Skyrim Together Reborn auf der LAN: Himmelsrand braucht einen Reiseleiter

LAN-Übersicht

Version 1.0 am 14.02.2025

Version 2.0 am 17.08.2026

SpielnameThe Elder Scrolls V: Skyrim mit Skyrim Together Reborn
Tastensport-EmpfehlungStarker Koop-Titel für vorbereitete, längere LAN-Sessions; kaum als Turnierspiel geeignet
KurzfazitSkyrim Together Reborn macht Himmelsrand zum gemeinsamen Abenteuer. Die Mod belohnt gute Vorbereitung und eine feste Partyführung mit außergewöhnlichen Koop-Momenten, bleibt technisch aber anspruchsvoller als nativer Multiplayer.
Geeignete SpielerzahlEtwa 2–8 Spieler; kleinere Gruppen sind organisatorisch einfacher
Empfohlene GruppengrößeEher 3–5 Spieler für eine gemeinsame Kampagne; größere Gruppen funktionieren, erhöhen aber den Koordinationsaufwand
SpielzeitVor allem für lange Sessions oder über mehrere LANs fortgeführte Kampagnen; für kurze, eng geplante Slots ungeeignet
LAN-AufwandHoch: identische Spiel- und Modversionen, Address Library, Server, Firewall, lokale IP, Party-Setup und ein vorheriger Verbindungstest sollten vorbereitet sein
InternetanforderungenDer eigene Server kann lokal im LAN angesprochen werden; Installation und Updates sollten bereits vor der Veranstaltung abgeschlossen sein
WettbewerbseignungGering: kein integrierter Turniermodus und keine native Match-, Score- oder Bracket-Struktur
WiederspielwertSehr hoch durch offene Welt, unterschiedliche Charakterentwicklungen und fortsetzbare gemeinsame Kampagnen
Tastenresultat6,42 von 10 Tasten
ZielgruppeLAN-Gruppen, die ein gemeinsames Rollenspiel-Abenteuer suchen und dafür höheren technischen Vorbereitungsaufwand akzeptieren

Tastenresultat

Wie wir die LAN-Tauglichkeit bewerten und was die einzelnen Tasten-Kriterien bedeuten, erfährst du in unserem Bewertungssystem für LAN-Game Reviews.

Spielerfahrung: 8,75 von 10 Tasten

  • Skillgaps: 8 von 10
  • Teamplay: 9 von 10
  • Lernkurve: 8 von 10
  • Spaßfaktor: 10 von 10

Voraussetzungen und Funktionsfähigkeit: 5,5 von 10 Tasten

  • Technische Anforderung: 9 von 10
  • LAN-Setup: 4 von 10
  • Performance: 5 von 10
  • Preis: 4 von 10

Wettbewerbstauglichkeit: 5 von 10 Tasten

  • Turniermodus: 1 von 10
  • Kompensation Skillgaps: 8 von 10
  • Spielerzahl: 8 von 10
  • Zeit: 2 von 10

Gesamtwertung: 6,42 von 10 Tasten

Fazit: Skyrim Together Reborn macht aus einem der bekanntesten Einzelspieler-Rollenspiele ein ungewöhnlich reizvolles Koop-Spiel für die LAN. Sein großer Gewinn liegt nicht im Wettbewerb, sondern im gemeinsamen Erleben: Dungeons, Drachenkämpfe, Erkundung und die unvermeidlichen Skyrim-Momente funktionieren mit Freunden hervorragend. Gleichzeitig darf die Mod nicht wie ein nativer Multiplayer-Titel behandelt werden. Einheitliche Versionen, ein vorbereiteter Server, eine abgestimmte Mod-Konfiguration und eine klare Partyführung sind wesentlich wichtiger als bei Spielen, die von Anfang an für Koop entwickelt wurden. Wer diese Hürde vor der Veranstaltung nimmt, bekommt dafür etwas, das klassische Rundenspiele kaum bieten: eine gemeinsame Reise durch Himmelsrand, die nach einer Nacht nicht beendet sein muss, sondern auf der nächsten LAN einfach weitergehen kann.

Spielbeschreibung

The Elder Scrolls V: Skyrim erschien ursprünglich 2011 und wurde von Bethesda Game Studios entwickelt. Als Drachenblut erkundet der Spieler die Provinz Himmelsrand, folgt Haupt- und Nebenquests, schließt sich Fraktionen an, durchstreift Dungeons und entwickelt seinen Charakter weitgehend frei.

