Stardew Valley auf der LAN: Wer gießt heute?

LAN-Übersicht

Version 1.0 am 30.11.2024

Version 2.0 am 19.08.2026

SpielnameStardew Valley
Tastensport-EmpfehlungHervorragend für entspannte kooperative LAN-Runden und Gruppen mit unterschiedlichen Erfahrungsständen
KurzfazitStardew Valley ist kein klassisches LAN-Turnierspiel, dafür aber ein außergewöhnlich starkes gemeinsames Multiplayer-Erlebnis. Bis zu acht Spieler können auf dem PC dieselbe Farm bewirtschaften, Aufgaben frei verteilen und nahezu unabhängig von der konkreten Gruppengröße zusammenspielen.
Geeignete SpielerzahlAuf dem PC bis zu 8 menschliche Spieler
Empfohlene Gruppengröße2–8 Spieler; auch ungerade Gruppengrößen funktionieren problemlos
SpielzeitPraktisch offen; einzelne Spieltage dauern überschaubar, eine gemeinsame Farm kann jedoch viele Stunden oder ganze LAN-Wochenenden beschäftigen
LAN-AufwandNiedrig bis mittel; Multiplayer unkompliziert, aber kein klassischer vollständig lokaler LAN-Modus
InternetanforderungenFür den regulären PC-Multiplayer wird eine Internetverbindung beziehungsweise die jeweilige Plattform-Infrastruktur benötigt
WettbewerbseignungSehr gering; Stardew Valley ist auf langfristige Kooperation statt auf klar abgegrenzte Wettbewerbe ausgelegt
WiederspielwertSehr hoch durch unterschiedliche Farmen, Aufgabenverteilung, Jahreszeiten, Minen, Beziehungen und langfristige Entwicklung
Tastenresultat7,58 von 10 Tasten
ZielgruppeKoop-Gruppen, entspannte LAN-Runden und Spieler, die gemeinsam etwas aufbauen möchten

Tastenresultat

Wie wir die LAN-Tauglichkeit bewerten und was die einzelnen Tasten-Kriterien bedeuten, erfährst du in unserem Bewertungssystem für LAN-Game Reviews.

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Spielerfahrung: 9,25 von 10 Tasten

  • Umgang mit Skillunterschieden: 9 von 10
  • Teamplay: 10 von 10
  • Lernkurve: 9 von 10
  • Spaßfaktor: 9 von 10

Voraussetzungen und Funktionsfähigkeit: 9,00 von 10 Tasten

  • Technische Anforderung: 10 von 10
  • LAN-Setup: 9 von 10
  • Performance: 9 von 10
  • Preis: 8 von 10

Wettbewerbstauglichkeit: 4,50 von 10 Tasten

  • Turniermodus: 1 von 10
  • Spielerzahl: 6 von 10
  • Gruppenflexibilität: 9 von 10
  • Zeit: 2 von 10

Gesamtwertung: 7,58 von 10 Tasten

Fazit: Stardew Valley ist fast das Gegenteil eines klassischen LAN-Turnierspiels – und funktioniert gerade deshalb erstaunlich gut im selben Raum. Statt Teams auszulosen und nach zwanzig Minuten einen Sieger zu suchen, ziehen bis zu acht Spieler auf dieselbe Farm und versuchen gemeinsam, aus ein paar Feldern, Werkzeugen und chronischem Geldmangel irgendwann einen florierenden Betrieb zu machen. Unterschiedliche Spielstärken sind dabei kaum ein Hindernis. Während erfahrene Spieler Produktionsketten planen oder tiefer in die Minen ziehen, können Einsteiger Felder bestellen, Tiere versorgen, angeln oder einfach ausprobieren, warum man schon wieder keine Energie mehr hat. Auch die konkrete Gruppengröße bereitet Stardew kaum Probleme: Drei, fünf oder sieben Farmer funktionieren ebenso wie eine gerade Zahl, weil weder feste Teams noch bestimmte Rollen besetzt werden müssen. Mit wachsender Gruppe verändert sich allerdings das Tempo. Mehr Hände erledigen mehr Arbeit, die Farm wächst schneller und plötzlich braucht selbst das beschauliche Landleben erstaunlich viel Koordination. Für Turniere ist das alles nahezu unbrauchbar. Für eine LAN, auf der nicht jede Minute einen Gewinner produzieren muss, ist es dagegen eine bemerkenswert starke Kombination.

