Overcooked 2, wenn Herd und Seelen brennen
Am 14.01.2026 wurde nicht gespielt, am 14.01.2026 wurde gekocht, geschrien, gelitten. Wir trafen uns zu Overcooked 2 und schon nach wenigen Sekunden war klar, das hier wird kein gemütliches Abendessen, das wird Großküche zur Stoßzeit. Noch bevor die erste Zwiebel gehackt war, machten besonders primitive Vereinsmitglieder kurzerhand aus cook cock. Sehr witzig ihr kleinen Ferkel, das Niveau lag irgendwo zwischen Küchenboden und Abfluss. „Ich bin ganz over cocked“, fauchte DRektalpirat, sichtbar angeknackst, während Thrillhouse sich wortlos, aber zufrieden aus dem Bild schälte.
Inhaltlich geht es bei diesem Spiel nicht um Vereinsleben oder soziale Harmonie, sondern um kompromisslose Essensproduktion. Bestellungen kommen rein, Timer laufen, Teller fehlen, Zutaten liegen falsch, und alles muss pünktlich raus. Warum der Weg zur Essensausgabe regelmäßig über reißende Flüsse, fahrende Plattformen, Heißluftballons mit unklarer Zielsetzung oder stark befahrene Straßen führt, bleibt ungeklärt. Fakt ist, wer hier zögert, serviert nichts außer Frust.
So startete eine zweistündige Kochsession, gnadenlos und ohne Pausen. Zwei Teams, klare Fronten, schnell klare Rollen. Faxen Chefkoch und Mentalcouch übernahm sofort das Kommando. Laut, bestimmend, ohne Rücksicht auf empfindliche Seelen. Befehle flogen schneller als geschnittene Tomaten. Thrillhouse bekam sein Fett weg, obwohl er zuverlässig abwusch und Teller stapelte wie ein Profi. Doch Dank ist in dieser Küche ein rares Gewürz. Zusätzlich irritierend, jede Küche verfügt offenbar nur über zwei bis vier Teller. Mehr nicht. Ein logistischer Albtraum, der Diskussionen auslöste, während Bestellungen verendeten.
Stilistisch besonders ausgeprägt war der Umgang mit Zutaten. Hygiene wurde ignoriert, Effizienz gefeiert. Reis flog durch den Raum, Fleisch rutschte über Arbeitsflächen, geschnitten wurde dort, wo gerade Platz war. Ordnung ist etwas für Kochbücher, hier zählte Geschwindigkeit.
Und dann Mull Lee. Seine Aufgabe war klar, Reis kochen. Eine Aufgabe von epischer Einfachheit. Das Ergebnis, die Küche brannte. Statt Ursachenforschung folgte Aktionismus. Mull Lee griff zum Feuerlöscher, denn auf unerklärliche Weise tauchten plötzlich neue Brände auf. Ergebnis, die Küche brannte immer noch. Dennoch bewertete er seine Leistung als hervorragend, exklusiv, unangreifbar, fast schon offiziell.
Am Ende des Abends wurde immerhin ein funktionierendes LAN Setup definiert. Die Ansage an alle Teilnehmer ist deutlich. Kampagne 1 und 2 sind Pflicht. Wer nicht vorbereitet erscheint, kassiert Punktabzug, gnadenlos und ohne Diskussion.
Der nächste Termin steht ebenfalls fest.
LAN ab dem 20.01.2026.