All das war ursprünglich als Einzelspieler-Erfahrung gedacht. Skyrim Together Reborn setzt genau dort an und erweitert die PC-Fassung um Koop-Multiplayer. Das Projekt ist auf ungefähr zwei bis acht Spieler ausgelegt.

Dadurch verändert sich Skyrim stärker, als es die bloße Anwesenheit zusätzlicher Spieler zunächst vermuten lässt. Aus dem einsamen Weg durch eine Ruine wird eine kleine Expedition. Nahkämpfer stürmen voraus, Magier und Bogenschützen greifen aus der Distanz ein, und irgendwo durchsucht bereits jemand eine Truhe, während der Rest der Gruppe noch mit dem Raum beschäftigt ist.

Auch die offene Welt bekommt einen anderen Charakter. Eine Höhle am Wegesrand kann plötzlich zum gemeinsamen Programmpunkt werden, ein Drachenangriff beschäftigt die ganze Gruppe und selbst eine einfache Reise zwischen zwei Questzielen bietet genügend Gelegenheiten, den ursprünglichen Plan unterwegs vollständig zu vergessen.

Das passt hervorragend zu einer LAN – vorausgesetzt, die Gruppe akzeptiert eine Besonderheit: Together Reborn verwandelt Skyrim nicht nachträglich in ein perfekt auf Multiplayer abgestimmtes Rollenspiel. Viele Systeme stammen weiterhin aus einem Spiel, das für genau einen Drachenblut-Helden entwickelt wurde. Der Koop funktioniert deshalb am besten, wenn die Teilnehmer nicht nur gemeinsam kämpfen, sondern auch ihren Fortschritt miteinander organisieren.

Multiplayer-Setup im LAN

Grundsätzliche LAN-Voraussetzungen

Für eine gemeinsame Runde sollten alle Teilnehmer dieselbe kompatible Version von Skyrim Special Edition beziehungsweise Anniversary Edition verwenden. Skyrim Together Reborn unterstützt die vorgesehenen PC-Versionen über Steam und GOG; zusätzlich gehört die benötigte Address Library for SKSE Plugins zum vorbereiteten Setup.

Noch wichtiger ist die Versionsgleichheit innerhalb der Gruppe. Skyrim, Together Reborn und alle zusätzlich verwendeten Mods sollten auf den beteiligten Rechnern denselben getesteten Stand besitzen.

Eine LAN ist nicht der ideale Ort, um dieses Setup erstmals zusammenzubauen. Was bei einem normalen Multiplayer-Spiel vielleicht mit einem schnellen Update erledigt ist, kann bei einer Mod-Konfiguration zu Versionskonflikten, unterschiedlichen Ladereihenfolgen oder schlicht zu einem Spieler führen, der den Server nicht erreicht.

Die komplette Installation sollte deshalb vorher einmal mit mehreren Clients getestet werden. Funktioniert die vorbereitete Konfiguration, ist der eigentliche Start deutlich weniger dramatisch, als die lange Liste der Voraussetzungen zunächst vermuten lässt.

Der Mod: Skyrim Together Reborn

Together Reborn synchronisiert zentrale Bestandteile der Welt zwischen den Spielern, darunter Charaktere, NPCs, Gegner und Questfortschritt. Die Quest-Synchronisation wurde über die Entwicklung der Mod hinweg verbessert, trotzdem bleibt das Party-System für eine gemeinsame Kampagne besonders wichtig.

Ein Spieler sollte dauerhaft die Rolle des Party Leaders übernehmen. Dieser führt questrelevante Dialoge, nimmt wichtige Questgegenstände auf und löst zentrale geskriptete Ereignisse aus. Die übrigen Teilnehmer können währenddessen kämpfen, Dungeons erkunden, Rätsel lösen und sich an vielen Stellen wesentlich freier bewegen.

Diese Rollenverteilung wirkt in einem offenen Rollenspiel zunächst etwas widersprüchlich. Praktisch gibt sie der Gruppe aber einen gemeinsamen Takt. Wenn bei einer Quest fünf Leute gleichzeitig versuchen, auf unterschiedliche Weise den nächsten Skriptzustand auszulösen, wird aus Freiheit schnell Fehlersuche.

Der Party Leader ist deshalb weniger Gruppenchef als organisatorischer Anker für die gemeinsame Kampagne.

