funktioniert das hervorragend: Die Regeln sind schnell verstanden, die Hardwareanforderungen niedrig und dank echtem LAN-Modus können bis zu acht Spieler gegeneinander antreten. Allerdings bleibt RTS-Erfahrung ein gewaltiger Vorteil. Während der Neuling noch seine Gebäude sortiert, hat der Veteran längst die halbe Karte unter Kontrolle. Mit halbwegs ausgeglichenen Teams und passenden Karten ist 8-Bit Armies deshalb ein starker Kandidat für spontane Gefechte und kleine Turniere. Und wer nach der Niederlage behauptet, er hätte nur noch fünf Minuten zum Aufbau gebraucht, bekommt seine Antwort vermutlich in Form weiterer Panzer.
Spielbeschreibung
Das 2016 veröffentlichte Echtzeitstrategiespiel von Petroglyph Games nimmt die vertraute Formel aus Ressourcenabbau, Basisbau, Einheitenproduktion und gegnerischen Angriffen und reduziert sie auf das Wesentliche. Statt verschachtelter Technologiezweige und seitenlanger Einheitenbeschreibungen gibt es übersichtliche Produktionsketten, klar erkennbare Truppen und eine farbenfrohe Voxel-Optik.
Wer früher gern Basen errichtet und Panzerkolonnen über die Karte geschickt hat, fühlt sich schnell zu Hause. Einheiten werden produziert, Rohstoffquellen gesichert, Verteidigungsanlagen gebaut und gegnerische Stellungen angegriffen. Das alles geht zügig von der Hand, ohne dass 8-Bit Armies deshalb auf die grundlegenden Entscheidungen eines klassischen RTS verzichtet.
Gerade für LAN-Partys ist diese Mischung interessant. Niemand muss erst eine komplizierte Wirtschaftssimulation verstehen, bevor die erste Schlacht beginnt. Gleichzeitig bleibt genug Raum für Flankenangriffe, überraschende Vorstöße und jene Momente, in denen man feststellt, dass der Gegner schon eine zweite Basis besitzt, während man selbst noch stolz auf die erste ist.
Neben der Einzelspielerkampagne bietet 8-Bit Armies Koop-Missionen, Gefechte gegen die KI und kompetitive Multiplayer-Partien. In geeigneten Skirmish-Karten können bis zu acht Spieler gleichzeitig antreten.
Multiplayer-Setup im LAN-Modus
Grundsätzliche LAN-Voraussetzungen
Bei 8-Bit Armies ist die LAN-Unterstützung nicht bloß eine Hoffnung, die sich aus dem Multiplayer-Menü ableiten lässt. Die Steam-Produktseite weist ausdrücklich LAN-PvP und LAN-Koop aus. Damit unterscheidet sich das Spiel von Titeln, bei denen zwar alle Teilnehmer im selben Raum sitzen, das eigentliche Match aber ausschließlich über öffentliche Online-Dienste zustande kommt.
Allerdings sollte man daraus nicht automatisch schließen, dass jede Edition unter allen Umständen vollständig ohne Internetverbindung funktioniert. Ein eigenständiger LAN-Modus ist zwar ausgewiesen, der konkrete Offline-Ablauf mit aktuellen Clients wurde für diesen Test aber nicht praktisch überprüft.
Die allgemeine Spielbeschreibung erwähnt außerdem dedizierte Server für Online-Partien. Das ist nicht dasselbe wie ein lokaler Server, den der Veranstalter selbst betreibt. Wer auf eine bestimmte Netzwerkarchitektur angewiesen ist, sollte diesen Unterschied berücksichtigen.
Kompatibilität und Clientauswahl
Am einfachsten lässt sich eine LAN vorbereiten, wenn alle Teilnehmer dieselbe aktuelle Steam-Version verwenden. Das vermeidet zumindest die naheliegenden Probleme durch unterschiedliche Spielstände und erleichtert die Verteilung gemeinsamer Workshop-Karten.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die GOG-Fassung. Obwohl das Spiel dort ohne Kopierschutz angeboten wird, weist die Produktseite ausdrücklich darauf hin, dass für den Multiplayer GOG Galaxy benötigt wird. Die allgemeine GOG-Aussage zum offline spielbaren Einzelspielermodus darf deshalb nicht mit einer Garantie für den Multiplayer verwechselt werden.
Wer Steam- und GOG-Versionen mischen möchte, sollte die Verbindung vorher ausprobieren. Eine problemlose Zusammenarbeit der Editionen ist nicht ausreichend belegt, um sie für einen Turnierabend einfach vorauszusetzen.