Spielbeschreibung

Stardew Valley beginnt mit einer ziemlich einfachen Entscheidung: Das bisherige Leben reicht.

Der Spieler übernimmt den heruntergekommenen Bauernhof seines Großvaters und zieht nach Pelican Town. Dort warten zunächst ein überwuchertes Grundstück, ein paar Werkzeuge und genügend Arbeit, um die Vorstellung vom entspannten Landleben relativ schnell zu relativieren.

Aus diesem einfachen Ausgangspunkt entwickelt sich eine Mischung aus Farming-Simulation, Rollenspiel, Erkundung und langfristigem Aufbau. Felder werden bestellt, Tiere gehalten, Fische gefangen und Rohstoffe gesammelt. In den Minen warten Monster und wertvolle Materialien, während im Dorf Freundschaften und Beziehungen gepflegt werden können.

Der besondere Reiz liegt darin, dass Stardew Valley kaum vorgibt, welche dieser Tätigkeiten die wichtigste ist. Ein Spieler kann seinen halben Tag damit verbringen, die Farm effizienter zu machen. Ein anderer verschwindet morgens mit einer Angel und taucht erst abends wieder auf. Der dritte geht in die Mine und kommt entweder mit wertvollen Erzen oder einer sehr konkreten Erklärung zurück, warum heute niemand mehr mit ihm rechnen sollte.

Im Multiplayer wird daraus keine Ansammlung paralleler Einzelspielerpartien. Alle Beteiligten arbeiten an derselben Farm, teilen wichtige Ressourcen und erleben dieselbe fortlaufende Welt. Was jeder Einzelne mit seinem Tag anfängt, bleibt trotzdem erstaunlich frei.

Multiplayer-Setup im LAN

Grundsätzliche LAN-Voraussetzungen

Stardew Valley unterstützt auf dem PC kooperativen Multiplayer mit bis zu acht menschlichen Spielern. Einer übernimmt die Host-Rolle und stellt die gemeinsame Farm bereit, die übrigen Teilnehmer treten dieser Sitzung bei.

Für eine LAN sollten Spiel und Plattform-Client bereits vor Beginn auf allen Rechnern installiert und aktualisiert sein. Gerade bei einer Gruppe, die mehrere Stunden oder sogar das gesamte Wochenende auf derselben Farm verbringen möchte, lohnt sich außerdem ein kurzer Verbindungstest.

Der Multiplayer ist nicht mit einem klassischen alten LAN-Modus vergleichbar, bei dem ein Spiel einfach im lokalen Netzwerk gesucht und ohne externe Infrastruktur gestartet wird. Für die übliche PC-Konstellation sollte deshalb eine funktionierende Internetverbindung eingeplant werden.

Das ist technisch keine besonders hohe Hürde, macht die gemeinsame Farm aber abhängig von mehr als nur dem Switch unter dem Tisch. Wer Stardew für einen größeren LAN-Block einplant, sollte die Verbindung deshalb einmal mit der tatsächlich vorgesehenen Spielerzahl testen.

Das Game-Setup

Für eine neue Multiplayer-Farm wird bereits beim Start festgelegt, dass zusätzliche Spielerhütten vorhanden sind. Diese dienen den beitretenden Farmern als Unterkunft und gehören damit zur grundlegenden Multiplayer-Struktur.

Die Spieler teilen sich dieselbe Spielwelt und arbeiten an derselben Farm. Dabei müssen sie keineswegs ständig als geschlossene Gruppe unterwegs sein. Während ein Teilnehmer Felder bewässert, kann ein anderer angeln, ein dritter Tiere versorgen und der Rest in den Minen verschwinden.

Gerade auf einer LAN ist diese Freiheit angenehm. Niemand muss zwanzig Minuten warten, weil der Rest der Gruppe gerade eine Aufgabe erledigt, an der er selbst keinen Spaß hat. Gleichzeitig fließen die Ergebnisse der verschiedenen Tätigkeiten wieder in die gemeinsame Entwicklung der Farm ein.

Eine wichtige Einstellung ist die Gewinnmarge. Mit mehreren Spielern steigt die Menge der Arbeit, die innerhalb eines Tages erledigt werden kann, erheblich. Wer die wirtschaftliche Progression etwas bremsen möchte, kann deshalb mit einer reduzierten Gewinnmarge spielen.