Server und lokale Verbindung

Für die LAN kann ein eigener Skyrim-Together-Server im lokalen Netzwerk gestartet werden. Dieser läuft als separates Programm. Der standardmäßig verwendete Port ist 10578. Teilnehmer im selben Netzwerk verbinden sich mit der lokalen IP-Adresse des Serverrechners und dem konfigurierten Port. Eine Portweiterleitung vom Router ins Internet ist für reine Verbindungen innerhalb desselben LANs nicht erforderlich.

Damit besitzt Together Reborn trotz seines Mod-Charakters eine für LAN-Veranstalter interessante Eigenschaft: Die eigentliche Spielsitzung kann auf einem eigenen lokalen Server stattfinden.

Auf dem Serverrechner müssen Firewall und Serverkonfiguration stimmen. Eine bekannte lokale IP erleichtert den Teilnehmern den direkten Beitritt. Mehr Netzwerkzauberei sollte daraus allerdings nicht gemacht werden – wenn alle Clients denselben vorbereiteten Stand besitzen und den Server erreichen, ist der schwierigste Teil bereits erledigt.

Das Game-Setup

Nach dem Start von Together Reborn öffnen die Spieler die Multiplayer-Oberfläche, verbinden sich mit dem vorbereiteten Server und bilden anschließend ihre Party. Bei einer länger laufenden Kampagne sollte derselbe Party Leader erhalten bleiben.

Für eine neue LAN-Kampagne empfiehlt sich ein gemeinsamer Startpunkt nach dem Intro. Charaktere sollten sich auf einem vergleichbaren Entwicklungsstand befinden, bevor die eigentliche Reise beginnt.

Bevor die Gruppe mehrere Stunden in eine Questlinie investiert, lohnt sich eine kurze Proberunde. Sind alle Spieler sichtbar? Erscheinen Gegner korrekt? Funktioniert der gemeinsame Questfortschritt? Wenn diese Grundlagen stimmen, kann die eigentliche Session beginnen.

Speichern bleibt trotzdem wichtig. Besonders vor größeren Questfortschritten und geskripteten Ereignissen ist ein zusätzlicher Speicherstand eine günstige Versicherung gegen Situationen, in denen Skyrim und eine Multiplayer-Mod gemeinsam beschließen, ihre kreative Seite zu zeigen.

Internetabhängigkeit

Der eigene Server lässt sich innerhalb des lokalen Netzwerks direkt erreichen. Die eigentliche LAN-Verbindung ist damit nicht grundsätzlich darauf angewiesen, dass sämtliche Spielpakete über das Internet laufen.

Für Installation und Aktualisierung sieht es anders aus. Skyrim, Together Reborn, Address Library, Modmanager und gegebenenfalls weitere Mods sollten bereits vollständig vorhanden sein, bevor die Veranstaltung beginnt.

Das ist weniger eine Besonderheit der Netzwerkverbindung als eine Konsequenz des gesamten Mod-Setups. Fehlende Dateien oder unterschiedliche Versionen erst vor Ort zu reparieren, kostet schnell mehr Zeit als der eigentliche Serverstart.

Technik und Performance im LAN

Hardware-Anforderungen

Skyrim Special Edition stellt auf heutiger Gaming-Hardware keine außergewöhnlichen Anforderungen. Als offizielle Mindestwerte werden unter anderem ein Intel Core i5-750 beziehungsweise AMD Phenom II X4-945, 8 GB RAM und eine GeForce GTX 470 beziehungsweise Radeon HD 7870 genannt. Empfohlen werden beispielsweise ein Core i5-2400 beziehungsweise FX-8320 und eine GTX 780 beziehungsweise R9 290.

Diese Angaben beschreiben allerdings das Basisspiel. Sie garantieren nicht, dass eine beliebig erweiterte Skyrim-Installation mit Together Reborn und umfangreichen Grafik-, Script- oder Gameplay-Mods dieselbe Performance erreicht.

Für eine LAN ist deshalb ein getestetes Gesamtpaket aussagekräftiger als die nackte Mindestanforderung. Ein Rechner, auf dem Skyrim Special Edition problemlos läuft, ist grundsätzlich eine gute Ausgangsbasis. Werden anschließend mehrere umfangreiche Mods ergänzt, verändert die Gruppe selbst die technischen Rahmenbedingungen.

Die Hardwarehürde bleibt damit vergleichsweise niedrig. Die eigentliche technische Herausforderung liegt weniger in GPU und Prozessor als darin, auf mehreren Rechnern dieselbe stabile Spielumgebung herzustellen.