Auch das Betriebssystem gehört zur Vorbereitung. Die ursprünglichen Systemanforderungen nennen ältere Windows-Versionen, der aktuelle Steam-Client setzt jedoch Windows 10 oder neuer voraus. Auf einer heutigen LAN sind entsprechend aktuelle Windows-Installationen die vernünftige Grundlage.
Das Game-Setup
Vor der ersten Partie stehen einige Entscheidungen an: Welche Karte wird gespielt? Wie viele Teilnehmer treten an? Gibt es Teams oder spielt jeder gegen jeden? Und sollen KI-Gegner freie Plätze besetzen?
Für den Einstieg sind kleinere Teamrunden besonders angenehm. In einem 2-gegen-2-Match behält man leichter den Überblick, und ein erfahrener Mitspieler kann einem Neuling erklären, warum vier zusätzliche Kraftwerke gerade nicht die dringendste Investition sind.
Größere Partien mit bis zu acht Spielern sind ebenfalls möglich, benötigen aber geeignete Karten und eine passende Lobbykonfiguration. Acht Spieler sind dabei die Obergrenze einer Partie, nicht die Voraussetzung für ein ordentliches Gefecht.
Vor dem eigentlichen LAN-Abend empfiehlt sich eine vollständige Testpartie mit den später verwendeten Rechnern. Firewall-Einstellungen, Lobby-Erkennung und Matchstart sollten ebenso geprüft werden wie der Wechsel in eine neue Runde.
Das klingt nach gewöhnlicher Vorbereitung, erspart aber unangenehme Überraschungen. Schließlich soll die erste Stunde eines Strategieturniers möglichst mit Basisbau verbracht werden und nicht mit der Frage, welcher Rechner die Lobby nicht findet.
Technik und Performance im LAN-Modus
Hardware-Anforderungen und Performance
Dass 8-Bit Armies keine hochgezüchtete Hardware verlangt, sieht man dem Spiel bereits an. Die Gebäude wirken wie sorgfältig zusammengesteckte Spielzeugmodelle, Panzer rollen als kantige Miniaturen über die Karte und Explosionen zerlegen die Umgebung in bunte Einzelteile. Hinter der freundlichen Fassade steckt allerdings ein ausgewachsenes Echtzeitstrategiespiel.
Die offiziellen Mindestanforderungen sind entsprechend bescheiden: Ein Dual-Core-Prozessor mit 2,6 GHz, 4 GB Arbeitsspeicher, eine GeForce GTS 250 oder Radeon HD 3870 sowie rund 2 GB Speicherplatz reichen laut Hersteller aus. Empfohlen werden ein Quad-Core-Prozessor, 6 GB RAM und eine Grafikkarte der Klasse GeForce GTX 550 Ti oder Radeon HD 6800.
Damit eignet sich 8-Bit Armies auch für LAN-Gruppen, in denen nicht jeder mit aktueller Spitzenhardware antritt. Selbst ältere Rechner haben grundsätzlich gute Karten, solange die übrige Softwareumgebung mitspielt.
Ein kleiner Vorbehalt bleibt bei großen Gefechten. Wenn mehrere Spieler gleichzeitig ihre Armeen in Bewegung setzen, steigen die Anforderungen an die Simulation. Die niedrigen Systemvoraussetzungen sind deshalb ein gutes Argument für das Spiel, ersetzen aber keinen Probelauf mit voller Besetzung.
Netzwerk und Verbindungsstabilität
Der ausdrücklich ausgewiesene LAN-Modus ist ein echter Pluspunkt. Allerdings unterscheiden sich die Verbindungswege je nach Edition. Während Steam LAN-PvP und LAN-Koop aufführt, verlangt die GOG-Fassung für ihren Multiplayer den Galaxy-Client.
Wer eine LAN organisiert, sollte sich daher nicht allein auf die Produktbeschreibung verlassen, sondern die geplante Konfiguration vorab durchspielen. Besonders wichtig sind die Lobby-Erkennung, der erfolgreiche Matchstart und die Frage, ob nach einer abgeschlossenen Partie problemlos eine neue Begegnung gestartet werden kann.
Für Turniere ist das entscheidend. Eine verlorene Partie lässt sich verschmerzen. Eine Begegnung, die wegen unterschiedlicher Versionen gar nicht erst beginnt, bringt dagegen den gesamten Zeitplan durcheinander.