Das ist besonders bei großen Gruppen interessant. Acht Farmer können morgens in erstaunlich kurzer Zeit Dinge erledigen, für die ein einzelner Landwirt vermutlich bereits beim Frühstück seinen Lebensentwurf hinterfragen würde.

Technik und Performance im LAN

Hardware-Anforderungen und Performance

Stardew Valley stellt ausgesprochen geringe Anforderungen an die Hardware. Für eine LAN mit unterschiedlich alten Rechnern ist das ein großer Vorteil: Ein aktueller Gaming-PC ist ebenso geeignet wie deutlich einfachere Hardware.

Die Pixelgrafik ist technisch genügsam und benötigt weder eine leistungsfähige Grafikkarte noch große Mengen Arbeitsspeicher. Dadurch fällt eines der klassischen LAN-Probleme weitgehend weg: Niemand muss aussetzen, weil sein Rechner zwar noch wunderbar für Office-Arbeit funktioniert, aber beim nächsten Multiplayer-Titel spontan zum Heizkörper wird.

Auch bei mehreren Teilnehmern bleibt die technische Belastung überschaubar. Entscheidend ist weniger die lokale Rechenleistung als eine stabile Multiplayer-Verbindung und ein zuverlässig laufender Host.

Host und Netzwerkstabilität

Die gemeinsame Farm hängt am Host. Das sollte bei einer längeren LAN-Runde nicht unterschätzt werden.

Beendet der Host die Sitzung, endet damit auch die gemeinsame Spielrunde. Für eine Farm, die über mehrere Tage oder ein ganzes Wochenende gespielt werden soll, empfiehlt sich deshalb ein Teilnehmer, dessen Rechner zuverlässig verfügbar bleibt.

Die Netzwerkbelastung selbst ist gering. Stardew überträgt keine hektischen Shooter-Gefechte mit Dutzenden Spielern, sondern synchronisiert die gemeinsame Welt und die Aktionen der Farmer.

Trotzdem sollte der Multiplayer vor der eigentlichen Veranstaltung mit mehreren Clients getestet werden. Eine Farm, auf der bereits zwanzig Stunden gemeinsamer Fortschritt stecken, ist ein denkbar schlechter Ort für spontane Experimente mit Netzwerkproblemen.

Grafik und Sound

Stardew Valley setzt auf detaillierte Pixelgrafik, die sich deutlich an klassischen 16-Bit-Rollenspielen orientiert. Die Darstellung ist bewusst schlicht, besitzt aber genügend Details, um Jahreszeiten, Wetter, Orte und die Entwicklung der eigenen Farm klar voneinander zu unterscheiden.

Für eine LAN ist die geringe technische Komplexität ein Vorteil. Unterschiedliche Rechner und Auflösungen verändern das grundlegende Spielerlebnis kaum, und selbst bei größeren Farmen bleibt das Geschehen gut lesbar.

Die Musik unterstützt den ruhigen Grundton des Spiels. Jahreszeiten und Orte besitzen eigene Stücke, während viele Tätigkeiten bewusst nicht permanent mit akustischem Spektakel begleitet werden.

Das klingt zunächst wenig nach LAN. Tatsächlich entsteht der größte Teil der Geräuschkulisse ohnehin zwischen den Rechnern. Spätestens wenn jemand kurz vor Ladenschluss noch quer durch Pelican Town sprintet oder in den Minen feststellt, dass die Leiter offenbar beschlossen hat, heute nicht mehr aufzutauchen, übernimmt der Raum den Soundtrack.

Gameplay im LAN

Stardew Valley besitzt im Multiplayer keinen klassischen Aufbau aus einzelnen Matches. Stattdessen läuft die gemeinsame Farm kontinuierlich weiter.

Jeder Tag beginnt morgens und endet spätestens in der Nacht. Innerhalb dieses Zeitfensters entscheiden die Spieler selbst, was erledigt werden soll. Felder müssen bewässert, Pflanzen geerntet, Tiere versorgt, Gebäude geplant und Rohstoffe beschafft werden.

Mit mehreren Teilnehmern verändert sich der Rhythmus erheblich. Tätigkeiten, die allein einen großen Teil des Tages beanspruchen würden, lassen sich auf mehrere Personen verteilen. Ein Spieler kümmert sich um die Farm, während andere bereits Holz schlagen, angeln oder Materialien aus den Minen holen.