Host und Netzwerkstabilität

Together Reborn erweitert ein ursprünglich für Einzelspieler entwickeltes Rollenspiel. Entsprechend können Desynchronisationen, Questprobleme oder einzelne Darstellungsfehler auftreten. Eine kabelgebundene Netzwerkverbindung ist für eine LAN daher die sinnvollste Grundlage und beseitigt zumindest WLAN als zusätzliche mögliche Fehlerquelle.

Kleine Gruppen können Server und Spielclient auf demselben Rechner betreiben. Für eine längere Kampagne ist ein separater Server oder ein bewusst ausgewählter Host organisatorisch sauberer.

Dabei geht es weniger um extreme Serverleistung. Wichtiger ist ein Rechner, der zuverlässig läuft und dessen Netzwerk- und Firewall-Konfiguration bereits geprüft wurde.

Fällt der Server während eines kurzen Shooters aus, startet man schlimmstenfalls die Runde neu. Wenn eine Gruppe seit mehreren Stunden gemeinsam durch Himmelsrand zieht, ist die Bereitschaft zu solchen Experimenten erfahrungsgemäß deutlich geringer.

Grafik und Sound

Together Reborn verändert die grundlegende Präsentation von Skyrim nicht. Gebirge, Wälder, Ruinen, Städte und das wechselnde Wetter bleiben dieselben, die bereits das Einzelspiel geprägt haben. Die Mod ergänzt in erster Linie die Multiplayer-Synchronisation.

Dabei können Animationen, NPC-Zustände oder Effekte zwischen mehreren Clients gelegentlich weniger sauber wirken als im ursprünglichen Einzelspiel. Das gehört zu den sichtbaren Stellen, an denen man merkt, dass Multiplayer nachträglich in ein bestehendes Rollenspiel integriert wurde.

Interessanter ist jedoch, wie sich die Atmosphäre im Raum verändert. Skyrim lebt allein häufig von langen ruhigen Wegen, Musik und dem Gefühl, eine große Welt auf eigene Faust zu erkunden. Im Koop bleibt diese Kulisse erhalten, bekommt aber eine soziale Ebene dazu.

Ein Drachenangriff ist zu viert weniger einsame Heldensage und mehr gemeinsames Ereignis – meistens inklusive mindestens eines Spielers, der gerade ganz woanders looten wollte.

Gameplay im LAN

Spielerzahl und gemeinsames Abenteuer

Klassische Multiplayer-Modi besitzt Together Reborn nicht. Statt Capture the Flag, Team Deathmatch oder einzelnen Runden wird die offene Struktur von Skyrim in den Koop übertragen.

Das Projekt ist auf ungefähr zwei bis acht Spieler ausgelegt. Deutlich größere Gruppen wurden zwar technisch erprobt, daraus sollte für eine normale LAN aber keine Empfehlung für Massenspiel abgeleitet werden.

Ohnehin ist die maximale Teilnehmerzahl nicht automatisch die beste. Mit drei oder vier Spielern lässt sich meist schnell entscheiden, welcher Quest gefolgt wird und wer gerade mit einem NPC spricht. Bei acht Teilnehmern müssen deutlich mehr Interessen, Charaktere und spontane Abstecher koordiniert werden.

Spielerisch entwickelt sich Skyrim dadurch in eine Richtung, die das Original nur indirekt vorgesehen hat. Ein Nahkämpfer kann Gegner binden, während Magie und Pfeile aus der zweiten Reihe kommen. Beschworene Kreaturen erhöhen das Durcheinander zusätzlich, und Heilung oder unterstützende Fähigkeiten gewinnen in einer Gruppe einen anderen Stellenwert als beim alleinigen Spielen.

Ein starres Tank-Heiler-DPS-System entsteht daraus trotzdem nicht. Die Charakterentwicklung bleibt Skyrim. Gerade deshalb können die Teilnehmer ihre Builds relativ frei wählen und erst im Verlauf herausfinden, welche Kombinationen innerhalb ihrer Gruppe besonders gut funktionieren.

Balancing und Fairness

Skyrim wurde nicht für mehrere gleichzeitig kämpfende Drachenblüter ausbalanciert. Eine Gruppe kann Gegner wesentlich schneller überwältigen als ein einzelner Charakter, und große Unterschiede bei Stufe und Ausrüstung verschärfen diesen Effekt.