Grafik und Sound
8-Bit Armies trägt seinen Retrocharme offen zur Schau. Die Voxel-Grafik erinnert an ein Strategiespiel aus Bauklötzen, bei dem jemand beschlossen hat, sämtliche Modelle mit Raketenwerfern auszustatten. Das sieht freundlich aus, ist im Gefecht aber keineswegs harmlos.
Die reduzierte Darstellung hat einen praktischen Vorteil: Gebäude, Einheiten und Truppenbewegungen bleiben gut erkennbar. Statt sich durch aufwendige Effekte arbeiten zu müssen, sieht man recht schnell, wo die eigene Verteidigung nachgibt und welche Flanke gerade dringend Verstärkung braucht.
Auch akustisch setzt das Spiel auf die vertraute Energie klassischer Echtzeitstrategie. Waffenfeuer, Explosionen und die musikalische Begleitung unterstützen das hohe Tempo, ohne dass man für jede taktische Entscheidung erst einen Funkspruch entschlüsseln müsste.
Auf einer LAN passt diese Präsentation hervorragend. Wer kurz über die Schulter eines Mitspielers schaut, erkennt meist sofort, ob dort gerade eine Armee zum Angriff ansetzt oder die letzten Gebäude einer Basis fallen.
Gameplay im LAN-Modus
Spielmodi und Regelgestaltung
8-Bit Armies macht es einem leicht, in die erste Partie zu finden. Ressourcen sammeln, Gebäude errichten, Einheiten produzieren, angreifen. Wer schon einmal ein klassisches Basisbau-RTS gespielt hat, versteht die Abläufe beinahe sofort.
Doch die vertraute Formel hat einen Haken: Sie funktioniert nur so lange entspannt, wie der Gegner mit dem eigenen Bautempo einverstanden ist.
Während ein Anfänger noch überlegt, welches Gebäude als Nächstes sinnvoll wäre, hat ein erfahrener Spieler längst seine Produktion erweitert, zusätzliche Ressourcen gesichert und die ersten Einheiten auf Erkundung geschickt. Das Spiel ist leicht zu bedienen, aber keineswegs leicht zu beherrschen.
Genau darin liegt sein Reiz. Die vereinfachten Produktionsketten lassen weniger Zeit zwischen Planung und Umsetzung verstreichen. Wer eine Idee hat, kann sie schnell ausprobieren. Wer eine schlechte Idee hat, erfährt meist ebenso schnell, warum sie schlecht war.
Neben klassischen Skirmish-Partien stehen Gefechte gegen KI-Gegner und kooperative Missionen zur Verfügung. Für größere LAN-Runden sind vor allem die kompetitiven Gefechte interessant, die auf geeigneten Karten bis zu acht Teilnehmer unterstützen.
Balancing und Fairness im LAN-Modus
Der niedrige Einstieg bedeutet nicht, dass alle Spieler dieselben Chancen besitzen. RTS-Erfahrung bleibt ein erheblicher Vorteil, selbst wenn das Spiel viele komplizierte Mechaniken bewusst vereinfacht.
Wer seine Wirtschaft durchgehend am Laufen hält, früh aufklärt und gleichzeitig mehrere Einheitenverbände steuert, setzt einen Gelegenheitsspieler schnell unter Druck. Eine hübsch angelegte Basis hilft wenig, wenn sie nach zehn Minuten zwar ordentlich aussieht, aber kaum Truppen produziert.
In gemischten Gruppen können Teams diesen Unterschied abfedern. Ein erfahrener Spieler übernimmt beispielsweise die strategische Koordination, während ein Neuling sich zunächst auf Verteidigung und einzelne Angriffe konzentriert. Das schafft Raum zum Lernen, ohne dass jeder Fehler sofort die ganze Partie kostet.
Eine echte spielinterne Angleichung großer Skillunterschiede ist damit allerdings nicht verbunden. Wer faire Begegnungen möchte, sollte die Teams bewusst zusammenstellen und nach den ersten Partien gegebenenfalls neu mischen.
Besonders angenehm ist, dass sich Niederlagen meist nachvollziehen lassen. Oft erkennt man schon während des Gefechts, dass zu wenig Einheiten produziert, ein Rohstoffpunkt zu spät gesichert oder eine Flanke zu lange ignoriert wurde. Für die nächste Runde hat man dann zumindest einen Plan. Ob der Gegner einem die Zeit gibt, ihn umzusetzen, ist eine andere Frage.