Dadurch entsteht ein erstaunlich natürliches Teamspiel. Stardew verteilt keine Klassen und schreibt niemandem eine Rolle vor. Die Spezialisierung ergibt sich aus den Interessen und Fähigkeiten der Gruppe.

Wer gerne optimiert, kann sich um Produktionsketten und Farmplanung kümmern. Wer lieber erkundet, zieht los. Und wer einfach angeln möchte, kann den halben Tag am Wasser verbringen und trotzdem etwas zum gemeinsamen Fortschritt beitragen.

Gemeinsamer Fortschritt

Die Farm bildet den Mittelpunkt der Multiplayer-Partie. Gebäude, Felder und viele wirtschaftliche Entscheidungen betreffen die gesamte Gruppe.

Das sorgt dafür, dass selbst getrennte Tätigkeiten miteinander verbunden bleiben. Erz aus den Minen wird für Verbesserungen benötigt, Holz fließt in Gebäude und Maschinen, während Landwirtschaft und Tierhaltung das Einkommen sichern.

Gleichzeitig besitzt jeder Farmer seinen eigenen Charakter und kann persönliche Beziehungen zu den Bewohnern von Pelican Town aufbauen. Multiplayer bedeutet deshalb nicht, dass sämtliche individuellen Ziele verschwinden.

Gerade diese Mischung funktioniert auf einer LAN hervorragend. Die Gruppe verfolgt ein gemeinsames großes Projekt, ohne dass alle Teilnehmer jede Minute dasselbe tun müssen.

Spielerzahl und Gruppenflexibilität

Auf dem PC können bis zu acht menschliche Spieler gemeinsam eine Farm bewirtschaften. Für kleine und mittlere LAN-Gruppen ist das eine ordentliche Kapazität, eine größere Veranstaltung lässt sich damit allerdings nicht vollständig in einer einzigen Partie unterbringen.

Innerhalb dieser Grenze ist Stardew Valley dagegen außergewöhnlich flexibel.

Das Spiel verlangt weder zwei gleich große Teams noch eine bestimmte Rollenverteilung. Drei Spieler funktionieren ebenso selbstverständlich wie vier, fünf oder sieben. Wenn ein Teilnehmer ausfällt, muss deshalb normalerweise weder das Format geändert noch jemand auf die Ersatzbank geschickt werden.

Die Arbeit verteilt sich einfach auf weniger Hände.

Ganz folgenlos bleibt die Gruppengröße trotzdem nicht. Mit jedem zusätzlichen Farmer wächst die Menge der Tätigkeiten, die parallel erledigt werden kann. Eine große Gruppe verdient schneller Geld, sammelt mehr Ressourcen und kann die Farm wesentlich aggressiver ausbauen als zwei Spieler.

Gleichzeitig steigt der Abstimmungsbedarf. Wer pflanzt was? Wer braucht das Kupfer? Warum wurden gerade sämtliche Ersparnisse für etwas ausgegeben, von dem sieben andere Menschen offenbar nichts wussten?

Die einstellbare Gewinnmarge kann die beschleunigte Wirtschaft etwas bremsen. Das Grundprinzip bleibt aber: Stardew kommt mit fast jeder Gruppengröße innerhalb seiner Kapazität hervorragend zurecht, nur das Tempo und die notwendige Koordination verändern sich.

Balancing und Fairness im LAN

Unterschiedliche Erfahrungsstände sind in Stardew Valley erstaunlich unproblematisch.

Ein Veteran weiß natürlich, welche Pflanzen besonders lukrativ sind, wann bestimmte Gegenstände benötigt werden und wie sich ein Tag möglichst effizient ausnutzen lässt. Ein Neueinsteiger wird dagegen zunächst ausprobieren, welche Tätigkeit ihm überhaupt gefällt.

Das führt aber selten dazu, dass einer von beiden nicht sinnvoll mitspielen kann.

Die Aufgaben auf einer Farm sind vielfältig genug, um unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen gleichzeitig aufzunehmen. Ein erfahrener Spieler kann Produktionsketten planen oder schwierige Minenabschnitte übernehmen, während ein Anfänger Felder bewirtschaftet, Tiere versorgt, Ressourcen sammelt oder angelt.

Dabei ist keine dieser Tätigkeiten bloße Beschäftigungstherapie. Fast alles trägt auf irgendeine Weise zum gemeinsamen Fortschritt bei.