Für eine gemeinsame Kampagne empfiehlt sich deshalb ein ähnlicher Ausgangspunkt. Vier frisch beziehungsweise vergleichbar entwickelte Charaktere erzeugen ein schlüssigeres Gruppenerlebnis als eine Mischung aus Anfänger und Veteran, der bereits mit einer halben Daedra-Ausstellung im Inventar auftaucht.

Skillunterschiede sind dagegen weniger problematisch als in einem kompetitiven Spiel. Erfahrene Teilnehmer können Mechaniken erklären, bei der Orientierung helfen oder schwierigere Kämpfe tragen, ohne dass weniger erfahrene Spieler deshalb aus der Session ausscheiden.

Das Spiel gleicht Leistungsunterschiede nicht automatisch aus. Kooperation sorgt aber dafür, dass sie wesentlich seltener zum Ausschlusskriterium werden.

Erfahrung und Atmosphäre im LAN

Kommunikation und Teamwork

Together Reborn macht aus vielen ursprünglich persönlichen Entscheidungen plötzlich Gruppenfragen. Welcher Quest folgen wir? Betreten wir den Dungeon? Wer spricht mit dem NPC? Verkaufen wir erst unseren Kram oder läuft wieder die Hälfte der Gruppe mit 300 Kilogramm Dwemer-Metall durch die Gegend?

Der Party Leader gibt bei wichtigen Questfortschritten den organisatorischen Takt vor. Abseits davon können sich die übrigen Spieler wesentlich freier bewegen und ihre Fähigkeiten im Kampf kombinieren.

Feste MMO-Rollen schreibt Skyrim nicht vor. Trotzdem entsteht Arbeitsteilung fast von selbst. Nahkämpfer beschäftigen Gegner aus kurzer Distanz, Magier kontrollieren Gruppen oder beschwören Unterstützung und Bogenschützen suchen sich geeignete Positionen. Auch Handwerk und Ausrüstung lassen sich innerhalb der Party verteilen.

Gerade im selben Raum funktioniert das gut. Viele Entscheidungen müssen nicht über Menüs oder komplizierte Gruppenwerkzeuge gelöst werden. Ein kurzer Zuruf genügt – zumindest bis vier Leute gleichzeitig unterschiedliche Vorstellungen davon entwickeln, welcher Höhleneingang gerade der richtige ist.

Spielfluss und Dynamik

Die offene Struktur ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte organisatorische Schwäche von Skyrim Together Reborn.

Eine Gruppe kann mehrere Stunden konsequent einer Questlinie folgen. Sie kann auf dem Weg aber ebenso gut eine Ruine entdecken, einen Drachen bekämpfen, Nebenquests annehmen und anschließend vergessen, weshalb sie ursprünglich überhaupt in diese Richtung gelaufen ist.

Für eine LAN ohne engen Zeitplan ist das hervorragend. Das gemeinsame Abenteuer darf sich entwickeln, und die Gruppe entscheidet selbst, wann ein Dungeon noch mitgenommen oder ein Questabschnitt beendet wird.

Für einen Programmpunkt mit exakt festgelegtem Start und Ende funktioniert dieselbe Freiheit wesentlich schlechter. Skyrim lässt sich nicht elegant in einen 30-Minuten-Slot pressen, ohne einen großen Teil dessen zu verlieren, was den Koop überhaupt interessant macht.

Together Reborn eignet sich deshalb besonders für längere Sessions und wiederkehrende LANs. Eine Kampagne kann über mehrere Veranstaltungen weitergeführt werden. Der Wiederspielwert entsteht dabei auf andere Weise als bei klassischen Rundenspielen:

Nicht die nächste Map zieht die Gruppe zurück, sondern die gemeinsame Geschichte.

Spaßfaktor

Hier spielt Together Reborn seine größte Stärke aus. Skyrim besitzt ohnehin eine Welt, in der geplante und ungeplante Ereignisse ständig ineinandergreifen. Mit mehreren Spielern werden daraus gemeinsame Geschichten.

Ein überraschender Drachenangriff, ein chaotischer Dungeon oder ein Teilnehmer, der versehentlich die örtlichen Wachen gegen die gesamte Gruppe aufbringt, funktioniert nicht deshalb so gut, weil Together Reborn dafür einen speziellen Koop-Modus vorgesehen hätte. Es funktioniert, weil mehrere Menschen gleichzeitig mit Skyrims Systemen interagieren und die Konsequenzen anschließend gemeinsam ausbaden.

Besonders typisch sind die unspektakuläreren Momente. Die Gruppe einigt sich auf ein Ziel, läuft los – und zehn Minuten später bewegen sich vier Pfeile auf der Karte in unterschiedliche Richtungen.