Erfahrung und Atmosphäre im LAN-Modus
Kommunikation und Teamwork
Im Teamspiel entwickelt 8-Bit Armies eine Dynamik, die weit über das gleichzeitige Errichten mehrerer Basen hinausgeht. Sobald die ersten Gegner auftauchen, muss entschieden werden, wer verteidigt, wer expandiert und wer den Angriff übernimmt.
Ein Mitspieler kann mit seinen Einheiten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während der andere über eine weniger geschützte Route vorstößt. Ebenso lässt sich eine bedrohte Basis gemeinsam verteidigen, sofern die Verstärkung rechtzeitig eintrifft.
Gerade solche Situationen machen den Reiz auf einer LAN aus. Aus dem zunächst harmlosen Hinweis, dass im Norden ein paar gegnerische Fahrzeuge aufgetaucht sind, wird schnell die Erkenntnis, dass dort inzwischen eine vollständige Panzerkolonne steht.
Dabei zeigt sich auch, wie wichtig klare Absprachen sind. Ein gemeinsamer Angriff funktioniert nur, wenn beide Armeen ungefähr zur selben Zeit eintreffen. Wer seinem Partner verspricht, die gegnerische Basis von Süden aus anzugreifen, sollte nicht erst dann mit der Produktion beginnen, wenn dessen Truppen bereits unter Beschuss stehen.
8-Bit Armies verlangt dafür keine festen Rollen oder komplizierten Teammechaniken. Schon einfache Absprachen über Angriff, Verteidigung und Ressourcen reichen aus, um aus zwei Einzelkämpfern eine brauchbare Mannschaft zu machen.
Spielfluss und Dynamik
Viele Echtzeitstrategiespiele beginnen mit einer längeren Aufbauphase. 8-Bit Armies hält sich damit nicht unnötig auf. Die ersten Gebäude stehen schnell, Einheiten lassen sich zügig produzieren und der Weg zum ersten Gefecht ist angenehm kurz.
Dadurch entstehen Partien, in denen sich die Lage innerhalb weniger Minuten vollständig verändern kann. Eine zunächst ausgeglichene Begegnung kippt, sobald ein Spieler einen wichtigen Rohstoffpunkt verliert oder eine Verteidigungslinie durchbrochen wird.
Das hohe Tempo sorgt für einen guten LAN-Rhythmus. Nach einer Niederlage ist der Frust meist noch frisch genug, um sofort eine Revanche zu verlangen. Und weil eine neue Partie keinen großen organisatorischen Aufwand verursacht, kann die Gruppe diesen Wunsch oft direkt erfüllen.
Typische Skirmish-Runden lassen sich grob mit 15 bis 45 Minuten einplanen. Die tatsächliche Dauer hängt allerdings stark von Karte, Spielstärke und Siegbedingungen ab. Wer früh aggressiv spielt, kann eine Begegnung schnell entscheiden. Zwei vorsichtige Gegner mit gut ausgebauten Verteidigungen beschäftigen sich dagegen deutlich länger.
Für feste Turnierzeiten empfiehlt sich deshalb ein kleiner Puffer. 8-Bit Armies ist zwar wesentlich besser planbar als ein offenes Aufbau- oder Survival-Spiel, besitzt aber keinen universellen Rundentimer, der jede Begegnung zuverlässig beendet.
Spaßfaktor
Das Schönste an 8-Bit Armies ist der Gegensatz zwischen seiner niedlichen Optik und dem, was die Spieler darin veranstalten.
Da stehen kleine, bunte Gebäude ordentlich nebeneinander, während ein paar ebenso bunte Panzer auf der Straße patrouillieren. Alles wirkt beinahe gemütlich. Bis ein Gegner beschließt, dass die eigene Raffinerie eigentlich ein hervorragendes Angriffsziel wäre.
Wenig später brennt die halbe Basis, die frisch produzierten Einheiten fahren in die falsche Richtung und aus dem Nachbarstuhl kommt die Frage, warum man denn keine Verteidigung gebaut habe. Die Antwort, dass man gerade mit dem Bau einer besonders schönen zweiten Produktionshalle beschäftigt war, überzeugt erfahrungsgemäß niemanden.
Solche Situationen machen 8-Bit Armies zu einem dankbaren LAN-Spiel. Der Einstieg ist schnell geschafft, die Gefechte liefern ständig neue Entscheidungen und selbst verlorene Partien enden oft mit einer ziemlich konkreten Vorstellung davon, was beim nächsten Versuch anders laufen soll.
Für reine RTS-Neulinge kann das Tempo allerdings auch anstrengend werden. Wer gleichzeitig bauen, produzieren, verteidigen und angreifen muss, merkt schnell, dass die freundliche Grafik keine Rücksicht auf überforderte Kommandanten nimmt.