Natürlich kann eine sehr erfahrene Gruppe Stardew erheblich effizienter spielen. Wer jede Jahreszeit bereits im Kopf durchgerechnet hat, kann aus einer gemütlichen Farm erstaunlich schnell eine Unternehmensberatung für Pastinaken machen.

Genau hier liegt aber auch die Verantwortung der Gruppe. Stardew zwingt niemanden zu maximaler Effizienz. Erfahrene Spieler können Wissen teilen, Aufgaben übernehmen oder bewusst darauf verzichten, jeden Tag in eine betriebswirtschaftliche Optimierungsaufgabe zu verwandeln.

Der Skillunterschied verschwindet dadurch nicht. Er entscheidet aber wesentlich seltener darüber, ob ein Teilnehmer überhaupt sinnvoll Teil der gemeinsamen Partie sein kann.

Erfahrung und Atmosphäre im LAN

Kommunikation und Teamwork

Stardew Valley benötigt keine permanente taktische Kommunikation. Niemand muss alle drei Sekunden eine Gegnerposition durchgeben oder einen Angriff koordinieren.

Trotzdem redet eine gute Multiplayer-Gruppe erstaunlich viel miteinander.

Am Morgen wird geklärt, wer welche Aufgaben übernimmt. Jemand braucht Holz für ein Gebäude, ein anderer möchte Werkzeug verbessern und plötzlich stellt sich heraus, dass die dafür vorgesehenen Ressourcen bereits in zwölf neue Maschinen geflossen sind.

Je größer die Gruppe wird, desto wichtiger werden solche Absprachen. Gleichzeitig bleibt die Struktur locker genug, dass nicht jede Entscheidung durch ein Farmkomitee genehmigt werden muss.

Das macht Stardew zu einem ungewöhnlich sozialen LAN-Spiel. Kommunikation entsteht nicht aus permanentem Wettbewerbsdruck, sondern aus einem gemeinsamen Projekt.

Und manchmal schlicht aus der Frage, wer eigentlich schon wieder vergessen hat, die Tiere zu füttern.

Spielfluss und Dynamik

Der Tagesrhythmus gibt Stardew Valley eine klare Grundstruktur. Morgens beginnt die Arbeit, nachts endet der Tag und anschließend startet der nächste.

Innerhalb dieses Rahmens ist die Gruppe jedoch weitgehend frei.

Ein einzelner Spieltag eignet sich deshalb hervorragend als natürliche kleine Einheit. Nach dem Schlafengehen kann kurz besprochen werden, was am nächsten Tag passieren soll, jemand kann den Rechner verlassen oder die Gruppe macht eine Pause.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Stardew ein kurzes Spiel wäre. Ganz im Gegenteil.

Eine gemeinsame Farm entwickelt sich über Jahreszeiten und viele Stunden. Gebäude werden erweitert, Werkzeuge verbessert, neue Gebiete erschlossen und langfristige Ziele verfolgt. Wer Stardew auf einer LAN startet, beginnt deshalb eher ein gemeinsames Projekt als eine einzelne Partie.

Für einen straffen Spieleplan ist das schwierig. „Noch einen Tag“ besitzt ungefähr dieselbe organisatorische Zuverlässigkeit wie „nur noch eine Runde“.

Gerade deshalb eignet sich Stardew besser als entspannter Dauerläufer zwischen anderen Programmpunkten oder als bewusst eingeplanter größerer Koop-Block als für ein Turnier mit festen Zeitfenstern.

Spaßfaktor

Der Spaß von Stardew Valley entsteht selten aus einem einzelnen spektakulären Moment. Vielmehr sammelt das Spiel über Stunden kleine gemeinsame Geschichten.

Jemand investiert das gesamte Geld in Saatgut. Ein anderer verbringt drei Tage in den Minen. Ein dritter hat offenbar beschlossen, dass die wirtschaftliche Zukunft der Farm ausschließlich vom Fischfang abhängt.

Und erstaunlicherweise funktioniert das alles gleichzeitig.

Die gemeinsame Farm macht Fortschritt sichtbar. Am Anfang stehen einige Felder und Hütten auf einem weitgehend ungeordneten Grundstück. Später laufen zwischen Ställen, Maschinen, Wegen und Pflanzen acht Spieler herum, die sich inzwischen erstaunlich ernsthaft darüber unterhalten, wo der nächste Schuppen gebaut werden sollte.