Die technischen Ecken und Kanten verschwinden dadurch nicht. Desynchronisationen oder Questprobleme können eine Session unterbrechen und sind bei einem Rollenspiel deutlich unangenehmer als ein kleiner Grafikfehler in einem kurzen Match.

Wer mit dieser Erwartung startet, kann die Mod besser einordnen: Together Reborn ist ein ambitioniertes Koop-Projekt für ein Spiel, das nie für Multiplayer entwickelt wurde. Dass daraus trotzdem ein gemeinsames Skyrim-Abenteuer entstehen kann, ist seine eigentliche Leistung.

Zusätzliche Features im LAN

Mods

Skyrim und Mods gehören für viele Spieler praktisch zusammen. Bei Together Reborn ist Zurückhaltung allerdings sinnvoller als die übliche Versuchung, vor dem ersten Start noch schnell 180 Erweiterungen zu installieren.

Zusätzliche Mods erhöhen die Zahl möglicher Inkompatibilitäten und können Synchronisation oder Stabilität beeinflussen. Für eine LAN ist deshalb eine kleine, bewusst ausgewählte und vollständig getestete Modliste die bessere Grundlage.

Gameplay-relevante Mods und ihre Ladereihenfolge sollten zwischen den Teilnehmern vereinheitlicht werden. Die Kompatibilität hängt von Version, Eingriffstiefe und Kombination der verwendeten Erweiterungen ab; eine pauschale Aussage, ein bestimmter großer Overhaul funktioniere in jeder Konstellation problemlos, wäre deshalb wenig hilfreich.

Wer stärker modden möchte, sollte die fertige Kombination als gemeinsames Setup behandeln. Erst wenn genau diese Zusammenstellung mit mehreren Clients funktioniert, gehört sie auf die LAN.

Bei einer ersten Together-Reborn-Kampagne spricht allerdings viel für eine schlanke Installation. Skyrim selbst liefert mehr als genug Welt, Quests und Dungeons für sehr viele gemeinsame Abende.

Turnier-Modi und LAN-Events

Skyrim Together Reborn besitzt keinen integrierten Turniermodus und keine auf Wettbewerb ausgelegte Match-, Score- oder Bracket-Struktur. Das Projekt ist für gemeinsames Erkunden, Kämpfen und Questen gedacht.

Eigene Herausforderungen sind natürlich möglich. Zwei Gruppen könnten einen Dungeon unter vergleichbaren Bedingungen absolvieren, bestimmte Ziele möglichst schnell erreichen oder selbst entworfene Arena-Regeln verwenden. Solche Wettbewerbe beruhen jedoch vollständig auf Hausregeln und benötigen externe Zeitmessung beziehungsweise Ergebnisverwaltung.

Für ein klassisches LAN-Turnier ist Together Reborn deshalb kaum geeignet. Das ist allerdings kein besonders schwerer Verlust, denn seine Stärken liegen fast genau am anderen Ende des Spektrums: lange Sessions, gemeinsame Entscheidungen und eine Kampagne, bei der Erfolg nicht nach jeder Runde auf null gesetzt wird.

Unser Verein Tastensport verfügt über Erfahrung mit der Durchführung von Turnieren und der Ergebnisverwaltung bei LAN-Events. Für Skyrim Together Reborn wäre dieses Know-how vor allem dann relevant, wenn bewusst eigene Challenges oder Sonderformate organisiert werden sollen. Diese spezielle Expertise steht unseren Sponsoren zur Verfügung.

Als LAN-Spiel verlangt Skyrim Together Reborn deutlich mehr Vorbereitung als die meisten nativen Multiplayer-Titel. Wer erst am Veranstaltungstag Spielversionen, Address Library, Server und Modlisten miteinander abgleichen möchte, beginnt sein Abenteuer vermutlich nicht in Helgen, sondern in der Fehlersuche.

Ist das Setup dagegen erledigt, tritt die Technik zunehmend in den Hintergrund. Dann bleibt Skyrim – nur dass plötzlich mehrere Spieler gemeinsam durch denselben Dungeon ziehen, über das nächste Ziel diskutieren und versuchen, wenigstens ungefähr dieselbe Quest zu verfolgen.

Und wenn sich die Gruppe auf einen Weg geeinigt hat, besteht sogar eine realistische Chance, dass nach zehn Minuten noch jemand darauf unterwegs ist.

Besten Dank!

Autor: MooKo

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