Update: Zwischen Headshots und Ragequits die wahre CS-Tierliste

Counter-Strike ist seit sieben LANs das Spiel, in dem sich alle einig waren. Kills sehen gut aus, fühlen sich gut an und bringen dir im Zweifel… gar nichts. Gewonnen haben am Ende immer die, die beides konnten. Impact und Siege. Alles andere war Highlight-Clip mit traurigem Tabellenplatz.

Und dann kommt diese LAN und bestätigt das Ganze. Nur ein bisschen frecher.

Apfelschorle macht Apfelschorle-Dinge

5 Wins, 141 Kills, 1573 Damage.

Das ist keine Statistik, das ist ein Geschäftsmodell. Während andere noch diskutieren, ob Kills wichtig sind, gewinnt Apfelschorle einfach Spiele und nimmt die Kills gleich mit.

S-Tier bleibt hier keine Kategorie, sondern eine Adresse.

Der etwas differenziertere Carry-Faktor

Jetzt wird es interessanter. omegas mit 4,5 Wins bei 52 Kills. Final mit 4 Wins bei soliden, aber alles andere als dominanten Zahlen.

Der erste Blick schreit Carry. Der zweite Blick sagt: Ja, aber nicht komplett.

omegas war nur in zwei von sechs Spielen im selben Team wie Apfelschorle. Das bedeutet, ein Großteil seiner Wins kam eben nicht aus dem Windschatten des S-Tiers, sondern aus funktionierenden Teamkonstellationen und sauberer Rollenarbeit. Wenig Kills, aber offenbar die richtigen Dinge zur richtigen Zeit.

Final dagegen war in vier von sechs Spielen an Apfelschorles Seite. Hier greift der Carry-Faktor deutlich stärker. Fehler werden kaschiert, Runden werden von anderer Seite entschieden und am Ende stehen die Wins trotzdem da.

Das Modell sagt: Siege zählen.
Die Realität ergänzt: Es kommt darauf an, wie sie zustande kommen.

Aufstieg für beide. Aber mit sehr unterschiedlicher Begründung.

Die klassischen A-Tier-Kandidaten liefern genau das, was man erwartet

Rage und Tag.Naechter machen das, was sie immer machen. Viele Kills, ordentlich Impact, aber nicht die letzte Konsequenz in Wins.

Das sind Spieler, bei denen man nach jedem Spiel sagt, dass sie stark waren. Und nach der LAN feststellt, dass sie trotzdem nicht gewonnen haben.

MooKo bleibt die menschgewordene Konstanz. Niemand weiß genau, wie, aber am Ende steht wieder ein solides Ergebnis da.

FaXen reiht sich sauber ein. Kein kompletter Ausreißer nach oben, aber auch kein Grund zur Sorge.

Kein großer Aufstieg. Aber auch kein Absturz. Klassisches A-Tier eben.

Die große Enttäuschung kommt mit Ansage

ErpelHaze und Dy0r liefern Zahlen, die auf dem Papier nach Dominanz schreien.

109 Kills. 129 Kills. Viel Damage. Viel Aktivität.

Und dann schaut man auf die Wins und denkt sich: Ach so.

Das ist genau das Profil, das das Modell seit sieben LANs bestraft. Viel gemacht, wenig gewonnen. Schön anzusehen, aber ineffizient.

Gerade Dy0r ist fast schon ein Lehrbuchbeispiel. Wenn Kills alleine reichen würden, hätte er die LAN gewonnen. Hat er aber nicht.

Klarer Abstieg in der Einordnung.

Das untere Feld bleibt stabil chaotisch

Thrillhouse, Mull Lee, DRektalpirat und Gerry machen genau das, was sie sollen. Sie funktionieren irgendwie im Team, haben ihre Momente und verschwinden dann wieder im Gesamtbild.

Mull Lee ist dabei gleich in mehrfacher Hinsicht ein Sonderfall. Wenig Kills, solide Wins ohne konstanten S-Tier-Anker im Team, also sportlich irgendwo zwischen unauffällig und respektabel. Gleichzeitig hat er zum vierten Mal in acht LANs Counter-Strike vorzeitig abgebrochen, wodurch ein faires Weiterspielen praktisch unmöglich wurde. Das ist keine Randnotiz mehr, das ist ein Muster. Die Konsequenz liegt auf der Hand: Counter-Strike steht als Disziplin zur Debatte. Nicht, weil das Spiel das Problem ist, sondern weil der Rest der Gemeinschaft nicht Mull Lee ist und ihn niemals ausladen würde.

Und dann ist da noch AnarchoWilli. 0,5 Wins. Da gibt es nicht viel schönzureden. Das ist kein schlechter Tag, das ist ein Konzept.

Aktualisierte Einordnung nach dieser LAN

S-Tier
Apfelschorle bleibt allein an der Spitze. Höchster Impact, höchste Wins, keine Diskussion.

A+-Tier
omegas steigt auf. Effizient, teamdienlich und seine Wins nicht nur geliehen.
Final steigt ebenfalls auf, profitiert aber sichtbar stärker vom Umfeld.

A-Tier
Rage und Tag.Naechter bleiben hier. Viel Output, ausreichend Wins, aber kein kompletter Zugriff auf das Turnier.
MooKo und FaXen stabilisieren das Tier nach unten. Verlässlich, aber ohne Titelgarantie.

B-Tier
ErpelHaze und Dy0r steigen ab. Starke Einzelwerte, aber zu wenig Einfluss auf Siege.
Rambo23742 bleibt solide, aber ohne echten Hebel.

C-Tier
Thrillhouse, DRektalpirat, Gerry. Teil des Spiels, aber selten der Grund dafür.
AnarchoWilli bleibt abgeschlagen.

M-Tier
Mull Lee steht außerhalb jeder sportlichen Bewertung. Nicht wegen seiner Leistung, sondern wegen seiner Verfügbarkeit. Wer vier von acht LANs ein Spiel abbricht, ist kein Teil der Rangliste mehr, sondern Teil des Problems. M steht in diesem Fall nicht für Meta, sondern für Mull Lee.

Die eigentliche Erkenntnis

Diese LAN hat nichts verändert. Sie hat es nur genauer gemacht.

Kills zeigen, dass du spielst.
Siege zeigen, dass du gewinnst.
Und Kontext zeigt, ob du es selbst warst.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *.

*
*
You may use these <abbr title="HyperText Markup Language">HTML</abbr> tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>