Auf einer LAN bekommt diese Entwicklung zusätzlich Gewicht, weil alle Beteiligten tatsächlich im selben Raum sitzen. Erfolg wird unmittelbar kommentiert, Fehler ebenso.

Stardew besitzt dabei kaum die klassische Schadenfreude eines kompetitiven Multiplayer-Spiels. Der Spaß entsteht stärker aus Kooperation, kleinen Katastrophen und der langsamen Verwandlung eines chaotischen Grundstücks in etwas, das zumindest aus ausreichender Entfernung nach Planung aussieht.

Zusätzliche Features im LAN

Mods und Community-Inhalte

Die PC-Version von Stardew Valley besitzt eine große Modding-Community. Mods können Komfortfunktionen ergänzen, neue Inhalte hinzufügen oder bestehende Systeme erheblich verändern.

Für eine LAN kann das interessant sein, insbesondere wenn dieselbe Gruppe bereits mehrere Farmen gespielt hat und neue Inhalte sucht.

Der Preis dafür ist zusätzlicher organisatorischer Aufwand. Alle beteiligten Rechner sollten dieselben benötigten Mods und kompatible Versionen verwenden. Je größer die Gruppe wird, desto unangenehmer ist es, erst am Abend der Veranstaltung herauszufinden, dass auf Rechner Nummer sechs irgendeine Abhängigkeit fehlt.

Für eine erste gemeinsame LAN-Farm würden wir deshalb eher eine möglichst saubere Standardinstallation empfehlen. Wer später mehr möchte, kann das Modpaket gezielt vorbereiten und vorab testen.

Turnier-Modi und LAN-Events

Stardew Valley ist kein Turnierspiel.

Es gibt keinen integrierten Tournament Mode, keine klassische Matchstruktur, keine automatische Ergebnisverwaltung und nicht einmal einen natürlichen Punkt, an dem das Spiel sagt: Herzlichen Glückwunsch, diese Farm hat gerade gegen die andere gewonnen.

Natürlich könnte ein Veranstalter eigene Wettbewerbe erfinden. Wer verdient in einem Spieltag am meisten Geld? Wer fängt den wertvollsten Fisch? Welche Gruppe erreicht ein bestimmtes Ziel zuerst?

Das kann als kleiner Nebenwettbewerb Spaß machen. Es ändert aber nichts daran, dass Stardew Valley strukturell auf Kooperation und langfristige Entwicklung ausgelegt ist.

Auch die Spielzeit arbeitet gegen klassische Turnierformate. Eine Farm ist kein Match, sondern ein fortlaufender Spielstand. Ein Wettbewerb müsste deshalb künstliche Grenzen setzen, die mit dem eigentlichen Rhythmus des Spiels wenig zu tun haben.

Für eine LAN ist das nicht zwingend ein Nachteil. Nicht jedes Spiel muss Punkte produzieren.

Stardew eignet sich hervorragend für Phasen, in denen eine Gruppe gemeinsam etwas spielen möchte, ohne dass anschließend jemand eine Tabelle aktualisieren muss. Gerade nach mehreren kompetitiven Titeln kann eine gemeinsame Farm deshalb eine erstaunlich angenehme Abwechslung sein.

Unser Verein Tastensport verfügt über Erfahrung mit Turnierformaten und der Ergebnisverwaltung bei LAN-Events. Bei Stardew Valley besteht die vielleicht wichtigste organisatorische Erkenntnis allerdings darin, kein Turnier daraus machen zu müssen. Diese spezielle Expertise steht unseren Sponsoren zur Verfügung.

Stardew Valley zeigt ziemlich gut, warum LAN-Tauglichkeit nicht dasselbe ist wie Wettbewerbstauglichkeit. Als Turnierspiel ist es nahezu ungeeignet. Als gemeinsames Spiel für zwei bis acht Menschen funktioniert es dagegen hervorragend: unterschiedliche Erfahrungsstände, krumme Gruppengrößen und verschiedene Interessen finden auf derselben Farm erstaunlich problemlos Platz.

Und wenn am Ende des Abends niemand genau sagen kann, wer eigentlich gewonnen hat, aber sieben Menschen darüber diskutieren, warum ausgerechnet jetzt kein Holz mehr da ist, hat Stardew seinen Job vermutlich ziemlich gut gemacht.

Besten Dank!

Autor: MooKo

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