Zusätzliche Features im LAN-Modus
Anpassungen und Zusatzinhalte
Wer 8-Bit Armies häufiger auf einer LAN spielt, muss nicht dauerhaft bei den mitgelieferten Karten bleiben. Das Spiel enthält einen Karteneditor und unterstützt den Steam Workshop.
Der Editor erlaubt es, eigene Multiplayer-Karten zu erstellen und anschließend mit anderen Spielern zu teilen. Laut Entwickler können dabei bis zu acht Startpositionen eingerichtet werden.
Für wiederkehrende LAN-Veranstaltungen ist das eine interessante Möglichkeit. Kleine Karten können schnelle Gefechte fördern, während größere Spielfelder mehr Raum für Expansion und längere Angriffe bieten.
Allerdings sollte ein Turnier nicht zur Premiere einer ungetesteten Eigenkreation werden. Wenn ein Team direkt neben mehreren Rohstoffquellen startet und das andere zunächst einen halben Kontinent durchqueren muss, dürfte die anschließende Diskussion über die Kartenbalance länger dauern als die Partie selbst.
Ein vorher festgelegter und getesteter Kartenpool ist deshalb die bessere Wahl. So bleibt der Wettbewerb nachvollziehbar, und niemand muss nach seiner Niederlage erst den Kartenarchitekten zur Verantwortung ziehen.
Preis und Verfügbarkeit
8-Bit Armies ist seit April 2016 für PC erhältlich und wird unter anderem über Steam und GOG angeboten. Der reguläre GOG-Listenpreis liegt bei 14,99 Euro, wobei Rabattaktionen den Einstieg zeitweise deutlich günstiger machen. Die Preise können je nach Plattform und Region abweichen.
Für eine LAN benötigt jeder aktive Teilnehmer eine passende Spielinstallation. Gerade bei acht Spielern lohnt es sich daher, vorab zu klären, wer das Spiel bereits besitzt und welche Edition verwendet wird.
Neben dem Grundspiel sind zusätzliche Inhalte wie die Guardians-Kampagne und der Soundtrack erhältlich. Für gewöhnliche Skirmish-Partien und kleine PvP-Turniere ist das Grundspiel die entscheidende Anschaffung.
Gemessen an der technischen Zugänglichkeit, dem Multiplayer-Umfang und den Möglichkeiten durch den Karteneditor bietet 8-Bit Armies ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
Turnier-Modi und LAN-Events
Für kleine LAN-Turniere bringt 8-Bit Armies vieles mit, was man sich von einem klassischen Echtzeitstrategiespiel wünscht. Die Partien haben klare Siegbedingungen, es gibt unterschiedliche Teamgrößen und die Gefechte lassen sich auf festgelegten Karten wiederholen.
Damit eignen sich sowohl direkte Duelle als auch Teamturniere. Bei überschaubaren Teilnehmerzahlen sind Gruppenphasen oder Best-of-Three-Begegnungen gut umsetzbar. Die Entscheidung fällt auf dem Schlachtfeld und nicht erst nach einer komplizierten Punkteauswertung.
Ein integrierter Turnierbaum mit umfassender Veranstalterverwaltung ist allerdings nicht dokumentiert. Paarungen, Ergebnisse und Zeitfenster müssen deshalb extern organisiert werden.
Für einen fairen Ablauf empfiehlt sich ein fester Kartenpool mit identischen Spielversionen und klaren Regeln zur Teamzusammenstellung. Ebenso sollte vorher feststehen, was bei einem Verbindungsabbruch passiert und wie mit besonders langen Partien umgegangen wird.
Bei großen Unterschieden im Erfahrungsniveau bieten sich Teamturniere an. So können erfahrene Spieler mit weniger geübten Teilnehmern zusammenspielen, statt dass jeder Neuling im ersten Einzelduell von einem RTS-Veteranen überrollt wird.
Unser Verein Tastensport verfügt über Erfahrung mit der Durchführung von Turnieren und der Ergebnisverwaltung bei LAN-Events. Diese spezielle Expertise steht unseren Sponsoren zur Verfügung.
8-Bit Armies eignet sich damit hervorragend für einen kompakten Strategiewettbewerb, der nicht den gesamten LAN-Abend beansprucht. Und wer im Finale verliert, weil seine komplette Armee einer einzelnen gegnerischen Einheit hinterhergefahren ist, hat immerhin schon ein Thema für die anschließende Manöverkritik.
Besten Dank!
Autor: MooKo

